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Statistiken zur Armut in Deutschland

Im Jahr 2018 waren in Deutschland 18,7 Prozent der Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut und ist definiert als Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von weniger als 60 Prozent des Bundesmedians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Privathaushalten. Das Äquivalenzeinkommen ist ein auf der Basis des Haushaltsnettoeinkommens berechnetes bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen je Haushaltsmitglied. Es wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen und ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der "neuen OECD-Äquivalenzskala" bestimmt wird. Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. Wer in Deutschland weniger als 14.109 Euro im Jahr verdient, gilt nach dem Stand des Jahres 2019 als armutsgefährdet.

Kampf gegen Armut - Finanzielle Hilfen durch den Staat

Um eine Mindestsicherung der Menschen in Deutschland zu gewährleisten, gibt es ein System finanzieller Hilfeleistungen des Staates. Dazu gehört die Grundsicherung für Arbeitssuchende. Das Arbeitslosengeld II (Alg II) stellt die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Hilfebedürftige nach dem SGB II dar und wurde durch das Hartz-IV-Gesetz am Anfang des Jahres 2005 mit der Zusammenlegung der ehemaligen Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe neu geschaffen. Das Alg II können alle erwerbsfähigen leistungsberechtigten Personen im Alter von 15 Jahren bis zur gesetzlich festgelegten Altersgrenze zwischen 65 und 67 Jahren erhalten. Sozialgeld erhalten nicht erwerbsfähige Leistungsbedürftige, wenn in ihrer Bedarfsgemeinschaft mindestens ein erwerbsfähiger Hilfebedürftiger lebt. Arbeitslosengeld II und Sozialgeld sind Leistungen nach dem SGB II, die eine Grundsicherung des Lebensunterhaltes gewährleisten sollen. Die Personen in Bedarfsgemeinschaften (hierzu gehören die Leistungsberechtigten nach dem SGB II und die nicht Leistungsberechtigten) werden umgangssprachlich oft als Hartz-IV-Empfänger bezeichnet. Im Jahr 2020 erhielten in Deutschland rund 5,5 Millionen Menschen Leistungen nach dem SGB II. Der Regelsatz beträgt aktuell 446 Euro (Stand Januar 2021). Im Jahr 2020 gab es durchschnittlich ca. 816.000 Langzeitarbeitslose in Deutschland. Eine weitere Leistung ist die Sozialhilfe, die als Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen und als Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII) dient. Des Weiteren fallen Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) unter die soziale Mindestsicherung.

Armut unter Kindern und im Alter

Betroffen von Armut sind oft auch Kinder und ältere Menschen. Im Jahr 2019 betrug die Armutsgefährdungsquote von Kindern unter 18 Jahren in Deutschland 20,5 Prozent. Unter den Personen ab 65 Jahren waren zu diesem Zeitpunkt 15,7 Prozent von relativer Einkommensarmut betroffen. Bei einer negativen Entwicklung des Arbeitsmarktes wird die Armutsgefährdungsquote in den Jahren von 2031 bis 2036 auf 21,7 Prozent prognostiziert.

Endstation Straße? - Obdachlose in Deutschland

Wer in Deutschland nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt, gilt als wohnungslos. Es gibt bisher jedoch noch keine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Berichterstattung, deswegen legt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) regelmäßig eine Schätzung zur Zahl der Wohnungslosen vor. Ein Gesetzentwurf, der eine solche Erfassung ermöglichen soll, wurde am 25. September 2019 vom Bundeskabinett beschlossen. Er sieht unter anderem die Einführung einer Statistik von untergebrachten wohnungslosen Personen (Wohnungslose, die Leistungen zur Unterbringung in Anspruch nehmen) zum Stichtag des 31. Januar eines jeweiligen Jahres ab 2022 durch das Statistische Bundesamt vor. Für das Jahr 2018 schätzt die BAG Wohnungslosenhilfe die Anzahl der Wohnungslosen in Deutschland auf rund 678.000 Menschen. 441.000 davon sind anerkannte Flüchtlinge, die in Flüchtlingsunterkünften trotz Statuswechsel (vom Asylbewerber zum Flüchtling) zur Unterbringung geduldet werden, weil sie noch nicht über eine Wohnung verfügen. Unter den nicht geflüchteten Personen wird der Anteil der wohnungslosen Personen mit Migrationshintergrund ohne deutsche Staatsangehörigkeit auf rund 29 Prozent geschätzt. Gründe für den Wohnungsverlust sind unter anderem Räumung, meistens wegen Mietschulden oder Kündigung durch den Vermieter.


Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Armut in Deutschland" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Soziale Mindestsicherung

Kinder- und Altersarmut

Obdach- und Wohnungslosigkeit

Armut im internationalen Vergleich

Interessante Statistiken

In den folgenden 6 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten {amountStatistics} Statistiken aus dem Thema "Armut in Deutschland".

