Stromausfälle können in Deutschland eine Reihe von Ursachen haben. Neben der großen Gruppe der sonstigen Anlässen, zu denen etwa Fehlbedienungen der Strominfrastruktur oder ungeklärte Ursachen zählen, sind nach Angaben der Bundesnetzagentur Ausfälle sehr häufig, die in den Zuständigkeitsbereich der Netzbetreiber fallen. Hierzu zählen etwa Kabel- oder Leitungsfehler. Danach folgen so genannte Einwirkungen Dritter. Dies können Baggerarbeiten und Verkehrsunfälle sein oder aber auch Sabotageakte und terroristische Anschläge. Der derzeitige großflächige Stromausfall in Berlin zählt etwa hierzu. Vergleichsweise selten sind dagegen Höhere Gewalt (Extremwettereignisse, Erdbeben), atmosphärische Einwirkungen (Blitzschlag, Sturm, Schnee, Eis), Rückwirkungsstörungen durch Kurzschlüsse oder aber Zählerwechsel.
Jeder deutsche Stromverbraucher war im vergangenen Jahr im Schnitt 11,6 Minuten vom Netz getrennt. Die Ausfälle im Niederspannungsnetz waren dabei mit 2,4 Minuten noch deutlich geringer als im Mittelspannungsnetz (9,2 Minuten). Typische Verbraucher im Niederspannungsnetz sind Haushalte und Gewerbebetriebe, mit Mittelspannung werden dagegen zum Beispiel Industrieunternehmen und kleinere Kraftwerke versorgt.
Die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen sind im Jahresmittel besonders stark von Stromausfällen betroffen. Brandenburg und Sachsen-Anhalt weisen dabei im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2024 besonders hohe Werte von deutlich über 20 Minuten auf. Hessen und das Saarland liegen mit Zeiten von unter zehn Minuten am unteren Ende des Bundesländervergleichs. Das aktuell von einem relativ weiträumigen Stromausfall betroffene Berlin liegt dagegen mit rund 13 Minuten im Mittelfeld.













