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Waldfläche und Waldzustand weltweit

Wälder bedecken große Teile der Erde. Im Jahr 2020 erstreckten sie sich über zirka vier Milliarden Hektar – das entspricht etwa 31 Prozent der weltweiten Landfläche. Mehr als die Hälfte der globalen Waldfläche (54 Prozent) liegt dabei auf dem Gebiet von nur fünf Staaten: Russland, Brasilien, Kanada, USA und China. Das kleine südamerikanische Land Surinam ist dagegen das Land mit der höchsten Walddichte. 97,6 Prozent der Fläche Surinams ist mit Wäldern bewachsen. Eine hohe Walddichte besitzen auch Guyana, die Föderierten Staaten von Mikronesien, Gabun und die Salomonen.

Wo gibt es welche Wälder?

 Statistik: Verteilung der globalen Waldfläche nach Klimazonen im Jahr 2020 | Statista Wälder lassen sich drei Ökotypen zuordnen, die jeweils in unterschiedlichen Vegetationszonen der Erde liegen.
  • Die nördlichste Vegetationszone, in der Bäume wachsen, ist die boreale Nadelwaldzone. Hier ist es kalt und trocken, es dominieren Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen. Zu den borealen Nadelwäldern gehört auch die größte zusammenhängende Waldfläche der Erde: die mehr als 670 Millionen Hektar große Taiga. Die Taiga ist größer als die Regenwälder Brasiliens und nach Auffassung vieler Wissenschaftler extrem wichtig für das Weltklima. Sie ist auch die letzte Bastion des Sibirischen Tigers.
  • In der gemäßigten Klimazone findet man nördliche Nadelwälder, Mischwälder und Laubwälder. Die deutschen Wälder liegen ebenfalls in der gemäßigten Zone. In diesen sind Nadelbäume und Laubbäume in etwa gleichen Teilen vorhanden; die häufigsten Bäume in deutschen Wäldern sind Fichten, Kiefern und Buchen.
  • Der größte Teil der globalen Waldfläche liegt in der tropischen Klimazone. Hier befinden sich auch die besonders artenreichen tropischen Regenwälder: Alle Regenwälder der Erde bedecken zusammen etwa sieben Prozent der weltweiten Landfläche, beheimaten jedoch rund die Hälfte aller existierender Tier- und Pflanzenarten. Der größte zusammenhängende Regenwald liegt in Südamerika im Amazonasbecken. Seine Fläche übertrifft alle übrigen Regenwälder der Erde zusammengenommen.

Waldverlust und Waldzuwachs

Jedes Jahr geht ein Teil der globalen Wälder verloren (seit 1990 eine Fläche von etwa 178 Millionen Hektar). Afrika ist dabei die Weltregion mit dem höchsten Netto-Waldverlust, gefolgt von Südamerika. Insbesondere tropische Wälder sind bedroht. Alleine in Brasilien wurden 2020 rund 1,7 Megahektar tropischer Urwald vernichtet. Eine der primären Ursachen für den Waldverlust sind Rodungen für landwirtschaftliche Zwecke: Die Tropen spielen eine wachsende Rolle in der globalen Produktion von Agrarprodukten. Entsprechend hoch ist der Druck auf das Land; Wälder werden abgeholzt oder niedergebrannt, um Ackerfläche und Weideland zu schaffen. In Südostasien vernichtet man tropische Wälder, um Plantagen anzulegen. Südamerikanische Wälder werden vor allem gerodet, um Weideland für die Viehhaltung zu gewinnen. In tropischen afrikanischen Staaten wie der Demokratischen Republik Kongo ist dagegen der Wanderfeldbau primärer Treiber der Entwaldung.

Aber nicht in allen Weltregionen schrumpft die Waldfläche. Europa, Asien und Ozeanien konnten in den letzten Jahren insgesamt einen Zuwachs an Wald verzeichnen. Den Luxus geschützter Wälder können sich allerdings vor allem reiche Länder leisten, weil sie Nahrungsmittel und pflanzliche Rohstoffe importieren. Andere Länder müssen für den Anbau von Pflanzen immer mehr Ackerfläche zur Verfügung stellen. Zudem sagt der Zuwachs an Waldfläche alleine noch nichts über den Zustand der Wälder aus. Schon seit einiger Zeit werden in deutschen Wäldern Schäden registriert, die sich vor allem im Nadel- und Blattverlust zeigen. Diese Schäden werden durch Luftschadstoffe und Bodenversauerung hervorgerufen. Ein anderer Grund für den schlechten Zustand der Wälder ist der Klimawandel, an den sich Bäume nur sehr langsam anpassen können.

