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Tropischer Regenwald weltweit

Als Regenwald bezeichnet man Wälder, in denen es sehr feucht ist: Im Jahresmittel gibt es in Regenwäldern meist mehr als 2.000 mm Niederschlag (zum Vergleich: In Deutschland gab es 2019 nur 735 mm Niederschlag). Liegt ein Regenwald in den Tropen, spricht man von einem tropischen Regenwald. Es gibt auch Regenwälder außerhalb der Tropen, zum Beispiel in Nordamerika oder in Neuseeland. Insgesamt sind etwa 45 Prozent aller Wälder der Erde tropische Wälder. Gemeinsam bedecken sie rund 13 Prozent der Landfläche der Erde oder 18 Millionen Quadratkilometer. Etwa zehn bis 13 Millionen Quadratkilometer hiervon sind tropische Regenwälder (es gibt in den Tropen auch andere Wälder, zum Beispiel Trockenwälder).

Fakten und Zahlen zum Regenwald

  • Tropische Regenwälder findet man in Süd- und Mittelamerika, in Afrika, in Südostasien und in Ozeanien. Die drei größten Regenwaldregionen der Erde sind: das Amazonasbecken in Südamerika, das Kongobecken in Zentralafrika und die Regenwälder von Nordost-Australien und Neuguinea. 78 Prozent der tropischen Wälder der Erde liegen in diesen drei Gebieten.
  • Schätzungsweise siebzig Länder der Erde verfügen über tropische Regenwälder auf ihrem Staatsgebiet. Brasilien besitzt die größte Fläche Regenwald, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo, Indonesien, Peru und Kolumbien.
  • Alle tropischen Regenwälder zeichnen sich durch ein extrem hohes Maß an Artenreichtum aus. Etwa 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten leben hier – obwohl nur zirka sieben Prozent der Landfläche der Erde mit tropischem Regenwald bedeckt sind. Auf einem Hektar Regenwald stehen bis zu 280 verschiedene Baumarten (in Deutschland gibt es insgesamt gerade einmal 90 verschiedene Baumarten). Die fünf Länder mit den meisten verschiedenen Baumarten besitzen jeweils große Flächen an tropischem Regenwald.
  • Menschen profitieren ganz unmittelbar von der Biodiversität der Regenwälder. Obwohl erst etwa ein Prozent aller Regenwaldpflanzen auf ihre medizinische Verwendbarkeit getestet wurde, entstammen 25 Prozent der Bestandteile unserer Medikamente Regenwaldpflanzen. Und schätzungsweise 80 Prozent der Lebensmittel, die wir essen, kommen ursprünglich aus dem Regenwald, inklusive Schokolade, Kaffee und Tomaten.


Der größte Regenwald der Erde: der Amazonasregenwald

Der Amazonasregenwald ist ein Naturraum der Superlative: Im Jahr 2020 erstreckte er sich über die gigantische Fläche von 526 Millionen Hektar. Wäre der Amazonasregenwald ein Land, wäre er das neuntgrößte der Welt. Er wird durchquert vom Amazonas, dem zweitlängsten Fluss der Welt und größtem Fluss nach Wasservolumen, und bedeckt rund ein Drittel Südamerikas. Fast zwei Drittel seiner Fläche liegen in Brasilien. Aber auch Peru, Kolumbien, Venezuela, Bolivien, Guyana, Surinam, Ecuador und Französisch-Guyana haben Anteile am Amazonasregenwald. Von den rund 34 Millionen Bewohnern der Amazonasregion leben etwa 65 Prozent in Städten. Die Zahl der indigenen Bewohner wird auf knapp drei Millionen geschätzt. Nicht zuletzt ist der Amazonasregenwald Heimat für eine unglaubliche Anzahl an Tieren und Pflanzen: Rund 40.000 verschiedene Baumarten, 427 Säugetierarten, 1.300 Vogelarten, 378 Reptilienarten, mehr als 400 Amphibienarten und rund 2,5 Millionen Insektenarten leben hier. Alleine im Zeitraum 1999 bis 2015 wurden 1.155 neue Pflanzenarten und 1.045 neue Tierarten entdeckt.

Der zweitgrößte Regenwald der Erde: der Regenwald des Kongobeckens

Der Kongo ist der zweitgrößte Fluss der Erde nach Wasservolumen. Er durchfließt ein etwa 369 Millionen Hektar großes Gebiet, das als Kongobecken bezeichnet wird. Große Flächen des Kongobeckens sind mit dichtem tropischen Regenwald bewachsen. Insgesamt erstrecken sich diese Wälder über 168 Millionen Hektar. Sechs Länder im Kongobecken werden für gewöhnlich mit dem Kongoregenwald assoziiert: Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, die Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo, Äquatorialguinea und Gabun. Von diesen sechs Ländern hat die Demokratische Republik Kongo den größten Anteil am Regenwald. Es gibt in Afrika noch weitere Regenwälder, aber der Kongoregenwald ist mit Abstand der größte Regenwald Afrikas. Er verfügt über eine hohe Biodiversität, die mehr als 600 verschiedene Baumarten und 10.000 Tierarten beinhaltet: darunter viele vom Aussterben bedrohte Säugetierarten wie Waldelefanten, Gorillas, Schimpansen und Leoparden.

