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Kernkraft in Frankreich

Atomkraft ist heute eine der bedeutendsten Energiequellen Frankreichs. Allein im Jahr 2020 machte Kernenergie rund 70 Prozent allen erzeugten Stroms aus und stellte zugleich mit rund 200.000 Arbeitsplätzen auch die drittgrößte Industrie der Nation. Pläne zum Ausbau der Kernenergie scheinen daher zunächst nicht vollkommen verwunderlich, gilt diese doch auch als Garant nationaler Unabhängigkeit, da das Land andernfalls mangels eigener Ressourcen stark auf seine Nachbarn und Handelspartner angewiesen wäre. Bis zum Jahr 2050 soll sich daher die Zahl der Kraftwerke um 14 Neubauten vergrößern, sechs dieser Projekte sind bereits (Stand: Februar 2022) genehmigt.

Atomkraft zwischen Korrosion und Klima-Zielen

Im Sommer 2022 waren nur etwa 29 der insgesamt 56 landesweiten Atomkraftwerke Frankreichs tatsächlich in Betrieb. Grund hierfür waren unter anderem laufzeitbedingte Schäden wie Korrosion; betroffene Einrichtungen wurden daher wartungsbedingt vom Netz genommen. Darüber hinaus machte vielen AKWs auch die ungewöhnliche Hitze stark zu schaffen, da durch die erhöhte Außentemperatur die Kühlflüsse derart stark erwärmt wurden, dass sie ihrer eigentlichen Funktion nicht oder nur unzureichend nachkommen konnten.
Ein weiteres Problem stellt der Mangel geeigneter Fachkräfte dar: Viele junge Leute entscheiden sich mittlerweile gegen eine Karriere innerhalb der Nuklearindustrie, nicht zuletzt auch, da allgemein in der Bevölkerung die Popularität erneuerbarer Energien immer weiter anzusteigen scheint. Zwar sollen diese wiederum bis voraussichtlich 2040 etwa 40 bis 50 Prozent des Gesamtverbrauchs im Land decken, doch bislang konnten trotz steten Ausbaus die entsprechenden Mindestvorgaben der EU hinsichtlich des Anteils erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch nicht erreicht werden. Insgesamt machten im Jahr 2020 erneuerbare Energien lediglich knapp über 19 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs in Frankreich aus. Eine baldige oder gar vollständige Abkehr von der Kernenergie scheint daher bislang noch unwahrscheinlich.

Nachhaltigkeit durch radioaktives Recycling

Zu den wichtigsten Argumenten für Erhalt und Ausbau der Kernenergie in Frankreich zählt unter anderem das Bestreben, die vorgefassten Klimaziele zu erreichen. So sollen durch neue Kraftwerke unter anderem die Energieverluste aus dem Abbau der Kohlekraft abgefangen und zugleich die CO2-Bilanz des Landes langfristig verbessert werden. Zudem soll sich der Entsorgungsproblematik hinsichtlich des anfallenden Atommülls mit einer gänzlich neuen Methode genähert werden: Recycling. Im hierfür bisher entwickelten Verfahren werden Protonen in einen Teilchenbeschleuniger geschossen, um anschließend in einem speziell auf diesen Prozess ausgerichteten Kernreaktor den Atommüll durch Neutronen in weniger gefährliche Bestandteile aufspalten zu können. Ziel der Prozedur stellt unter anderem eine Reduktion von Lagerumfang und –dauer dar, auch wenn das Verfahren selbst sich für die Kraftwerke derzeit noch nicht als sonderlich wirtschaftlich erweist. Daher konzentrieren sich die Bemühungen der Industrie auch in zunehmendem Maße auf die Errichtung eines Endlagers. Als geeigneter Kandidat galt dabei lange Zeit die kleine Gemeinde Bure, in der es bislang jedoch tatsächlich nur zur Errichtung eines unterirdischen Zwischenlagers kam. Die Suche nach einer Endlösung bleibt somit vorerst weiterhin offen. Ebenso unklar bleibt zudem, ob Frankreich aufgrund des Ukraine-Kriegs künftig möglicherweise auf Uranimporte aus Russland verzichten oder diese einschränken wird.

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