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Flüchtlinge und Asyl in Deutschland und weltweit

Das Asyl bezeichnet einen geschützten Aufenthaltsort und ist ein Begriff für die Aufnahme von Verfolgten. Nach Artikel 16a des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland genießen politisch Verfolgte Asyl. Damit wird das Asylrecht in Deutschland nicht nur auf Grund der völkerrechtlichen Verpflichtung aus der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 gewährt, sondern hat als Grundrecht Verfassungsrang. Es ist das einzige Grundrecht, das nur Ausländern zusteht.

Als politisch Verfolgte gelten Flüchtlinge nach Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 dann, wenn sie sich außerhalb ihres Heimatlandes befinden und berechtigte Furcht haben müssen, wegen ihrer ethnischen Herkunft, Religion, Nationalität, politischen Gesinnung oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verfolgt zu werden. Berücksichtigt wird grundsätzlich nur Verfolgung, die vom Staat ausgeht. Ausnahmen gelten, wenn die nichtstaatliche Verfolgung dem Staat zuzurechnen ist oder der nichtstaatliche Verfolger selbst an die Stelle des Staates getreten ist (quasistaatliche Verfolgung). Maßgeblich für die Entscheidung über einen Antrag auf Asyl ist die politische Einschätzung hinsichtlich des Landes, aus dem der Asylbewerber stammt. Allgemeine Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind als Gründe für eine Asylgewährung grundsätzlich ausgeschlossen. Allerdings kommt hier unter Umständen die Gewährung von subsidiärem Schutz in Betracht.

Die aktuelle Situation von Migration und Flucht

Im Jahr 2019 gab es nach Angaben des UNHCR weltweit rund 79,5 Millionen Personen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Der größte Teil dieser Flüchtlingen waren Binnenflüchtlinge. Die meisten Flüchtlinge stammten aus Syrien und flohen vor dem dortigen Bürgerkrieg. Im Jahr 2019 gab es rund 900.000 Asylsuchende in Europa. Das Land mit den meisten Asylbewerbern zur Mitte des Jahres 2019 war die USA. Alleine hier waren es ca. 926.000 Menschen mit einem Antrag auf Asyl.

Die Migration entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einer europäischen Thematik. In den Jahren 2015 und 2016 suchten vielen Menschen aus Afrika, dem Nahen Osten und anderen Regionen den Weg nach Europa. Allein im Jahr 2016 wurden in Deutschland über 700.000 Erstanträge auf Asyl gestellt - die Zahl der Anträge nahm daraufhin jährlich ab. In Deutschland betrug die Zahl der Asylanträge (Erstanträge) im Jahr 2020 insgesamt 102.581. Zusammen mit den Folgeanträgen registrierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Deutschland insgesamt rund 122.000 Anträge auf Asyl. Der Anteil der abgelehnten bzw. eingestellten Asylanträge betrug im Jahr 2020 rund 57 Prozent. Die Gesamtschutzquote lag folglich bei rund 43 Prozent.

Aktuell sind die Hauptherkunftsländer von Asylbewerbern Syrien, Afghanistan und der Irak. Ein Großteil aller Asylbewerber in Deutschland sind unter 16 Jahre alt, dabei gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Der Anteil der weiblichen Asylbewerberinnen ist unter den minderjährigen Personen etwas höher. Insgesamt waren knapp 60 Prozent aller Asylbewerber Männer, gut 40 Prozent waren Frauen (siehe die Geschlechterverteilung).

Mehr als 20.000 Personen werden jährlich abgeschoben

Jede asylsuchende Person darf in Deutschland generell einen Asylantrag stellen und diesen von den Behörden prüfen lassen. In einigen Fällen wird der Antrag auf Asyl jedoch abgewiesen, diese Person genießt kein Aufenthaltsrecht und muss aus der Bundesrepublik ausreisen. Nicht jeder abgelehnte Asylbewerber ist unmittelbar ausreisepflichtig, es gibt juristische Ausnahmen, dennoch kann eine Abschiebung durch den Staat drohen. Die Abschiebung gilt als staatliche Zwangsmaßnahme, um die Ausreisepflicht zu vollstrecken. Jedes Jahr werden Menschen aus Deutschland wieder abgeschoben, im Jahr 2019 waren dies rund 22.000 Personen. Die meisten von ihnen wurden auf dem Luftweg aus Deutschland abgeschoben.

