iShares ist der mit Abstand größte ETF-Anbieter der Welt: Zum 30. September 2026 verwaltete die Marke des Vermögensverwalters BlackRock rund 6,45 Billionen US-Dollar in börsengehandelten Fonds. Das entspricht 28,3 Prozent des von LSEG erfassten weltweiten ETF-Vermögens. Vanguard folgt mit rund 5,12 Billionen US-Dollar und einem Anteil von 22,4 Prozent. Zusammen verwalten die beiden Anbieter damit gut die Hälfte des erfassten Marktes. Die Zahlen stammen aus dem Global ETF Industry Review von LSEG Lipper, dem Fondsdatendienst der London Stock Exchange Group; ausgewertet wurde das weltweit erfasste ETF-Vermögen zum 30. September 2026. ETFs mit Fondsdomizil in China sind mangels Daten nicht enthalten.
Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet diese Konzentration nicht automatisch ein höheres Risiko für ihren ETF. Ein großer Anbieteranteil sagt weder etwas über die Streuung der Anlagen innerhalb eines Fonds noch darüber aus, ob dessen Gebühren angemessen sind. Bei europäischen UCITS-Fonds gelten zudem Regeln zur getrennten Verwahrung des Fondsvermögens. Dennoch wirft die Größe weniger Anbieter Fragen auf: etwa, wie viel Einfluss sie über die Stimmrechte ihrer Aktienfonds auf Unternehmen ausüben und wie gut kleinere Konkurrenten mit ihnen mithalten können.
Aus den Marktanteilen allein lässt sich allerdings nicht ableiten, dass der Wettbewerb eingeschränkt ist. Entscheidend wäre, ob Anleger bei vergleichbaren ETFs zwischen Anbietern, Preisen und Konditionen wählen können. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA berichtet, dass die laufenden Kosten von Aktien- und Anleihen-ETFs in ihrer untersuchten Periode gesunken sind; das ist ein Hinweis auf Preisdruck, aber kein Beweis für funktionierenden Wettbewerb in jedem Marktsegment.

















