Statistiken zum Kosovo

Der Kosovo besitzt wie auch Bosnien und Herzegowina den Status als "potenzieller Beitrittskandidat" der Europäischen Union (EU) und ist somit Bestandteil der zukünftigen EU Erweiterung. Das südosteuropäische Land, dass sich erst 2008 von Serbien loslöste und die Unabhängigkeit ausrief, ist aber noch weit von einer EU-Mitgliedschaft entfernt. Durch den Status des potenziellen Beitrittskandidaten will die EU dem Land jedoch einerseits eine Perspektive aufzeigen und gleichzeitig frühzeitig (positiven) Einfluss auf die Konstituierung des Staates ausüben.

Die Bevölkerung vom Kosovo betrug 2019 rund 1,8 Millionen Menschen. Die Bevölkerungsentwicklung war in den vergangenen Jahren meist positiv. 2019 war die Bevölkerungsentwicklung des Kosovo allerdings negativ und die Gesamtbevölkerung verringerte sich um rund 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auswanderung führt zu Bevölkerungsrückgang

Obwohl die Fertilitätsrate im Kosovo seit Jahren kontinuierlich sinkt, ist sie mit rund 2 Kindern je Frau (2018) höher als die der EU-Mitgliedstaaten. Gleichzeitig ist der Migrationssaldo/Wanderungssaldo des Kosovo negativ. Im Jahr 2018 wanderten 21.402 Menschen mehr aus dem Kosovo aus, als im gleichen Zeitraum Menschen in den Kosovo einwanderten.
Die Lebenserwartung ist mit rund 72,2 Jahren (2018) niedriger als bei allen EU-Mitgliedstaaten. Das Preisniveau für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen im Kosovo betrug 2017 (neuere Daten noch nicht verfügbar) rund 53,7 Prozent des EU 27-Durchschnitts. Dies entspricht in etwa dem Niveau der EU-Mitgliedstaaten Rumänien und Bulgarien.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Kosovo liegt 2019 bei circa 8 Milliarden US-Dollar. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl beträgt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf rund 4.418 US-Dollar. Der Agrarsektor nimmt im Kosovo eine vergleichsweise wichtige Stellung unter den Wirtschaftssektoren ein: 2019 hat die Landwirtschaft rund 6,9 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beigetragen. Zum Vergleich: Unter den EU-Ländern weist die Landwirtschaft Rumäniens, mit einem Anteil von rund 4,3 Prozent am BIP, den höchsten Wert auf. Darüber hinaus ist der Staat in hohem Maße von den Rücküberweisungen der Emigranten abhängig: Der Anteil der Rücküberweisungen (inflow) am BIP des Kosovo lag 2018 bei rund 15,6 Prozent - damit gehört der Kosovo zu den 20 Empfängerländer mit dem höchsten Anteil an Rücküberweisungen (inflow) von Migranten am Bruttoinlandsprodukt weltweit (12. Platz).

Corona-Pandemie trifft den Kosovo spät und hart

Auch der Kosovo bleibt von der Corona-Pandemie nicht verschont. Nachdem das BIP-Wachstum des Kosovo im Jahr 2019 noch rund vier Prozent betragen hat, wird für das Jahr 2020 ein Einbruch der Wirtschaftsleistung von rund fünf Prozent erwartet. Allerdings war der Corona Virus im Kosovo zum Zeitpunkt, als die Prognose erstellt wurde noch kaum verbreitet. Erst relativ spät, ab Mitte Juli 2020 stiegen die Infektionszahlen im gesamten Balkangebiet, auch im Kosovo, rapide an. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Wirtschaft des Kosovo auf das gesamte Jahr 2020 hochgerechnet wesentlich stärker einbrechen wird, als um die kolportierten fünf Prozent.

Bereits vor Ausbruch der Corona Pandemie kämpfte die strukturschwache junge Nation mit hohen Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitslosenquote des Kosovo hat sich zwar in den letzten Jahren deutlich verringert, sie ist dennoch sehr hoch und betrug 2019 rund 25,7 Prozent. Die Inflationsrate im Kosovo wurde 2019 mit rund 2,7 Prozent angegeben. Für das Jahr 2020 wird die Teuerung auf rund 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr prognostiziert.

Die Staatsverschuldung des Kosovo ist relativ gering und lag 2019 bei geschätzt rund 18,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Gründe für die geringe Staatsverschuldung des Landes sind die nicht weit zurückliegende Staatsgründung und der erschwerte Zugang zu den Finanzmärkten. Das Staatsdefizit des Kosovo betrug 2019 rund 1,4 Prozent des BIP und somit im Rahmen der europäischen Konvergenzkriterien.



Zweifel an der Rechtstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung

Die Attraktivität des Kosovo für Unternehmer hat sich im vergangenen Jahr verschlechtert. Im Doing Business Ranking belegt der Kosovo im Jahr 2020 den 57. Platz nachdem es im Vorjahr noch den 44. Platz unter insgesamt 190 Volkswirtschaften weltweit erreichte.
Transparency International bescheinigt dem Kosovo eine hohe Korruptionsanfälligkeit. Im Corruption Perceptions Index (CPI), der die wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor misst, belegt der Kosovo im Jahr 2019 Platz 101 unter 190 Staaten. Die übrigen EU-Beitrittskandidaten haben ebenfalls mit hoher Korruption zu kämpfen. Hinsichtlich der Bewertung von Demokratie und Marktwirtschaft nach dem Bertelsmann Transformationsindex (BTI) 2020 erreicht das Land 6,55 Punkte im Demokratie Index (defekte Demokratie), 5,86 Punkte im Index für Marktwirtschaft (Marktwirtschaft mit Funktionsdefiziten) und 5,23 Punkte im Index für Politisches Management (mäßig).

