Viele deutsche Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das laufende Jahr zuletzt deutlich angehoben. In ihrer Gemeinschaftsdiagnose erhöhen die fünf beteiligten Wirtschaftsforschungsinstitute diese Woche Medienberichten zufolge ihre Prognose auf 1,3 Prozent, im Frühjahr waren sie noch von 0,6 Prozent Wachstum ausgegangen. Auch die OECD prognostizieren Deutschland mittlerweile ein höheres Wirtschaftswachstum.
Warum blicken die Institute aktuell positiver auf die deutsche Wirtschaft? Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute führen dafür laut Handelsblatt unter anderem an, dass die Auswirkungen durch die geopolitischen Krisen sich abgeschwächt haben und die Impulse durch die erhöhten Staatsausgaben für Verteidigung sowie Infrastruktur wirken.
Das IW Köln nennt als Grund für das kräftige Plus einen Sondereffekt im ersten Halbjahr 2026: Aus Sorge vor Lieferengpässen infolge des Irankriegs hätten Unternehmen ihre Lager gefüllt und etwa Chemie- und Elektroprodukte aus Deutschland bestellt. Dieser vorübergehende Schub treibe die Exporte, sei aber kein Zeichen für eine dauerhafte Erholung. Auch das Kiel Institut für Wirtschaftsforschung ist der Ansicht, dass die Erholung vor allem vom Außenhandel getragen wird.
Das IW Halle sieht ebenfalls einen Anstieg der Auslandsnachfrage als wichtigen Grund für den wirtschaftlichen Aufwind an. Allerdings sei die Erwerbstätigenzahl weiterhin rückläufig, besonders deutlich im Verarbeitenden Gewerbe. Der Wirtschaftszweig sei also weiterhin in der Krise, auch wenn Wertschöpfungs- und Exportzahlen zeigen, dass einige Unternehmen von der gegenwärtig starken internationalen Nachfrage profitieren.



















