2025 ist der Arbeitskampf in Deutschland gemessen an Ausfalltagen und Streikenden deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) gab es weniger Streiks und streikbedingte Ausfalltage als in den Vorjahren. Die Grafik weist für das Jahr 2025 insgesamt 645.000 Ausfalltage und 552.000 Streikende aus; beide Werte lagen unter denen des Jahres 2024.
Der Rückgang markiert eine Abkehr von den hohen Werten der Vorjahre, besonders bei den Ausfalltagen. Das WSI deutet die Entwicklung als Hinweis auf eine veränderte Arbeitskampfführung der Gewerkschaften: Kurze Arbeitsniederlegungen überwiegen, unbefristete Flächenstreiks sind zur Ausnahme geworden.
Erstmals wertete das WSI zudem die Arbeitskampfziele aus. In mehr als jedem vierten Arbeitskampf rangen Beschäftigte um die erstmalige Tarifbindung ihrer Unternehmen. Damit rückt neben dem Umfang auch der Anlass der Arbeitskämpfe in den Blick: In einem relevanten Teil ging es um die erstmalige Tarifbindung. Ob diese Ziele erfolgreich waren, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ablesen.
Im Tarifstreit der deutschen Metall- und Elektroindustrie verleiht die Gewerkschaft IG Metall nach dem Ende der Friedenspflicht derzeit ihren Lohnforderungen mit Warnstreiks Nachdruck. Nachdem erste Arbeitsniederlegungen bereits in der Nacht zu Sonntag angelaufen sind, sollen die Aktionen am heutigen Montag ausgeweitet werden. Zu Warnstreiks aufgerufen sind Betriebe unter anderem in Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, und Bayern. Allein im Freistaat sollen 34 Betriebe bestreikt werden, auch in der Automobilindustrie.
Das WSI ist ein Forschungsinstitut der Hans-Böckler-Stiftung. Es untersucht unter anderem den Arbeitsmarkt, Tarifpolitik, Arbeitskämpfe, soziale Ungleichheit und Mitbestimmung. Seine wissenschaftlichen Analysen liefern Daten und Einordnungen zu Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft.





















