Private Haushalte in Deutschland und den USA legen ihr Finanzvermögen unterschiedlich an. Das zeigt die Statista-Infografik auf Basis von Daten der Europäischen Zentralbank. In Deutschland entfällt mit 38,8 Prozent der größte Anteil auf Bankeinlagen; in den USA sind es 12,8 Prozent. Besonders deutlich ist der Unterschied bei börsennotierten Aktien: Sie machen in Deutschland 11,3 Prozent und in den USA 27,5 Prozent des Finanzvermögens aus. Zählt man Anleihen und Investmentfonds hinzu, liegen diese drei kapitalmarktbasierten Anlageformen zusammen bei 23,5 Prozent in Deutschland und 43,2 Prozent in den USA. Der Anteil von Altersvorsorge- und Versicherungsprodukten liegt in den USA mit 29,9 Prozent ebenfalls höher als in Deutschland (19,9 Prozent).
Die Prozentwerte sagen allerdings nicht aus, wie viele Haushalte die jeweilige Anlageform besitzen: So können auch wenige vermögende Haushalte können einen großen Anteil am gesamten Finanzvermögen halten. Zur Verbreitung liefert der EZB-Blogbeitrag einen jedoch weiteren Befund: Demzufolge beteiligen sich Haushalte im Euroraum seltener am Kapitalmarkt als in den USA. Der Unterschied besteht laut EZB auch unter vermögenden Haushalten. Das spräche dafür, dass Aktien und andere Kapitalmarktanlagen in den USA breiter verbreitet seien.
Die EZB sieht in der vergleichsweise geringen Kapitalmarktbeteiligung der Haushalte in Deutschland und im Euroraum ungenutztes Potenzial. Mehr Anlagen am Kapitalmarkt könnten Haushalten langfristig höhere Erträge und eine breitere Streuung ihres Vermögens ermöglichen. Zugleich könnten diese Ersparnisse Investitionen in Innovation und Wachstum finanzieren. Die EZB fordert aber keine pauschale Angleichung an die USA und nicht, dass jeder Haushalt mehr Aktien kaufen soll. Vielmehr plädiert sie für Maßnahmen wie Finanzbildung, verständliche Anlageprodukte und Reformen der Altersvorsorge.