Verlust von Regenwaldflächen

Große Flächen tropischen Regenwaldes werden jährlich zerstört – nach Analysen von Satellitendaten sind es im Schnitt um die drei Millionen Hektar pro Jahr. Nach einem dramatischen Anstieg im Jahr 2016 schien der Waldverlust in den letzten Jahren wieder abzunehmen. Im Jahr 2020 lag die verlorene Fläche allerdings bei 4,21 Millionen Hektar – das ist einer der höchsten registrierten Werte. Brasilien, die Demokratische Republik Kongo und Bolivien waren 2020 die Länder mit dem höchsten Regenwaldverlust weltweit. Der Regenwald Brasiliens gilt schon lange als extrem bedroht: Zwischen 1970 und 2018 sind mehr als zwanzig Prozent des brasilianischen Regenwaldes verschwunden. Seit dem 1. Januar 2019 wird Brasilien zudem von Präsident Jair Bolsonaro regiert, der sich explizit nicht zum Schutz des Regenwaldes bekennt. Im Jahr 2020 belief sich der brasilianische Verlust an Tropenwald auf die extrem große Fläche von 1,7 Megahektar. In Zentralafrika war der Verlust von Waldflächen dagegen lange relative niedrig. In den letzten Jahren zeichnete sich jedoch ab, dass sich hier der Rückgang tropischer Wälder stark beschleunigt.

Warum wird der Regenwald abgeholzt?

Der Verlust von Tropenwald geht in den meisten Fällen auf menschliche Aktivitäten zurück. Größter Verursacher in dabei die Landwirtschaft. In Südamerika muss Regenwald vor allem weichen, um Platz für Weideland zu schaffen. Auch der Anbau von Soja beansprucht hier immer mehr Raum. In Südostasien wird Regenwald gerodet, um Plantagen, zum Beispiel für Palmöl, anzulegen. Viele der in Südamerika und Südostasien produzierten Güter werden dabei nicht lokal konsumiert, sondern sind für den Weltmarkt bestimmt. In Zentralafrika hat der Waldverlust andere Hintergründe. Hier führen eher kleinbäuerliche Landwirtschaft, Brennholzbedarf und Verstädterung zu einem erhöhten Druck auf die tropischen Wälder.

Corona und Regenwald: Waldverlust in Zeiten der Pandemie

Ausgangsbeschränkungen, das Ausbleiben von Touristen und die fehlenden Präsenz von Autoritäten und NGOs haben 2020 zu einem vermehrten illegalen Holzeinschlag in Schutzgebieten geführt. Darüber hinaus vermuten Experten, dass längerfristige pandemiebedingte Veränderungen, zum Beispiel Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit, die Rückkehr von Menschen in den ländlichen Raum und unterbrochene Lieferketten, besonders in einkommensschwachen Ländern Auswirkungen auf die Wälder haben werden.

Regenwald und Klimawandel

In Anbetracht des Klimawandels hat der Schutz der Tropenwälder in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Tropische Wälder spielen im globalen Kohlenstoffkreislauf eine entscheidende Rolle: Weil sie eine sehr hohe Dichte an Bäumen und anderen Pflanzen aufweisen, sind hier besonders große Mengen an Kohlenstoff gebunden. Zum Beispiel bedecken afrikanische Regenwälder etwa 13 Prozent der afrikanischen Landmasse, hier liegen aber rund 90 Prozent des Kohlenstoffs, der in den Ökosystemen des Kontinents gespeichert ist. Wenn Tropenwald niedergebrannt oder abgeholzt wird, wird der Kohlenstoff freigesetzt und als Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre entlassen. Auf diese Weise trägt der Verlust von Regenwald zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes bei.

Insgesamt absorbieren die globalen Wälder wesentlich mehr CO2, als sie ausstoßen, sie sind sogenannte Kohlenstoffsenken. Allerdings ist dies nicht in allen Regionen mehr der Fall: Während der Regenwald des Kongobeckens noch eine stabile Kohlenstoffsenke ist, haben sich die tropischen Wälder Südostasiens bereits im Laufe der letzten Jahre aufgrund von Rodungen und Waldbränden zu einer Netto-Quelle von CO2-Emissionen entwickelt. Aktuell befindet sich der größte Regenwald der Erde, der Amazonas, an einem Scheidepunkt. Wenn sich der Verlust an Waldfläche in Südamerika weiter fortsetzt, wird sich auch der Amazonas zu einem Treiber des Klimawandels entwickeln.

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