Alleinerziehende in Deutschland

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland rund 11,58 Millionen Familien. Die Familie im statistischen Sinn umfasst dem Statistischen Bundesamt zu Folge alle Eltern-Kind-Gemeinschaften, d. h. Ehepaare, nichteheliche gleich- und gemischtgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Väter und Mütter mit ledigen Kindern im Haushalt. Insgesamt waren rund 2,62 Millionen Eltern in Deutschland alleinerziehend. Davon waren rund 1,55 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern. Ein Vergleich der alleinerziehenden Elternteile zeigt, dass die Zahl der alleinerziehenden Mütter dabei deutlich höher ist als die der Väter: Rund 1,36 Millionen Mütter und etwa 190.000 Väter waren im Jahr 2017 alleinerziehend. Als Alleinerziehende werden Eltern definiert, die ohne Partner im Haushalt mit ihren minder- oder volljährigen Kindern zusammenwohnen.

Alleinerziehende Elternteile sind vielen Vorurteilen ausgesetzt. Etwa, dass sie in vielen Bereichen des Lebens überfordert und insgesamt unglücklicher sind. Die AOK-Familienstudie aus dem Jahr 2018 hat die Situation der Alleinerziehenden analysiert: Laut einer Umfrage zur Zufriedenheit mit ihrem Familienleben haben rund 26 Prozent der Alleinerziehenden angegeben, dass sie mit ihrem Familienleben sehr zufrieden sind. Vergleichsweise dazu waren rund 17 Prozent eher unzufrieden. Die Zahlen belegen ebenfalls, dass die Alleinerziehenden gegenüber den Eltern, die in Partnerschaft leben, in allen Lebensbereichen deutlich stärker belastet sind. Vor allem in Bezug auf die finanzielle Situation sind Diskrepanzen deutlich. Rund 43 Prozent der Alleinerziehenden gaben an, sich finanziell belastet zu fühlen, während dies auf etwa 24 Prozent der Eltern in Paarfamilien zutraf. Die Armutsgefährdungsquote bestätigt dieses Bild: Rund 42,8 Prozent der Haushalte von Alleinerziehenden war im Jahr 2017 bei von relativer Einkommensarmut betroffen.
Als Unterstützung der Alleinerziehenden gibt es das Unterhaltsvorschussgesetz: Alleinerziehende, die keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt von dem anderen Elternteil erhalten, können Unterhaltsvorschuss beantragen. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ein Anspruch. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gab es bis zum 31. März 2018 rund 713.000 minderjährige Kinder, die einen Unterhaltsvorschuss erhielten.

Es gibt Wege und Möglichkeiten den Alleinerziehenden die Belastung ein bisschen zu nehmen. Eine Möglichkeit ist die Wahl zwischen den verschiedenen Erziehungsmodellen im Fall einer Scheidung: Das Residenzmodell wird dabei häufiger in der Praxis angewendet. Es bedeutet, dass das gemeinsame Kind oder die gemeinsamen Kinder bei einem Elternteil, meistens bei der Mutter, aufwachsen und den anderen Elternteil besuchen. Die Alternative ist das sogenannte Wechselmodell. Hierbei handelt es sich um eine Vereinbarung, dass das gemeinsame Kind nach der Scheidung mit beiden Elternteilen möglichst gleich viel Zeit verbringt. Das Kind hat zwei feste Wohnsitze und erlebt den Alltag mit beiden Elternteilen, die sich die Verantwortung teilen, sodass keiner unter der Alleinbelastung im Alltag leidet. Jedoch wird das zweite Modell deutlich weniger angewendet, weswegen die Politik und Organisationen bessere Voraussetzungen schaffen wollen.

Doch obwohl die Eltern, die ihre Kinder alleine erziehen einer schwierigeren Situation ausgesetzt sind, bedeutet es nicht, dass die Erziehung oder das Kindeswohl darunter leidet. Auch die Mehrheit der Deutschen glaubt, dass ein alleinerziehender Elternteil sein Kind genauso gut großziehen kann wie beide Eltern zusammen.

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