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Statistiken zu den Wäldern der Erde

Wälder bedecken große Teile der Erde – im Jahr 2018 erstreckten sie sich über ca. 30 Prozent der weltweiten Landfläche. Aber was genau ein Wald ist, ist gar nicht so leicht zu sagen. Immerhin gibt es hierzu rund 90 verschiedene Definitionen. Bäume sind sicher ein wichtiger Bestandteil von Wäldern, aber eine Ansammlung von Bäumen allein – zum Beispiel in einem Park – ist noch lange kein Wald. Von einem solchen sprechen wir erst, wenn sehr viele Bäume so dicht stehen, dass sich ein eigenes Ökosystem mit einem typisches Klima entwickelt. Dieses Klima wird auch Waldinnenklima genannt. Es zeichnet sich durch ausgeglichenere Temperaturen, wenig Luftbewegungen, geringe Lichtintensität und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit aus.

Wieviel Natur steckt im Wald?

Mit den Begriffen "Urwald" oder "Primärwald" bezeichnet man Wälder, die ohne jeden menschlichen Eingriff entstanden sind. Zu ihnen gehören zum Bespiel die tropischen Regenwälder. Die meisten Urwälder lagen im Jahr 2017 auf dem amerikanischen Kontinent. Wird ein Primärwald abgeholzt, wächst an seiner Stelle, wenn sich der Mensch nicht einmischt, ein ebenfalls natürlicher Sekundärwald. Es gibt auf der Welt aber auch viele Wälder, in die von Menschen angelegt und reguliert werden: Je nach Art nennt man sie Nutzwälder, Plantagenwälder oder Forste. Im Jahr 2005 waren etwa elf Prozent aller Wälder auf der Erde unnatürliche Wälder. Während unnatürliche Wälder in den letzten Jahren an Fläche gewonnen haben, schrumpfen die Urwälder der Erde.

Wo gibt es welche Wälder?

Wälder lassen sich drei Ökotypen zuordnen, die sich in verschiedenen Vegetationszonen der Erde befinden. Die nördlichste Vegetationszone, in der Bäume leben können, ist die boreale Nadelwaldzone. Hier dominieren Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen, es ist kalt und trocken. Zu den borealen Nadelwäldern gehört auch die größte zusammenhängende Waldfläche der Erde: die mehr als 670 Millionen Hektar große Taiga. Die Taiga ist größer als die Regenwälder Brasiliens und nach Auffassung vieler Wissenschaftler noch wichtiger für das Weltklima als diese. Sie ist auch die letzte Bastion des Sibirischen Tigers.

In der gemäßigten Klimazone findet man nördliche Nadelwälder, Mischwälder und Laubwälder. Die deutschen Wälder liegen ebenfalls in der gemäßigten Zone. In ihnen sind Nadelbäume und Laubbäume in etwa gleichen Teilen vorhanden. Die häufigsten Bäume in deutschen Wäldern sind Fichten, Kiefern und Buchen.

Der größte Teil der globalen Waldfläche liegt in der tropischen Klimazone. Hier befinden sich auch die besonders artenreichen tropischen Regenwälder: Alle Regenwälder zusammen bedecken etwa sieben Prozent der weltweiten Landfläche, beheimaten jedoch rund die Hälfte aller existierender Tier- und Pflanzenarten. Der größte zusammenhängende Regenwald liegt in Südamerika im Amazonasbecken. Seine Fläche übertrifft alle übrigen Regenwälder der Erde zusammengenommen. Die tropischen Regenwälder werden immer kleiner, da jährlich große Flächen abgeschlagen werden, um zum Beispiel Platz für Weideland zu schaffen.

Waldverlust und Waldzuwachs

Jedes Jahr geht ein Teil der globalen Waldfläche verloren. Insbesondere die tropischen Wälder in Afrika, Südamerika und Asien sind bedroht. Alleine im Amazonasgebiet wurden 2019 rund 9.800 Quadratkilometer Waldfläche vernichtet. Eine der Hauptursachen für den Waldverlust sind Waldbrände. Eine noch größere Rolle spielen allerdings Rodungen für wirtschaftliche Zwecke: Wälder werden abgeholzt oder niedergebrannt, um Holz zu gewinnen oder Ackerflächen und Weideländer zu vermehren. Insbesondere die tropischen Wälder Afrikas und Südostasiens werden vernichtet, um Platz für Plantagen zu schaffen.

Weil Wälder so enorm wichtig für das Klima, für die Biodiversität und auch als Lebensraum für Menschen sind, wird versucht, dem Waldsterben entgegenzuwirken. In Europa vergrößerte sich die Waldfläche in den letzten Jahrzehnten tatsächlich wieder. Den Luxus geschützter Wälder können sich reiche Länder allerdings vor allem deswegen leisten, weil sie Nahrungsmittel und pflanzliche Rohstoffe importieren. Andere Länder müssen für den Anbau von Pflanzen immer mehr Ackerfläche zur Verfügung stellen. Zudem sagt der Zuwachs an Waldfläche alleine noch nichts über den Zustand der Wälder aus. Schon seit einiger Zeit werden in deutschen Wäldern Schäden registriert, die sich vor allem im Nadel- und Blattverlust zeigen. Diese Schäden werden durch Luftschadstoffe und Bodenversauerung hervorgerufen. Ein anderer Grund für den schlechten Zustand der Wälder ist der Klimawandel, an den sich Bäume nur sehr langsam anpassen können.

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Wälder der Erde

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