Wieviel Natur steckt im Wald?

 Statistik: Durchschnittliche jährliche Veränderung des Waldbestandes weltweit in den Jahren 1990 bis 2020 (in Millionen Hektar) | Statista Mit den Begriffen "Urwald" oder "Primärwald" bezeichnet man Wälder, die ohne signifikante menschliche Eingriffe gewachsen sind. Zu ihnen gehören zum Bespiel die tropischen Regenwälder. Wird ein Primärwald abgeholzt, wächst an seiner Stelle, wenn sich der Mensch nicht einmischt, ein ebenfalls natürlicher Sekundärwald. Es gibt auf der Welt aber auch viele Wälder, die von Menschen angelegt und reguliert werden: Je nach Art nennt man sie Nutzwälder, Plantagenwälder oder Forste. Eine Schwäche von globalen Daten zur Waldentwicklung ist häufig, dass es sich um Nettoangaben handelt. So kann zum Beispiel ein Verlust von Sekundärwäldern durch die Zunahme von Plantagen und anderen, weniger naturnahen Wäldern ausgeglichen werden, ohne dass dies aus den Daten hervorgeht.

Im Jahr 2017 gab es weltweit noch etwa 1,28 Milliarden Hektar Primärwald. Mehr als die Hälfte dieser Primärwaldfläche lag auf dem Gebiet der drei Staaten Russland, Kanada und Brasilien. Die Fläche naturnaher Wälder (zu denen auch Primärwälder gehören) umfasste im Jahr 2019 etwa 3,76 Milliarden Hektar, während vom Menschen angelegte oder regulierte Wälder eine Fläche von insgesamt rund 300 Millionen Hektar einnahmen. Regulierte Wälder haben in den letzten Jahrzehnten an Fläche gewonnen. Es sind die naturnahen Wälder der Erde, die von Jahr zu Jahr kleiner werden.

Die Rolle von Wäldern im Klimawandel

 Statistik: Jährliche Treibhausgas-Bilanz der globalen Waldfläche im Zeitraum 2001 bis 2020 (CO2-Äquivalent in Gigatonnen; Stand: 12. Oktober 2021)  | Statista Die Wälder der Erde absorbieren jedes Jahr große Mengen CO2. Sie sind sogenannte CO2-Senken, die jährlich im Durchschnitt die Nettosumme von 7,35 Milliarden Tonnen CO2 aufnehmen (Deutschland emittierte im Jahr 2020 rund 739 Millionen Tonnen.) Werden Wälder allerdings niedergebrannt oder abgeholzt, wird das aufgenommene CO2 wieder freigesetzt. In einigen Regionen der Erde haben sich Wälder in den letzten Jahren bereits zu Netto-Quellen von CO2-Emissionen entwickelt. Aktuell befindet sich der größte Regenwald der Erde, der Amazonas, an einem Scheidepunkt. Experten gehen davon aus, dass der Amazonas in unmittelbarer Zukunft zu einem Treiber des Klimawandels werden wird.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Waldbestand global" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Wälder der Erde

Waldverlust

Deutsche Wälder

Baumrekorde

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Wälder bedecken große Teile der Erde. Im Jahr 2020 erstreckten sie sich über zirka vier Milliarden Hektar – das entspricht etwa 31 Prozent der weltweiten Landfläche. Mehr als die Hälfte der globalen Waldfläche (54 Prozent) liegt dabei auf dem Gebiet von nur fünf Staaten: Russland, Brasilien, Kanada, USA und China. Das kleine südamerikanische Land Surinam ist dagegen das Land mit der höchsten Walddichte. 97,6 Prozent der Fläche Surinams ist mit Wäldern bewachsen. Eine hohe Walddichte besitzen auch Guyana, die Föderierten Staaten von Mikronesien, Gabun und die Salomonen.

Wo gibt es welche Wälder?

