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Naturgefahren: Vulkane, Erdbeben und Tsunamis

Wir wissen heute sehr viel über geophysikalische Naturkatastrophen. Dennoch und trotz unserer technischen Möglichkeiten sind Erdbeben und Vulkanausbrüche noch immer unberechenbare Bedrohungen. So waren Erdbeben die mit Abstand tödlichste Naturkatastrophe der letzten Jahre. Ihre Gefährlichkeit beruht nicht zuletzt darauf, dass heute mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben. Ressourcenknappheit und Platzmangel zwingen diese Menschen dazu, Räume zu besiedeln, die riskant sind: etwa die Hänge von Vulkanen oder flache Meeresküsten. Auch viele große Ballungszentren liegen in Gefahrenzonen. So befinden sich zum Beispiel die Millionen- und Küstenstädte Los Angeles und Istanbul auf regelrechten Pulverfässern: Beide Metropolen liegen in unmittelbarer Nähe tektonischer Bruchzonen, die praktisch jeder Zeit schwere Erdbeben und Tsunamis auslösen könnten.

VULKANE

  • Die meisten Vulkanausbrüche gibt es in... Indonesien. Dies liegt an der tektonischen Speziallage des asiatischen Inselstaates: Indonesien erstreckt sich entlang der kontinentalen Nahtstelle zwischen der Pazifischen Platte einerseits und den Kontinentalplatten von Indien-Australien und Eurasien andererseits. Die indonesischen Vulkane gehören zum sogenannten Pazifischen Feuering.


  • Menschen in Risikozonen: Einige Vulkane liegen so abgelegen, dass eine Eruption kaum registriert wird. So forderte einer der gewaltigsten Ausbrüche des 20. Jahrhunderts, der Ausbruch des Novarupta in Alaska 1912, nicht mehr als zwei Todesopfer, weil sich kaum Menschen in seiner Umgebung aufhielten. Das Umfeld anderer Vulkane ist dagegen dicht besiedelt. Das hat seine Gründe: Die Böden, die sich auf Lavagestein und Vulkanasche bilden, sind oft besonders fruchtbar. Rund ein Fünftel aller Menschen weltweit leben nach Schätzungen in der Nähe von Vulkanen. Zum Beispiel siedeln etwa 2,2 Millionen Menschen in einem Radius von nur zehn Kilometern um die sehr aktiven Phlegräischen Felder bei Neapel.


  • Die tödlichsten Vulkane: Starke Vulkanausbrüche sind zwar selten, kommt es aber zu einer signifikanten Eruption, können die Folgen verheerend sein. Bei einer der schlimmsten Vulkankatastrophen der jüngeren Zeit, dem Ausbruch des Nevado del Ruiz 1985 in Kolumbien, starben mehr als 23.000 Menschen in einer Nacht. Noch mehr Todesopfer forderte die Eruption des Mont Pelée auf Martinique im Mai 1902, der etwa 28.000 Menschen zum Opfer fielen. Dennoch wirken Vulkanausbrüche neben anderen Naturkatastrophen verhältnismäßig harmlos. Global betrachtet sind den zehn tödlichsten Vulkanausbrüchen in der Vergangenheit insgesamt knapp 100.000 Menschen zum Opfer gefallen. Zum Vergleich: Ähnliche Verlustzahlen werden einzelnen Erdbebenereignissen zugeschrieben, alleine das Erdbeben von Haiti im Jahr 2010 kostete mehr als 300.000 Menschenleben.


  • Vulkanische Winter und Supereruptionen: Zahlen zu den Folgen von Vulkanausbrüchen sind jedoch trügerisch, denn vulkanische Aktivitäten können weltumspannende Folgen haben, die sich schwer beziffern lassen. So tötete der Ausbruch des Tambora 1815 auf Indonesien nicht nur 11.000 Menschen, sondern führte zu einer weltweiten Kältewelle, zu Missernten und katastrophalen Hungersnöten. Auf dem Vulkanexplosivitätsindex (VEI), dem Maß für die Stärke eines Vulkanausbruchs, liegt der Tambora bei 7. Im Jahr 1991 schleuderte der Vulkan Pinatubo (Stärke 6) auf den Philippinen eine Aschewolke mehr als 30 Kilometer in die Stratosphäre - ein globaler Temperaturrückgang um 0,5 Grad Celsius war die Folge. Seit Menschen auf der Erde leben, gab es keinen Ausbruch mit einer Stärke 8. Eine solche Eruption hätte weltweit fatale Folgen. Potentielle Kandidaten für eine sogenannte Supereruption sind zum Beispiel ein Vulkan unter dem Yellowstone Park in den USA und die Phlegräischen Felder vor den Toren Neapels.


