Die Preise für ein werbefreies Streaming-Abo bei Netflix haben sich im Zeitverlauf deutlich erhöht. So kletterte der Preis für das Standard-Abo von 8,99 Euro im Jahr 2014 auf heute 13,99 Euro (+56 Prozent). Das Premium-Abo für 4K-Streaming und einer Nutzung von 4 Geräten im selben Haushalt stieg von 11,99 Euro auf heute 19,99 Euro (+67 Prozent). Zugleich bietet Netflix mit dem Ende 2022 eingeführten Standard-Abo mit Werbung für 4,99 Euro das günstigste Abo ein, dass einen Gegenpol zu den immer teurer werdenden werbefreien Optionen bildet. Das ehemalige Basis-Abo ohne HD, einst für 7,99 Euro gestartet, ist inzwischen ganz aus dem Programm verschwunden.
Die steigenden Abopreise dürften auch Ausdruck davon sein, dass sich der Wettbewerb für Netflix an mehreren Fronten verschärft: Junge Zielgruppen verbringen immer mehr Zeit mit kostenlosen Kurzvideos auf TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts und haben entsprechend weniger Geduld für lange Serienabende – selbst dann, wenn diese im günstigen Werbe-Abo abrufbar sind. Zugleich drängen deutsche Streaming- und TV-Plattformen wie MagentaTV oder Joyn mit eigenen werbefinanzierten oder gebündelten Angeboten in den Markt und nehmen Netflix Kundschaft ab, weil sie Live-TV, Mediatheken, lokale Inhalte und On-Demand-Streaming in einem Paket kombinieren. In diesem Umfeld sind aggressive Preismodelle und Werbeabos für Netflix vermutlich nicht nur eine Option, sondern eine Voraussetzung, um im deutschen Markt gegen lokale Player und die fragmentierte Aufmerksamkeit der Nutzer zu bestehen.





















