Kommt der Führerschein bei jungen Menschen aus der Mode? Zumindest ist der Anteil der 17- bis 20-Jährigen in Deutschland, die über einen gültigen Führerschein verfügen, in den vergangenen Jahren kontinuierlich gefallen. Mit rund 41 Prozent im Januar 2025 lag der Wert weiterhin zehn Prozentpunkte unter dem aus dem Jahr 2015. Der höchste Wert seit 2010 wurde im Jahr 2012 mit einem Anteil von etwa 55 Prozent erreicht. Das zeigt die Statista-Berechnung auf Basis von Daten des Kraftfahrt-Bundesamts sowie des Statistischen Bundesamts.
Diese Entwicklung lässt sich unter anderem durch veränderte Mobilitätspräferenzen und Rahmenbedingungen erklären. In Städten sind ÖPNV, Fahrrad und seit den 2010er Jahren auch Ride-Sharing‑Angebote oft eine praktikable Alternative, wodurch der Führerschein weniger als Pflicht wahrgenommen und häufiger aufgeschoben wird. Gleichzeitig wirken gestiegene Kosten (Fahrschule, Prüfungen, Versicherung, Auto) sowie ein späterer Einstieg in eigenständige Mobilität (längere Ausbildungswege, spätere Haushaltsgründung) dämpfend. Zugleich sind die Führerscheinprüfungen komplexer und umfangreicher geworden, wodurch Durchfallquoten steigen.
Hinzu kommt ein Wertewandel hin zu Nachhaltigkeit und daraus resultierend eine geringere Auto-Orientierung. Eine Rolle könnten in einzelnen Jahren auch pandemiebedingte Effekte wie unterbrochene Ausbildung/Prüfungskapazitäten und weniger Fahranlässe. Insgesamt deutet die Entwicklung weniger auf „Nicht‑Wollen“, sondern häufig auf späteres Erwerben und geringere Auto-Notwendigkeit in dieser Altersgruppe hin.















