Statistiken zu FinTech in Österreich

FinTech bzw. Finanztechnologie ist der Zentralbegriff, der den Wandel sowie die Digitalisierung der Finanzdienstleistungsbranche beschreibt. Unter der Sammelbezeichnung FinTech werden in der Regel Finanzdienstleistungen verstanden, die mittels digitaler Infrastruktur neuartige Angebotsformen und Abwicklungsprozesse in klassischen Bereichen des Bankgeschäfts etablieren. So wird zum Beispiel der Zahlungsverkehr per Smartphone abgewickelt oder Kredite online abgeschlossen. Die Digitalisierungsprozesse umfassen den vereinfachten Zugang für Endnutzer via Internet oder mobile Apps, erhöhte Abwicklungsgeschwindigkeit, Kostensenkung, starke Serviceorientierung und hohen Komfort, Transparenz sowie die Ausnutzung von Netzwerkeffekten.

Laut Statistas Digital Market Outlook gliedert sich der Bereich FinTech in die Marktsegmente Digital Payments, Business Finance und Personal Finance. Das Gesamttransaktionsvolumen, d.h. die kumulierten Einzeltransaktionswerte, dieser drei Segmente lag im Jahr 2015 bei rund 6,42 Milliarden Euro. Bis 2021 wird ein Anstieg auf etwa 14,71 Milliarden Euro prognostiziert. Lag das durchschnittliche Transaktionsvolumen pro Nutzer im Jahr 2015 bei 989,80 Euro, soll es bis 2021 auf 2.113,22 Euro anwachsen, eine Steigerung um 114 Prozent. Das Nutzerpotenzial im österreichischen FinTech-Markt belief sich im Jahr 2015 auf 6,48 Millionen potenzielle Nutzer und soll sich bis 2021 um 0,48 Millionen auf 6,96 Millionen erhöhen.

Mit alternativen Finanzierungsformen (Business Finance) lassen sich über Internet-Plattformen unterschiedliche Projekte finanzieren. Es gibt verschiedene Modelle:
Beim lending-based Crowdfunding oder Darlehensmodell werden Klein-Kredite zwischen Privatpersonen und Unternehmen vergeben, die verzinst zurückgezahlt werden. Das erfolgreichste Projekt aus diesem Bereich kam in Österreich im Jahr 2016 vom SK Rapid, der über die Plattform Conda 3 Millionen Euro einsammelte.
Beim reward-based Crowdfunding oder Belohnungsmodell erhalten die Unterstützer keine finanzielle, sondern ideelle oder materielle Gegenleistungen (beispielsweise ein Produkt), abhängig von der Höhe des beigesteuerten Betrags. In diesem Bereich erzielte das Projekt "Loser-Schneebotschafter" im Jahr 2016 die höchste Fundingsumme: 751.00 Euro wurden über die Plattform Fundraizer eingesammelt.
Beim donation-based Crowdfunding oder Spendenmodell geht es hauptsächlich um das gute Gefühl; die Unterstützer erhalten für ihren Beitrag gegebenenfalls eine Spendenquittung. Mit 40.000 Euro Fundingsumme war das erfolgreichste Projekt im Jahr 2016 "Generation Innovation across Europe" über die Plattform Respekt.net.
Schließlich gibt es noch das Crowdinvesting oder Beteiligungsmodell, das die Beteiligung über Eigenkapital oder Mischformen von Eigen- und Fremdkapital (Mezzanine-Kapital) an einem Unternehmen bezeichnet. Als Gegenleistung erhält der Kapitalgeber Anteile am Unternehmen. Im Jahr 2016 belief sich das Finanzierungsvolumen von Crowdinvesting-Plattformen in Österreich auf 22,8 Millionen Euro. Insgesamt wurden in diesem Jahr über die Crowdinvesting-Plattformen in Österreich 71 erfolgreiche Finanzierungsrunden abgeschlossen.

Digitale Technologien sind in österreichischen Unternehmen ein relevantes Thema. Für 74 Prozent der mittelständischen Unternehmen der Branche Finanz- und andere Dienstleistungen spielen digitale Technologien für ihr Geschäftsmodell eine mittelgroße bis sehr große Rolle. 87 Prozent der Finanzunternehmen erwarten denn auch, dass die Bedeutung digitaler Technologien für ihr Geschäftsmodell in den kommenden fünf Jahren leicht bzw. deutlich steigen wird. 65 Prozent der Unternehmen bewerten die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft für sich als Chance.

Für Bankkunden gewinnen Internet- und mobile Banking zunehmend an Bedeutung. Eine Befragung unter Privatkunden von Banken in Österreich im Jahr 2015 ergab, das 72 Prozent die Internetpräsenz ihrer Bank zur Informationsbeschaffung nutzten. 65 Prozent nahmen auf diesem Wege Serviceleistungen und 59 Prozent Beratung in Anspruch. 47 Prozent tätigten über den Online-Auftritt auch Abschlüsse. Das mobile Banking liegt in seiner Bedeutung noch hinter der Internetpräsenz. So nutzen 2015 nur 36 Prozent der Privatkunden eine Banking-App auf ihrem Smartphone.

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FinTech in Österreich - Wichtige Statistiken

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