In kaum einem anderen Bundesland kann die SPD so auf die Unterstützung der Bürger:innen zählen wie in Hamburg. Seit Ende des zweiten Weltkriegs waren die Sozialdemokrat:innen nur in vier Legislaturperioden nicht Teil der Regierung, bei 18 der bisher 22 Bürgerschaftswahlen wurde die SPD zur stärksten Kraft gewählt. Ihr bestes Ergebnis erzielte die Partei 1966 mit rund 59 Prozent der Stimmen. Sechsmal gelang es der SPD ohne Koalitionsbündnis zu regieren – zuletzt von 2011 bis 2015.
In jüngster Zeit zeigte sich die Partei um Bürgermeister Peter Tschentscher jedoch weniger souverän. Aus der letzten Bürgerschaftswahl im Jahr 2020 ging sie zwar als Sieger hervor, allerdings nur mit 39,2 Prozent der Stimmen und damit rund 6,4 Prozentpunkten weniger als 2015. Grund dafür ist die wachsende Bedeutung grüner Politik im Stadtstaat, die sich vor allem im Wahlverhalten der Jung- und Erstwählenden widerspiegelt. Die Grünen konnten ihren Stimmanteil 2020 im Vergleich zur 21. Wahl etwa verdoppeln und waren damit in der Koalitionsbildung zum zweiten Mal in Folge der quasi-unvermeidbare Partner der SPD.
Und das Rot-Grün-Bündnis scheint in den Augen der Hamburger:innen auch gute Arbeit zu leisten. Laut ARD HamburgTrend aus dem Februar 2025 sind 49 Prozent der befragten Wahlberechtigten zufrieden mit der Arbeit des Senats - zehn Prozent sogar sehr zufrieden. Hamburgs Landesregierung gehört damit neben der Schleswig-Holsteins zu denen mit der höchsten Zustimmung in Deutschland. Ähnlich großen Zuspruch erfährt auch der amtierende Bürgermeister und Scholz-Vertraute Peter Tschentscher. Aktuelle Wahlprognosen sehen die SPD bei der Bürgerschaftswahl 2025 mit 32 Prozent zwar immer noch als stärkste Partei, historisch gesehen wäre das jedoch ein schwaches Ergebnis für die Sozialdemokrat:innen.