ERDBEBEN UND TSUNAMIS

  • Besonders oft bebt die Erde... in China. Und das mit dramatischen Folgen: Zwischen 1900 und 2016 starben in China mehr als 870.000 Menschen durch Erdbeben. Grundsätzlich treten Erdbeben am häufigsten an den Nahtstellen der Erde auf: Dort, wo die verschiedenen Kontinentalplatten aufeinanderstoßen. In China, genauer im Himalaja, treffen die Eurasische und die Indische Kontinentalplatte aufeinander. Die Indische Platte taucht dabei unter die Eurasische. Geologen nennen das eine Subduktion.


  • Die stärksten Erdbeben: Fast alle starken Erdbeben finden an Subduktionszonen statt. Man spricht dann von Megathrust-Beben. Häufig betroffen von Megathrust-Beben ist die Westküste Südamerikas. Hier schiebt sich die Nazca-Platte unter den südamerikanischen Kontinent. Entlang dieser Verwerfung fand im Mai 1960 das stärkste jemals gemessene Erdbeben statt, das Große-Chile-Erdbeben mit einer Magnitude von 9,5. Weitere folgenschwere Megathrust-Beben waren unter anderem das Tohuko-Beben im März 2011 (das die Nuklearkatastrophe von Fukushima verursachte) und das Beben von Sumatra, das die Tsunamikatastrophe 2004 auslöste. Auch das Chile-Beben 1960 führte zu einem Tsunami, der mit einer 25 Meter hohen Flutwelle die chilenische Küste verwüstete.


  • Das Worst-Case-Beben von Haiti: Nicht nur Subduktionszonen sind notorische Erdbebenzonen. Auch an anderen Plattengrenzen bebt immer wieder der Boden, wie zum Beispiel entlang des San-Andreas-Grabens in Kalifornien oder im Nordwesten der Türkei. In diesen Regionen bewegen sich zwei tektonische Platten seitwärts aneinander vorbei. Diese Art der Plattengrenze nennt man Transformstörung. Am 12. Januar 2010 löste eine Transformstörung eine Erdebenserie auf Haiti aus und hinterließ etwa 300.000 Tote, Millionen Obdachlose und eine katastrophale Zerstörung. Das Erdbeben gilt geologisch und humanitär als Worst-Case-Szenario. Die Folgen waren auch deshalb so gravierend, weil Gebäude und Infrastruktur nicht gut auf das Beben vorbereitet waren.


  • Tsunamis: Die tödlichsten Tsunamis des letzten Jahrhunderts ereigneten sich fast ausnahmslos im Pazifik. Allerdings sind Tsunamis keineswegs auf bestimmte Meeresgegenden beschränkt. Auch die europäischen Küsten erlebten schon mehrfach Tsunamis. Während ein häufiger Auslöser Erdbeben an kollidierenden Plattengrenzen sind, können genauso submarine Rutschungen, Vulkanausbrüche oder Meteoriteneinschläge Ursache für einen Tsunami sein. Der stärkste Tsunami (nach Wellenhöhe) der letzten Jahrhunderte entstand zum Beispiel in Alaska, als durch einen Bergrutsch Millionen Tonnen Gestein in eine Bucht stürzten. Erst im Jahr 2017 führte in Grönland ein Felssturz zur einem Tsunami mit bis zu 90 Meter hohen Wellen. Weil der Klimawandel zunehmend Berge in der Arktis destabilisiert, wird des ähnliche Ereignisse in Zukunft vermutlich immer häufiger geben.


Für weiterführende Informationen zu Naturkatastrophen empfehlen wir das Dossier Naturkatastrophen.

