Wer im Job stark bzw. häufig unter Druck steht, glaubt seltener, dass sich Leistung lohnt. In Deutschland haben 50 Prozent dieser Beschäftigten hier mit "Ja" oder "Eher ja" geantwortet. Unter weniger oder nicht unter Druck arbeitenden Befragten denken dagegen insgesamt 64 Prozent der Befragten, dass sich Leistung im Job (eher) auszahlt. Gleichzeitig steigt bei hoher Belastung der Anteil der Skeptiker: 44 Prozent antworten auf die Frage, ob sich Leistung im Job lohne, „eher nein“ oder „nein“. Bei den Befragten, die eher weniger oder nicht unter Druck arbeiten, sind es dagegen nur 34 Prozent. Insgesamt zeigt sich ein gespaltenes Bild, bei dem die Stimmung bei hoher Arbeitsintensität in Richtung Zweifel kippt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Statista+ unter Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Deutschland zum Thema Arbeitszeit versus Lebenszeit.
Das Umfrageergebnis deutet auf ein strukturelles Problem hin. Anhaltender Druck könnte die Motivation untergraben und langfristig die Leistungsbereitschaft senken. Denn wer viel Druck erlebt, erlebt oft hohe Anforderungen, wenig Kontrolle und wenig Anerkennung. Daraus kann sich der Glaubenssatz entwickeln „Ich gebe viel und bekomme zu wenig zurück“. Unternehmen wären in diese Fällen gefordert, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Einsatz wieder als lohnend wahrgenommen wird.
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage von Statista+: Für viele Beschäftigte in Deutschland ist eine Reduzierung der Arbeitszeit bereits Realität oder zumindest eine konkrete Option. Insgesamt 66 Prozent der Befragten geben an, ihre Arbeitszeit bereits reduziert zu haben, dies zu planen oder es sich vorstellen zu können. Demgegenüber stehen 34 Prozent, für die eine Arbeitszeitverkürzung aktuell nicht infrage kommt. Außerdem zeigt sich: Qualität und Sorgfalt gelten in Deutschland als wichtigster Erfolgsfaktor im Beruf. 70 Prozent der Befragten schreiben diesen Aspekten einen starken Einfluss zu. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Fähigkeit, eigene Leistungen sichtbar zu machen mit 63 Prozent sowie gute Beziehungen zu Vorgesetzten mit 60 Prozent.
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