Statistiken zu FinTech in Österreich

FinTech bzw. Finanztechnologie ist der Zentralbegriff, der den Wandel sowie die Digitalisierung der Finanzdienstleistungsbranche beschreibt. Unter der Sammelbezeichnung FinTech werden in der Regel Finanzdienstleistungen verstanden, die mittels digitaler Infrastruktur neuartige Angebotsformen und Abwicklungsprozesse in klassischen Bereichen des Bankgeschäfts etablieren. So wird zum Beispiel der Zahlungsverkehr per Smartphone abgewickelt oder Kredite online abgeschlossen. Die Digitalisierungsprozesse umfassen den vereinfachten Zugang für Endnutzer via Internet oder mobile Apps, erhöhte Abwicklungsgeschwindigkeit, Kostensenkung, starke Serviceorientierung und hohen Komfort, Transparenz sowie die Ausnutzung von Netzwerkeffekten.

Laut Statistas Digital Market Outlook gliedert sich der FinTech-Markt in die Segmente Digital Payments, Alternative Financing, Alternative Lending und Personal Finance.
Transaktionsvolumen (kumulierte Einzeltransaktionswerte):

Neben den positiven Prognosen beim Transaktionsvolumen sind auch die Erwartungen bei den Nutzerzahlen und beim durchschnittlichen Transaktionsvolumen pro Nutzer überwiegend steigend.

Mit alternativen Finanzierungsformen lassen sich über das Crowdfunding unterschiedliche Projekte verwirklichen. Das Wort Crowdfunding ist ein Kofferwort aus den englischen Wörtern "Crowd" ("Menschenmenge") und "Funding" ("Finanzierung"). Im Deutschen wird Crowdfunding manchmal auch als "Schwarmfinanzierung" bezeichnet. Die Idee hinter dem Konzept ist, dass durch das Einsammeln vieler kleinerer Geldbeträge von diversen Personen via Internet der größere Finanzierungsbedarf von Personen bzw. Unternehmen oder für Projekte gedeckt wird. Das Projektvolumen von Crowdfunding-Plattformen in Österreich lag im Jahr 2017 bei 28,82 Millionen Euro und setzte sich folgendermaßen zusammen:

  • Belohnung/Reward (auch Crowdsupporting): 1,97 Millionen Euro
    Innovative oder kreative Projekte werden gefördert für eine Gegenleistung (Belohnung) in unterschiedlicher (im)materieller Form.
  • Eigenkapital/Beteiligung (auch Crowdinvesting): 1,11 Millionen Euro
    Investoren werden bei Projekten selbst zu Miteigentümern und haben Anspruch auf regelmäßige Gewinnbeteiligung und eine Beteiligung an der Unternehmenswertsteigerung bzw. am Verkaufspreis. Dafür tragen sie unternehmerisches Risiko. Primär besteht hierbei Interesse an der Rendite.
  • Eigenkapitalähnlich/Hybrid: 14,32 Millionen Euro
    Die Eigenschaften von kreditbasiertem und eigenkapitalbasiertem Crowdfunding verschmelzen. Meist handelt es sich um kreditbasiertes Crowdfunding mit einer zusätzlichen, sonst nur Eigenkapitalgebern zustehenden Komponente, etwa die Beteiligung am Unternehmensgewinn.
  • Fremdkapital/Anleihe (auch Crowdlending): 11,05 Millionen Euro
    Investoren werden zu Kreditgebern eines Unternehmens und tragen somit auch dessen Bonitätsrisiko. Üblich ist eine jährliche Zinsanzahlung. Eine Kapitalrückzahlung wird bei den meisten Projekten für das Laufzeitende angesetzt. Das Rendite-Interesse steht im Fokus.
  • Unterstützung/Spende (Crowddonating): 0,37 Millionen Euro
    Spendengelder werden für Projekte gesammelt, ohne dass den Spendern bzw. Unterstützern ein Anspruch auf finanzielle oder materielle Gegenleistung entsteht.
Im Jahr 2017 waren in Österreich 18 Crowdfunding-Plattformen mit Projekten am Markt vertreten. Das höchste Projektvolumen hatte Conda mit 5,87 Millionen Euro, gefolgt von dagobertinvest mit 5,26 Millionen Euro und Homerocket mit 3,9 Millionen Euro. Gemessen am Projektvolumen hatten diese drei Plattformen damit im Jahr 2017 einen Marktanteil von über 50 Prozent. Insgesamt wurden 2017 in Österreich 246 Projekte abgewickelt. Das größte Crowdfunding-Projekt in Österreich war mit einem Projektvolumen von 1,2 Millionen Euro "COOEE alpin Hotels" aus dem Tourimus-Bereich, das über die Plattform Conda durchgeführt wurde und 417 Investoren hatte. Insbesondere Crowdfunding-Projekte aus dem Immobilien-Bereich waren im Jahr 2017 beliebt. Das größte Immobilien-Crowdfunding-Projekt Österreichs war "Brigittenauer Lände 42, 1200 Wien" (Plattform: Rendity) mit einem Volumen von 800.000 Euro. Das Gesamtvolumen der 15 größten Immobilien-Crowdfunding-Projekte belief sich auf 7,2 Millionen Euro.

Digitale Technologien sind in österreichischen Unternehmen ein relevantes Thema. Für 63 Prozent der mittelständischen Unternehmen der Branche Finanz- und andere Dienstleistungen spielen digitale Technologien für ihr Geschäftsmodell eine mittelgroße bis sehr große Rolle. 61 Prozent der Unternehmen bewerten die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft für sich als Chance. 87 Prozent der Finanzunternehmen erwarten, dass die Bedeutung digitaler Technologien für ihr Geschäftsmodell in den kommenden fünf Jahren leicht bzw. deutlich steigen wird.

Für Bankkunden gewinnen Internet- und mobile Banking zunehmend an Bedeutung. Eine Befragung unter Privatkunden von Banken in Österreich im Jahr 2015 ergab, das 72 Prozent die Internetpräsenz ihrer Bank zur Informationsbeschaffung nutzten. 65 Prozent nahmen auf diesem Wege Serviceleistungen und 59 Prozent Beratung in Anspruch. 47 Prozent tätigten über den Online-Auftritt auch Abschlüsse. Das mobile Banking liegt in seiner Bedeutung noch hinter der Internetpräsenz. So nutzen 2015 nur 36 Prozent der Privatkunden eine Banking-App auf ihrem Smartphone.

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FinTech in Österreich - Wichtige Statistiken

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