Der Straßengüterverkehr in Deutschland hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten fast verdoppelt. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Umweltbundesamtes. Dieser Zuwachs ging vor allem zu Lasten der umweltfreundlicheren Verkehrsmittel Bahn und Binnenschiff. Rollten 1991 noch rund 246 Milliarden Tonnenkilometer (tkm) über deutsche Straßen, waren es 2024 vorläufigen Zahlen zufolge rund 475 Milliarden Tonnenkilometer – ein Anstieg von 93,1 Prozent. Tonnenkilometer sind die zurückgelegten Kilometer multipliziert mit der beförderten Gütermenge in Tonnen. Wenn also 5 Tonnen 5 Kilometer transportiert werden, entspricht das 25 tkm. Der Güterverkehr auf der Schiene stieg im selben Zeitraum nur um 65 Prozent an. Der Güterverkehr via Binnenschiff sank sogar um 22,5 Prozent und schwankte zuletzt stärker. Laut Umweltbundesamt stehen die Schwankungen in engem Zusammenhang mit Niedrigwasser.
Die Grafik zeigt zudem, dass die Güterverkehrsleistung in den letzten Jahren rückläufig war. Der Rückgang ist vor allem ein Nachfrageeffekt: Nach 2022 wurden weniger Güter produziert, gebaut und gehandelt. Entsprechend ist hier weniger Transportleistung angefallen. Dadurch mussten weniger Baustoffe, Rohstoffe und Waren transportiert werden. Hinzu kommt, dass 2022 wegen der Energiekrise ungewöhnlich viel Kohle befördert wurde; als dieser Sondereffekt 2023 wegfiel, sank die Transportleistung zusätzlich. 2024 blieb besonders der Straßengüterverkehr schwach, insgesamt zeigt die Grafik aber eher eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau als einen weiteren starken Einbruch.
Lastkraftwagen verursachen rund 10 Prozent der globalen CO₂-Emissionen. Zum Vergleich: Pkw sind für 7,4 Prozent der Emissionen verantwortlich. Um die Emissionen zu senken, müssten mehr Güter über die Schiene transportiert werden und Lkw mit emissionsärmeren Antrieben wie Elektromotoren oder E-Fuels ausgestattet werden. E-Fuels sind CO₂-neutrale, flüssige Kraft- und Brennstoffe, die synthetisch mit Ökostrom hergestellt werden. Insbesondere Elektro-Lkw sind auf absehbare Zeit noch deutlich teurer in der Anschaffung als Lkw mit Dieselmotor bzw. mit synthetischem Treibstoff angetriebene Lkw.





