Armut in Deutschland

Dossier zum Thema

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Statistiken zur Armut in Deutschland

Im Jahr 2018 waren in Deutschland 18,7 Prozent der Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut und ist definiert als Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von weniger als 60 Prozent des Bundesmedians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Privathaushalten. Das Äquivalenzeinkommen ist ein auf der Basis des Haushaltsnettoeinkommens berechnetes bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen je Haushaltsmitglied. Es wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen und ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der "neuen OECD-Äquivalenzskala" bestimmt wird. Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. Wer in Deutschland weniger als 14.109 Euro im Jahr verdient, gilt nach dem Stand des Jahres 2019 als armutsgefährdet.

Kampf gegen Armut - Finanzielle Hilfen durch den Staat

Um eine Mindestsicherung der Menschen in Deutschland zu gewährleisten, gibt es ein System finanzieller Hilfeleistungen des Staates. Dazu gehört die Grundsicherung für Arbeitssuchende. Das Arbeitslosengeld II (Alg II) stellt die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Hilfebedürftige nach dem SGB II dar und wurde durch das Hartz-IV-Gesetz am Anfang des Jahres 2005 mit der Zusammenlegung der ehemaligen Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe neu geschaffen. Das Alg II können alle erwerbsfähigen leistungsberechtigten Personen im Alter von 15 Jahren bis zur gesetzlich festgelegten Altersgrenze zwischen 65 und 67 Jahren erhalten. Sozialgeld erhalten nicht erwerbsfähige Leistungsbedürftige, wenn in ihrer Bedarfsgemeinschaft mindestens ein erwerbsfähiger Hilfebedürftiger lebt. Arbeitslosengeld II und Sozialgeld sind Leistungen nach dem SGB II, die eine Grundsicherung des Lebensunterhaltes gewährleisten sollen. Die Personen in Bedarfsgemeinschaften (hierzu gehören die Leistungsberechtigten nach dem SGB II und die nicht Leistungsberechtigten) werden umgangssprachlich oft als Hartz-IV-Empfänger bezeichnet. Im Jahr 2020 erhielten in Deutschland rund 5,5 Millionen Menschen Leistungen nach dem SGB II. Der Regelsatz beträgt aktuell 446 Euro (Stand Januar 2021). Im Jahr 2020 gab es durchschnittlich ca. 816.000 Langzeitarbeitslose in Deutschland. Eine weitere Leistung ist die Sozialhilfe, die als Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen und als Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII) dient. Des Weiteren fallen Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) unter die soziale Mindestsicherung.

Armut unter Kindern und im Alter

Betroffen von Armut sind oft auch Kinder und ältere Menschen. Im Jahr 2019 betrug die Armutsgefährdungsquote von Kindern unter 18 Jahren in Deutschland 20,5 Prozent. Unter den Personen ab 65 Jahren waren zu diesem Zeitpunkt 15,7 Prozent von relativer Einkommensarmut betroffen. Bei einer negativen Entwicklung des Arbeitsmarktes wird die Armutsgefährdungsquote in den Jahren von 2031 bis 2036 auf 21,7 Prozent prognostiziert.

Endstation Straße? - Obdachlose in Deutschland

Wer in Deutschland nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt, gilt als wohnungslos. Es gibt bisher jedoch noch keine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Berichterstattung, deswegen legt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) regelmäßig eine Schätzung zur Zahl der Wohnungslosen vor. Ein Gesetzentwurf, der eine solche Erfassung ermöglichen soll, wurde am 25. September 2019 vom Bundeskabinett beschlossen. Er sieht unter anderem die Einführung einer Statistik von untergebrachten wohnungslosen Personen (Wohnungslose, die Leistungen zur Unterbringung in Anspruch nehmen) zum Stichtag des 31. Januar eines jeweiligen Jahres ab 2022 durch das Statistische Bundesamt vor. Für das Jahr 2018 schätzt die BAG Wohnungslosenhilfe die Anzahl der Wohnungslosen in Deutschland auf rund 678.000 Menschen. 441.000 davon sind anerkannte Flüchtlinge, die in Flüchtlingsunterkünften trotz Statuswechsel (vom Asylbewerber zum Flüchtling) zur Unterbringung geduldet werden, weil sie noch nicht über eine Wohnung verfügen. Unter den nicht geflüchteten Personen wird der Anteil der wohnungslosen Personen mit Migrationshintergrund ohne deutsche Staatsangehörigkeit auf rund 29 Prozent geschätzt. Gründe für den Wohnungsverlust sind unter anderem Räumung, meistens wegen Mietschulden oder Kündigung durch den Vermieter.


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