Wichtige Kennzahlen

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Vulkane

Erdbeben

Tsunamis

Gefährdete Städte

Weitere interessante Statistiken

Naturgefahren: Vulkane, Erdbeben und Tsunamis

Wir wissen heute sehr viel über geophysikalische Naturkatastrophen. Dennoch und trotz unserer technischen Möglichkeiten sind Erdbeben und Vulkanausbrüche noch immer unberechenbare Bedrohungen. So waren Erdbeben die mit Abstand tödlichste Naturkatastrophe der letzten Jahre. Ihre Gefährlichkeit beruht nicht zuletzt darauf, dass heute mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben. Ressourcenknappheit und Platzmangel zwingen diese Menschen dazu, Räume zu besiedeln, die riskant sind: etwa die Hänge von Vulkanen oder flache Meeresküsten. Auch viele große Ballungszentren liegen in Gefahrenzonen. So befinden sich zum Beispiel die Millionen- und Küstenstädte Los Angeles und Istanbul auf regelrechten Pulverfässern: Beide Metropolen liegen in unmittelbarer Nähe tektonischer Bruchzonen, die praktisch jeder Zeit schwere Erdbeben und Tsunamis auslösen könnten.

VULKANE

  • Die meisten Vulkanausbrüche gibt es in... Indonesien. Dies liegt an der tektonischen Speziallage des asiatischen Inselstaates: Indonesien erstreckt sich entlang der kontinentalen Nahtstelle zwischen der Pazifischen Platte einerseits und den Kontinentalplatten von Indien-Australien und Eurasien andererseits. Die indonesischen Vulkane gehören zum sogenannten Pazifischen Feuering.


  • Menschen in Risikozonen: Einige Vulkane liegen so abgelegen, dass eine Eruption kaum registriert wird. So forderte einer der gewaltigsten Ausbrüche des 20. Jahrhunderts, der Ausbruch des Novarupta in Alaska 1912, nicht mehr als zwei Todesopfer, weil sich kaum Menschen in seiner Umgebung aufhielten. Das Umfeld anderer Vulkane ist dagegen dicht besiedelt. Das hat seine Gründe: Die Böden, die sich auf Lavagestein und Vulkanasche bilden, sind oft besonders fruchtbar. Rund ein Fünftel aller Menschen weltweit leben nach Schätzungen in der Nähe von Vulkanen. Zum Beispiel siedeln etwa 2,2 Millionen Menschen in einem Radius von nur zehn Kilometern um die sehr aktiven Phlegräischen Felder bei Neapel.


  • Die tödlichsten Vulkane: Starke Vulkanausbrüche sind zwar selten, kommt es aber zu einer signifikanten Eruption, können die Folgen verheerend sein. Bei einer der schlimmsten Vulkankatastrophen der jüngeren Zeit, dem Ausbruch des Nevado del Ruiz 1985 in Kolumbien, starben mehr als 23.000 Menschen in einer Nacht. Noch mehr Todesopfer forderte die Eruption des Mont Pelée auf Martinique im Mai 1902, der etwa 28.000 Menschen zum Opfer fielen. Dennoch wirken Vulkanausbrüche neben anderen Naturkatastrophen verhältnismäßig harmlos. Global betrachtet sind den zehn tödlichsten Vulkanausbrüchen in der Vergangenheit insgesamt knapp 100.000 Menschen zum Opfer gefallen. Zum Vergleich: Ähnliche Verlustzahlen werden einzelnen Erdbebenereignissen zugeschrieben, alleine das Erdbeben von Haiti im Jahr 2010 kostete mehr als 300.000 Menschenleben.


