Die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen sind im Jahresmittel besonders stark von Stromausfällen betroffen. Das zeigt die Statista-Infografik mit Daten der Bundesnetzagentur. Brandenburg und Sachsen-Anhalt weisen dabei im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2024 besonders hohe Werte von deutlich über 20 Minuten auf. Hessen und das Saarland liegen mit Zeiten von unter zehn Minuten am unteren Ende des Bundesländervergleichs. Das aktuell von einem relativ weiträumigen und lang andauernden Stromausfall betroffene Berlin liegt dagegen im genannten Zeitraum mit rund 13 Minuten im Mittelfeld.
Der aktuelle Berliner Stromausfall infolge eines Anschlags auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf war den Angaben zufolge der längste der Nachkriegsgeschichte der Hauptstadt. Seit Samstagmorgen waren zeitweise 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe ohne Strom. Das Jahr 2026 könnte daher im Falle Berlins zu einem Ausreißer in der Statistik der Bundesnetzagentur avancieren.
Bei den Zeiten ist zu beachten, dass diese nicht ganz deckungsgleich mit den geographischen Grenzen der jeweiligen Bundesländer sind. Hat ein Netzbetreiber beispielsweise ein Netzgebiet, das sich in mehr als einem Bundesland befindet, werden die Versorgungsunterbrechungen von der Bundesnetzagentur dem Bundesland zugerechnet, in dem der Netzbetreiber seinen Firmensitz hat.
Stromausfälle haben in Deutschland verschiedene Ursachen. Besonders häufig sind nach Angaben der Bundesnetzagentur Ausfälle, die in den Zuständigkeitsbereich der Netzbetreiber fallen. Hierzu zählen etwa Kabel- oder Leitungsfehler. An zweiter Stelle folgen Einwirkungen Dritter. Dies können Baggerarbeiten und Verkehrsunfälle sein oder aber auch Sabotageakte und terroristische Anschläge. Vergleichsweise selten sind dagegen Höhere Gewalt (Extremwettereignisse, Erdbeben), atmosphärische Einwirkungen (Blitzschlag, Sturm, Schnee, Eis), Rückwirkungsstörungen durch Kurzschlüsse oder aber Zählerwechsel.
Jeder deutsche Stromverbraucher war im vergangenen Jahr im Schnitt 11,6 Minuten vom Netz getrennt. Die Ausfälle im Niederspannungsnetz waren dabei mit 2,4 Minuten noch deutlich geringer als im Mittelspannungsnetz (9,2 Minuten). Typische Verbraucher im Niederspannungsnetz sind Haushalte und Gewerbebetriebe, mit Mittelspannung werden dagegen zum Beispiel Industrieunternehmen und kleinere Kraftwerke versorgt.












