Die Zahl der Geschäfte im deutschen Einzelhandel ist seit 2016 um rund 19 Prozent gesunken. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Handelsverbands Deutschland. Der Abwärtstrend verläuft über den gesamten Betrachtungszeitraum nahezu kontinuierlich. In den Jahren 2021 und 2022 ist der Rückgang besonders stark ausgefallen. Die politischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie führte zu temporären Schließungen und Einschränkungen, während sich der Onlinehandel beschleunigt entwickelte. Viele stationären Geschäfte gerieten dadurch zusätzlich unter Druck. Lieferprobleme und verändertes Konsumverhalten könnten den Strukturwandel verstärkt haben.
2022 kamen steigende Energie-, Miet- und Einkaufskosten sowie die hohe Inflation hinzu. Der Krieg in der Ukraine verschärfte die wirtschaftliche Unsicherheit. Diese Faktoren könnten dazu beigetragen haben, dass sich die Schließungswelle in diesen beiden Jahren verstärkte. Ein eindeutiger Ursache-Wirkungs-Zusammenhang lässt sich aus den vorliegenden Daten allein jedoch nicht ableiten.
Die Einzelhandelsbranche ist von einem strukturellen Konsolidierungsprozess geprägt. Die Zahl der Unternehmen wie auch die Marktanteile kleinerer Firmen nehmen stetig ab. Die wichtigsten Betriebsformen stellen im Vertriebswegemix Discounter, der filialisierte und nichtfilialisierte Fachhandel und Fachmärkte, sowie Supermärkte dar.
Der Trend zeigt jedoch, dass kleine Betriebe außerhalb eines Filialverbunds oder ohne Zugehörigkeit zu einem großen Mutterkonzern verschwinden. Die Kauf- und Warenhäuser als einstige Symbole der Konsumgesellschaft haben ebenfalls mit sinkender Bedeutung zu kämpfen. Kamen sie im Jahr 2000 noch auf einen Marktanteil von 4,2 Prozent, 2024 liegt er bei 1,3 Prozent.





















