Statistiken zu Rumänien

Die Bevölkerung von Rumänien betrug 2018 rund 19,52 Millionen Menschen. In der EU liegt Rumänien damit auf Rang sieben. Die Bevölkerungsentwicklung Rumäniens ist schon seit Jahren rückläufig; 2018 betrug der Bevölkerungsschwund rund 0,6 Prozent. Dies ist einerseits auf die niedrige Fertilitätsrate zurückzuführen: 2017 lag sie - trotz positiver Entwicklung in den vergangenen Jahren - lediglich bei 1,71 Kinder je Frau. Andererseits spielt auch die Abwanderung eine Rolle. Der Migrationssaldo für Rumänien ist seit Jahren negativ. Im Jahr 2017 betrug der negative Migrationssaldo für Rumänien circa 64.758 Personen - es verließen somit langfristig mehr Personen das Land, als im gleichen Zeitraum Personen nach Rumänien einwanderten. Der Lebensstandard in Rumänien ist verhältnismäßig niedrig, was sich unter anderem an der Lebenserwartung zeigt: Mit rund 75,3 Jahren (2017) belegt Rumänien hier den drittletzten Platz unter den EU-Ländern; der EU-Durchschnitt liegt bei 80,9 Jahren. Den vorletzten Rang nimmt Rumänien bei der Urbanisierung ein: Lediglich 54 Prozent der Bevölkerung lebten 2018 in Städten (EU-Schnitt: 75,67 Prozent).

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Rumänien lag 2018 bei rund 239,6 Milliarden US-Dollar bzw. 202,1 Milliarden Euro. Damit belegt das Land Rang 15 in der EU. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf circa 12.270 US-Dollar bzw. rund 10.400 Euro - dies bedeutet den vorletzten Platz in Europa; der EU-Schnitt liegt mit 30.900 Euro pro Kopf dreimal so hoch. Im Jahr 2017 lagen zwei der 20 EU-Regionen mit dem niedrigsten Pro-Kopf-BIP in Rumänien. Das Wirtschaftswachstum in Rumänien lag 2018 bei circa 4,1 Prozent; für 2019 wird ein Wachstum von 4 Prozent erwartet. Die Wachstumsraten sind in den letzten Jahren wieder stark gestiegen und sie sind auch gemessen am wirtschaftlichen Entwicklungsstand des Landes als hoch anzusehen. Die Arbeitslosenquote war seit Jahren relativ stabil und ist in jüngster Vergangenheit deutlich rückläufig: 2018 betrug sie rund 4,2 Prozent. Zuletzt (Stand November 2019) war sie weiter gesunken und lag somit deutlich unter dem EU-Schnitt. Von besonderer Bedeutung für den rumänischen Arbeitsmarkt ist die Landwirtschaft: 22,3 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten 2018 in diesem Bereich; in keinem anderen EU-Land war der Anteil der Agrarbeschäftigten annähernd so hoch (EU-Schnitt: 4,13 Prozent). Gleichzeitig ist nirgendwo anders in der EU der Anteil des Dienstleistungssektors an den Erwerbstätigen so niedrig (rund 49,2 Prozent; EU-Schnitt: 72,1 Prozent). Dies zeigt die noch relativ rückständige Wirtschaftsstruktur des Landes, die sich allerdings in den vergangenen Jahren stetig entwickelte. Dieser Umstand lässt sich ebenso an der Verteilung des BIP auf die Wirtschaftssektoren erkennen: Hier hatte Rumänien im Jahr 2018 mit 4,3 Prozent nicht mehr den höchsten Anteil der Landwirtschaft (2010: 7,1 Prozent) in der EU. Die Inflationsrate in Rumänien lag 2018 bei rund 4,6 Prozent; für 2019 gehen Prognosen von einer Teuerungsrate von rund 4,2 Prozent aus. Gleichzeitig ist das Preisniveau für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen in Rumänien sehr niedrig: 2018 betrug es 52,8 Prozent des EU-Durchschnitts.

Im Jahr 2018 exportierte Rumänien Waren im Wert von rund 79,7 Milliarden US-Dollar und importierte Güter für rund 97,8 Milliarden US-Dollar. Die Handelsbilanz des Landes ist seit Jahren negativ. Der wichtigste Handelspartner für Rumänien sowohl im Export als auch im Import ist Deutschland.

Die Staatsverschuldung von Rumänien betrug 2018 circa 36,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Zuge der Finanzkrise hat sich die Schuldenquote auch in Rumänien im Vergleich zu 2007 kurzzeitig mehr als verdreifacht. Das Staatsdefizit betrug 2018 rund 1,5 Prozent des BIP; die Defizitquote konnte nach 2009 (5,9 Prozent) stetig verringert werden, für 2019 wird allerdings ein Haushaltsdefizit von 2,3 Prozent erwartet. Die Staatsquote, d.h. der Anteil der Staatsausgaben am BIP, war 2018 mit 35 Prozent die viertniedrigste in Europa.

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