Das Gesundheitssystem der USA steht schon seit Jahrzehnten in der Kritik. Insbesondere, weil es wirtschaftlich schlechter gestellten Menschen den Zugang zu wichtigen Behandlungen und Medikamenten verwehrt, da diese sich keine Krankenversicherung leisten können oder wegen Vorerkrankungen nicht aufgenommen werden. Erst mit dem Patient Protection and Affordable Care Act (im Volksmund: “Obamacare”), den Präsident Barack Obama 2010 unterzeichnete, waren Versicherungsunternehmen verpflichtet alle Patient:innen aufzunehmen, ohne die Versicherung von einer Gesundheitsprüfung oder Angaben zur Vorerkrankung abhängig zu machen.
Das Gesetz hat die Situation zwar für viele US-Amerikaner:innen verbessert, das Gesundheitswesen hat dennoch einige Makel. Laut einer Ipsos-Umfrage bemängelt mehr als die Hälfte der befragten US-Bürger:innen vor allem die hohen Behandlungskosten. Ein Drittel stellt den akuten Personalmangel in Krankenhäusern und Arztpraxen heraus. Lange Wartezeiten oder der schwierige Zugang zu Behandlungen ist für 29 Prozent eines der größten Probleme. Strukturelle Herausforderungen wie Bürokratie (23 Prozent), eine alternde Bevölkerung (20 Prozent) und fehlende Investitionen (19 Prozent) nannten etwa ein Fünftel der Befragten. Für rund 18 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen ist die Qualität der Behandlungen in den USA unzureichend.