Wie geeint ist der Westen heute? Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Münchner Sicherheitskonferenz (PDF-Download) zeigt, wie unterschiedlich die Sichtweisen auf diese politische Frage ausfallen können. So ist in allen im Münchner Sicherheitsindex betrachteten NATO-Staaten – Kanada, USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien – der Anteil der Befragten, die den Westen heute als stärker gespalten empfinden als noch vor 10 Jahren, jeweils deutlich höher als der Anteil jener, die ihn als stärker geeint wahrnehmen.
Auch in Japan überwiegt klar die Wahrnehmung einer größeren Spaltung, während nur in China und Indien eine relative Mehrheit den Westen geeinter sieht als noch vor zehn Jahren. Insgesamt entsteht so ein Bild, in dem vor allem die klassischen westlichen Demokratien den Zustand des „Westens“ skeptischer beurteilen als die Befragten in Nicht-NATO-Ländern.
In vielen europäischen Staaten und in Nordamerika haben der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Debatte um strategische Autonomie Europas und der Kurs der USA unter Präsident Trump das Vertrauen in die Verlässlichkeit westlicher Partner belastet. Umgekehrt könnten die Umfragedaten dafür sprechen, dass China und Indien die Debatten im Westen eher als Zeichen einer relativen Re‑Koordinierung des Westens gegenüber autoritären Rivalen interpretieren.