Wichtige Kennzahlen

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Flüchtlinge und Asyl in Deutschland und weltweit

Das Asyl bezeichnet einen geschützten Aufenthaltsort und ist ein Begriff für die Aufnahme von Verfolgten. Nach Artikel 16a des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland genießen politisch Verfolgte Asyl. Damit wird das Asylrecht in Deutschland nicht nur auf Grund der völkerrechtlichen Verpflichtung aus der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 gewährt, sondern hat als Grundrecht Verfassungsrang. Es ist das einzige Grundrecht, das nur Ausländern zusteht.

Als politisch Verfolgte gelten Flüchtlinge nach Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 dann, wenn sie sich außerhalb ihres Heimatlandes befinden und berechtigte Furcht haben müssen, wegen ihrer ethnischen Herkunft, Religion, Nationalität, politischen Gesinnung oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verfolgt zu werden. Berücksichtigt wird grundsätzlich nur Verfolgung, die vom Staat ausgeht. Ausnahmen gelten, wenn die nichtstaatliche Verfolgung dem Staat zuzurechnen ist oder der nichtstaatliche Verfolger selbst an die Stelle des Staates getreten ist (quasistaatliche Verfolgung). Maßgeblich für die Entscheidung über einen Antrag auf Asyl ist die politische Einschätzung hinsichtlich des Landes, aus dem der Asylbewerber stammt. Allgemeine Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind als Gründe für eine Asylgewährung grundsätzlich ausgeschlossen. Allerdings kommt hier unter Umständen die Gewährung von subsidiärem Schutz in Betracht.

Die aktuelle Situation von Migration und Flucht

Im Jahr 2019 gab es nach Angaben des UNHCR weltweit rund 79,5 Millionen Personen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Der größte Teil dieser Flüchtlingen waren Binnenflüchtlinge. Die meisten Flüchtlinge stammten aus Syrien und flohen vor dem dortigen Bürgerkrieg. Im Jahr 2019 gab es rund 900.000 Asylsuchende in Europa. Das Land mit den meisten Asylbewerbern zur Mitte des Jahres 2019 war die USA. Alleine hier waren es ca. 926.000 Menschen mit einem Antrag auf Asyl.

Die Migration entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einer europäischen Thematik. In den Jahren 2015 und 2016 suchten vielen Menschen aus Afrika, dem Nahen Osten und anderen Regionen den Weg nach Europa. Allein im Jahr 2016 wurden in Deutschland über 700.000 Erstanträge auf Asyl gestellt - die Zahl der Anträge nahm daraufhin jährlich ab. In Deutschland betrug die Zahl der Asylanträge (Erstanträge) im Jahr 2020 insgesamt 102.581. Zusammen mit den Folgeanträgen registrierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Deutschland insgesamt rund 122.000 Anträge auf Asyl. Der Anteil der abgelehnten bzw. eingestellten Asylanträge betrug im Jahr 2020 rund 57 Prozent. Die Gesamtschutzquote lag folglich bei rund 43 Prozent.

Aktuell sind die Hauptherkunftsländer von Asylbewerbern Syrien, Afghanistan und der Irak. Ein Großteil aller Asylbewerber in Deutschland sind unter 16 Jahre alt, dabei gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Der Anteil der weiblichen Asylbewerberinnen ist unter den minderjährigen Personen etwas höher. Insgesamt waren knapp 60 Prozent aller Asylbewerber Männer, gut 40 Prozent waren Frauen (siehe die Geschlechterverteilung).

Mehr als 20.000 Personen werden jährlich abgeschoben

Jede asylsuchende Person darf in Deutschland generell einen Asylantrag stellen und diesen von den Behörden prüfen lassen. In einigen Fällen wird der Antrag auf Asyl jedoch abgewiesen, diese Person genießt kein Aufenthaltsrecht und muss aus der Bundesrepublik ausreisen. Nicht jeder abgelehnte Asylbewerber ist unmittelbar ausreisepflichtig, es gibt juristische Ausnahmen, dennoch kann eine Abschiebung durch den Staat drohen. Die Abschiebung gilt als staatliche Zwangsmaßnahme, um die Ausreisepflicht zu vollstrecken. Jedes Jahr werden Menschen aus Deutschland wieder abgeschoben, im Jahr 2019 waren dies rund 22.000 Personen. Die meisten von ihnen wurden auf dem Luftweg aus Deutschland abgeschoben.

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