  • Vulkanische Winter und Supereruptionen: Zahlen zu den Folgen von Vulkanausbrüchen sind jedoch trügerisch, denn vulkanische Aktivitäten können weltumspannende Folgen haben, die sich schwer beziffern lassen. So tötete der Ausbruch des Tambora 1815 auf Indonesien nicht nur 11.000 Menschen, sondern führte zu einer weltweiten Kältewelle, zu Missernten und katastrophalen Hungersnöten. Auf dem Vulkanexplosivitätsindex (VEI), dem Maß für die Stärke eines Vulkanausbruchs, liegt der Tambora bei 7. Im Jahr 1991 schleuderte der Vulkan Pinatubo (Stärke 6) auf den Philippinen eine Aschewolke mehr als 30 Kilometer in die Stratosphäre - ein globaler Temperaturrückgang um 0,5 Grad Celsius war die Folge. Seit Menschen auf der Erde leben, gab es keinen Ausbruch mit einer Stärke 8. Eine solche Eruption hätte weltweit fatale Folgen. Potentielle Kandidaten für eine sogenannte Supereruption sind zum Beispiel ein Vulkan unter dem Yellowstone Park in den USA und die Phlegräischen Felder vor den Toren Neapels.


ERDBEBEN UND TSUNAMIS

  • Besonders oft bebt die Erde... in China. Und das mit dramatischen Folgen: Zwischen 1900 und 2016 starben in China mehr als 870.000 Menschen durch Erdbeben. Grundsätzlich treten Erdbeben am häufigsten an den Nahtstellen der Erde auf: Dort, wo die verschiedenen Kontinentalplatten aufeinanderstoßen. In China, genauer im Himalaja, treffen die Eurasische und die Indische Kontinentalplatte aufeinander. Die Indische Platte taucht dabei unter die Eurasische. Geologen nennen das eine Subduktion.


  • Die stärksten Erdbeben: Fast alle starken Erdbeben finden an Subduktionszonen statt. Man spricht dann von Megathrust-Beben. Häufig betroffen von Megathrust-Beben ist die Westküste Südamerikas. Hier schiebt sich die Nazca-Platte unter den südamerikanischen Kontinent. Entlang dieser Verwerfung fand im Mai 1960 das stärkste jemals gemessene Erdbeben statt, das Große-Chile-Erdbeben mit einer Magnitude von 9,5. Weitere folgenschwere Megathrust-Beben waren unter anderem das Tohuko-Beben im März 2011 (das die Nuklearkatastrophe von Fukushima verursachte) und das Beben von Sumatra, das die Tsunamikatastrophe 2004 auslöste. Auch das Chile-Beben 1960 führte zu einem Tsunami, der mit einer 25 Meter hohen Flutwelle die chilenische Küste verwüstete.


  • Das Worst-Case-Beben von Haiti: Nicht nur Subduktionszonen sind notorische Erdbebenzonen. Auch an anderen Plattengrenzen bebt immer wieder der Boden, wie zum Beispiel entlang des San-Andreas-Grabens in Kalifornien oder im Nordwesten der Türkei. In diesen Regionen bewegen sich zwei tektonische Platten seitwärts aneinander vorbei. Diese Art der Plattengrenze nennt man Transformstörung. Am 12. Januar 2010 löste eine Transformstörung eine Erdebenserie auf Haiti aus und hinterließ etwa 300.000 Tote, Millionen Obdachlose und eine katastrophale Zerstörung. Das Erdbeben gilt geologisch und humanitär als Worst-Case-Szenario. Die Folgen waren auch deshalb so gravierend, weil Gebäude und Infrastruktur nicht gut auf das Beben vorbereitet waren.


  • Tsunamis: Die tödlichsten Tsunamis des letzten Jahrhunderts ereigneten sich fast ausnahmslos im Pazifik. Allerdings sind Tsunamis keineswegs auf bestimmte Meeresgegenden beschränkt. Auch die europäischen Küsten erlebten schon mehrfach Tsunamis. Während ein häufiger Auslöser Erdbeben an kollidierenden Plattengrenzen sind, können genauso submarine Rutschungen, Vulkanausbrüche oder Meteoriteneinschläge Ursache für einen Tsunami sein. Der stärkste Tsunami (nach Wellenhöhe) der letzten Jahrhunderte entstand zum Beispiel in Alaska, als durch einen Bergrutsch Millionen Tonnen Gestein in eine Bucht stürzten. Erst im Jahr 2017 führte in Grönland ein Felssturz zur einem Tsunami mit bis zu 90 Meter hohen Wellen. Weil der Klimawandel zunehmend Berge in der Arktis destabilisiert, wird des ähnliche Ereignisse in Zukunft vermutlich immer häufiger geben.


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