Der Handel deutscher Firmen mit dem Iran ist zuletzt stark zurückgegangen. Das zeigt die Statista Infografik mit Daten des Statistischen Bundesamts. So sanken die Exporte in die Islamische Republik im Zeitraum von Januar bis November 2025 unter die Marke von einer Milliarde Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Jan.-Nov. 2024) ist das ein Minus von 24 Prozent. Wie die Grafik weiterhin zeigt, zählten politische Maßnahmen wie Importrestriktionen und Sanktionen zu den Ursachen für den Rückgang der deutschen Exporte in den Iran.
In der Mitte der 1990er‑Jahre geriet der Iran jedoch zunächst in eine schwere Wirtschafts‑ und Schuldenkrise: hohe Inflation, Devisenmangel und neue Importbeschränkungen schwächten die Kaufkraft des Landes und ließen die Nachfrage nach deutschen Exportgütern deutlich sinken. Mit Beginn des Atomstreits folgten ab 2006 schrittweise internationale Sanktionen; insbesondere die Verschärfung der EU‑Sanktionen gegen die Finanz‑, Energie‑ und Transportsektoren schränkte das Iran‑Geschäft deutscher Unternehmen stark ein und führten zu einem deutlichen Rückgang der Ausfuhren.
Mit dem Atomabkommen JCPOA und seiner Umsetzung Anfang 2016 wurden viele nuklearbezogene UN‑ und EU‑Sanktionen vorübergehend ausgesetzt, wodurch sich der rechtliche Rahmen für deutsche Exporteure entspannte und neue Projekte möglich wurden. Der Ausstieg der USA aus dem JCPOA 2018 und die Reaktivierung umfassender US‑Sekundärsanktionen ließen diese Öffnung jedoch schnell enden. In der Folge zogen sich zahlreiche deutsche Firmen wieder aus den Geschäften mit dem Iran zurück.
Mit dem erneuten „Snapback“ der UN‑ und EU‑Sanktionen 2025 verschärften sich die Handels‑ und Finanzbeschränkungen erneut und verstärkten den Rückgang der deutschen Exporte. Snapback bezeichnet den im Atomabkommen verankerten Mechanismus, mit dem bei schweren Vertragsverstößen Irans zuvor ausgesetzte UN‑Sanktionen automatisch wieder in Kraft gesetzt werden können, wenn der Sicherheitsrat sie nicht aktiv verhindert.


















