Eine aktuelle Befragung im Rahmen des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) zeigt, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung in Deutschland, der sich ethnischen oder religiösen Minderheiten zugehörig fühlt, regelmäßig Diskriminierung erfährt. Schwarze Menschen sind demnach besonders betroffen: Über 60 Prozent berichten von monatlicher Diskriminierung, die überwiegend auf ihre Hautfarbe zurückgeführt wird. Ein ähnlicher hoher Anteil (61 Prozent) muslimischer Frauen fühlt sich mindestens einmal monatlich diskriminiert.
Diese Anfeindungen können dabei auf verschiedenen Arten ausgeprägt sein. Dazu zählen subtile Erfahrungen wie etwa “sich unfreundlich behandelt fühlen”, “angestarrt”, “nicht ernstgenommen” oder “ignoriert” werden. Mehr als jede:r Fünfte Befragte erlebt diese Formen der Diskriminierung mindestens einmal im Monat. Die Diskriminierungen können jedoch auch sehr direkt sein. So berichten rund acht bis neun Prozent der Befragten, dass sie monatlich beleidigt oder belästigt werden. Zu Bedrohungen kommt es bei drei Prozent der Umfrageteilnehmer:innen, körperlich angegriffen wird etwa ein Prozent jeden Monat.
Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung, welches für den Rassismusmonitor verantwortlich ist, schreibt dazu: Die Ergebnisse zeigen, dass rassistische Einstellungen weit verbreitet sind. Wer regelmäßig diskriminiert wird, leidet häufiger unter psychischen Belastungen und berichtet von Symptomen für Depressionen und Angststörungen. Zudem schwindet das Vertrauen in staatliche Institutionen – besonders unter Menschen mit wiederholten Diskriminierungserfahrungen.