 Statistik: Verteilung der globalen Waldfläche nach Klimazonen im Jahr 2020 | Statista Wälder lassen sich drei Ökotypen zuordnen, die jeweils in unterschiedlichen Vegetationszonen der Erde liegen.
  • Die nördlichste Vegetationszone, in der Bäume wachsen, ist die boreale Nadelwaldzone. Hier ist es kalt und trocken, es dominieren Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen. Zu den borealen Nadelwäldern gehört auch die größte zusammenhängende Waldfläche der Erde: die mehr als 670 Millionen Hektar große Taiga. Die Taiga ist größer als die Regenwälder Brasiliens und nach Auffassung vieler Wissenschaftler extrem wichtig für das Weltklima. Sie ist auch die letzte Bastion des Sibirischen Tigers.
  • In der gemäßigten Klimazone findet man nördliche Nadelwälder, Mischwälder und Laubwälder. Die deutschen Wälder liegen ebenfalls in der gemäßigten Zone. In diesen sind Nadelbäume und Laubbäume in etwa gleichen Teilen vorhanden; die häufigsten Bäume in deutschen Wäldern sind Fichten, Kiefern und Buchen.
  • Der größte Teil der globalen Waldfläche liegt in der tropischen Klimazone. Hier befinden sich auch die besonders artenreichen tropischen Regenwälder: Alle Regenwälder der Erde bedecken zusammen etwa sieben Prozent der weltweiten Landfläche, beheimaten jedoch rund die Hälfte aller existierender Tier- und Pflanzenarten. Der größte zusammenhängende Regenwald liegt in Südamerika im Amazonasbecken. Seine Fläche übertrifft alle übrigen Regenwälder der Erde zusammengenommen.

Waldverlust und Waldzuwachs

Jedes Jahr geht ein Teil der globalen Wälder verloren (seit 1990 eine Fläche von etwa 178 Millionen Hektar). Afrika ist dabei die Weltregion mit dem höchsten Netto-Waldverlust, gefolgt von Südamerika. Insbesondere tropische Wälder sind bedroht. Alleine in Brasilien wurden 2020 rund 1,7 Megahektar tropischer Urwald vernichtet. Eine der primären Ursachen für den Waldverlust sind Rodungen für landwirtschaftliche Zwecke: Die Tropen spielen eine wachsende Rolle in der globalen Produktion von Agrarprodukten. Entsprechend hoch ist der Druck auf das Land; Wälder werden abgeholzt oder niedergebrannt, um Ackerfläche und Weideland zu schaffen. In Südostasien vernichtet man tropische Wälder, um Plantagen anzulegen. Südamerikanische Wälder werden vor allem gerodet, um Weideland für die Viehhaltung zu gewinnen. In tropischen afrikanischen Staaten wie der Demokratischen Republik Kongo ist dagegen der Wanderfeldbau primärer Treiber der Entwaldung.

Aber nicht in allen Weltregionen schrumpft die Waldfläche. Europa, Asien und Ozeanien konnten in den letzten Jahren insgesamt einen Zuwachs an Wald verzeichnen. Den Luxus geschützter Wälder können sich allerdings vor allem reiche Länder leisten, weil sie Nahrungsmittel und pflanzliche Rohstoffe importieren. Andere Länder müssen für den Anbau von Pflanzen immer mehr Ackerfläche zur Verfügung stellen. Zudem sagt der Zuwachs an Waldfläche alleine noch nichts über den Zustand der Wälder aus. Schon seit einiger Zeit werden in deutschen Wäldern Schäden registriert, die sich vor allem im Nadel- und Blattverlust zeigen. Diese Schäden werden durch Luftschadstoffe und Bodenversauerung hervorgerufen. Ein anderer Grund für den schlechten Zustand der Wälder ist der Klimawandel, an den sich Bäume nur sehr langsam anpassen können.

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Im Jahr 2017 gab es weltweit noch etwa 1,28 Milliarden Hektar Primärwald. Mehr als die Hälfte dieser Primärwaldfläche lag auf dem Gebiet der drei Staaten Russland, Kanada und Brasilien. Die Fläche naturnaher Wälder (zu denen auch Primärwälder gehören) umfasste im Jahr 2019 etwa 3,76 Milliarden Hektar, während vom Menschen angelegte oder regulierte Wälder eine Fläche von insgesamt rund 300 Millionen Hektar einnahmen. Regulierte Wälder haben in den letzten Jahrzehnten an Fläche gewonnen. Es sind die naturnahen Wälder der Erde, die von Jahr zu Jahr kleiner werden.

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