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Der Kosovo besitzt wie auch Bosnien und Herzegowina den Status als "potenzieller Beitrittskandidat" der Europäischen Union (EU) und ist somit Bestandteil der zukünftigen EU Erweiterung. Das südosteuropäische Land, dass sich erst 2008 von Serbien loslöste und die Unabhängigkeit ausrief, ist aber noch weit von einer EU-Mitgliedschaft entfernt. Durch den Status des potenziellen Beitrittskandidaten will die EU dem Land jedoch einerseits eine Perspektive aufzeigen und gleichzeitig frühzeitig (positiven) Einfluss auf die Konstituierung des Staates ausüben.

Die Bevölkerung vom Kosovo betrug 2019 rund 1,8 Millionen Menschen. Die Bevölkerungsentwicklung war in den vergangenen Jahren meist positiv. 2019 war die Bevölkerungsentwicklung des Kosovo allerdings negativ und die Gesamtbevölkerung verringerte sich um rund 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auswanderung führt zu Bevölkerungsrückgang

Obwohl die Fertilitätsrate im Kosovo seit Jahren kontinuierlich sinkt, ist sie mit rund 2 Kindern je Frau (2018) höher als die der EU-Mitgliedstaaten. Gleichzeitig ist der Migrationssaldo/Wanderungssaldo des Kosovo negativ. Im Jahr 2018 wanderten 21.402 Menschen mehr aus dem Kosovo aus, als im gleichen Zeitraum Menschen in den Kosovo einwanderten.
Die Lebenserwartung ist mit rund 72,2 Jahren (2018) niedriger als bei allen EU-Mitgliedstaaten. Das Preisniveau für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen im Kosovo betrug 2017 (neuere Daten noch nicht verfügbar) rund 53,7 Prozent des EU 27-Durchschnitts. Dies entspricht in etwa dem Niveau der EU-Mitgliedstaaten Rumänien und Bulgarien.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Kosovo liegt 2019 bei circa 8 Milliarden US-Dollar. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl beträgt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf rund 4.418 US-Dollar. Der Agrarsektor nimmt im Kosovo eine vergleichsweise wichtige Stellung unter den Wirtschaftssektoren ein: 2019 hat die Landwirtschaft rund 6,9 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beigetragen. Zum Vergleich: Unter den EU-Ländern weist die Landwirtschaft Rumäniens, mit einem Anteil von rund 4,3 Prozent am BIP, den höchsten Wert auf. Darüber hinaus ist der Staat in hohem Maße von den Rücküberweisungen der Emigranten abhängig: Der Anteil der Rücküberweisungen (inflow) am BIP des Kosovo lag 2018 bei rund 15,6 Prozent - damit gehört der Kosovo zu den 20 Empfängerländer mit dem höchsten Anteil an Rücküberweisungen (inflow) von Migranten am Bruttoinlandsprodukt weltweit (12. Platz).

Corona-Pandemie trifft den Kosovo spät und hart

Auch der Kosovo bleibt von der Corona-Pandemie nicht verschont. Nachdem das BIP-Wachstum des Kosovo im Jahr 2019 noch rund vier Prozent betragen hat, wird für das Jahr 2020 ein Einbruch der Wirtschaftsleistung von rund fünf Prozent erwartet. Allerdings war der Corona Virus im Kosovo zum Zeitpunkt, als die Prognose erstellt wurde noch kaum verbreitet. Erst relativ spät, ab Mitte Juli 2020 stiegen die Infektionszahlen im gesamten Balkangebiet, auch im Kosovo, rapide an. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Wirtschaft des Kosovo auf das gesamte Jahr 2020 hochgerechnet wesentlich stärker einbrechen wird, als um die kolportierten fünf Prozent.

Bereits vor Ausbruch der Corona Pandemie kämpfte die strukturschwache junge Nation mit hohen Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitslosenquote des Kosovo hat sich zwar in den letzten Jahren deutlich verringert, sie ist dennoch sehr hoch und betrug 2019 rund 25,7 Prozent. Die Inflationsrate im Kosovo wurde 2019 mit rund 2,7 Prozent angegeben. Für das Jahr 2020 wird die Teuerung auf rund 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr prognostiziert.

Die Staatsverschuldung des Kosovo ist relativ gering und lag 2019 bei geschätzt rund 18,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Gründe für die geringe Staatsverschuldung des Landes sind die nicht weit zurückliegende Staatsgründung und der erschwerte Zugang zu den Finanzmärkten. Das Staatsdefizit des Kosovo betrug 2019 rund 1,4 Prozent des BIP und somit im Rahmen der europäischen Konvergenzkriterien.



Zweifel an der Rechtstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung

Die Attraktivität des Kosovo für Unternehmer hat sich im vergangenen Jahr verschlechtert. Im Doing Business Ranking belegt der Kosovo im Jahr 2020 den 57. Platz nachdem es im Vorjahr noch den 44. Platz unter insgesamt 190 Volkswirtschaften weltweit erreichte.
Transparency International bescheinigt dem Kosovo eine hohe Korruptionsanfälligkeit. Im Corruption Perceptions Index (CPI), der die wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor misst, belegt der Kosovo im Jahr 2019 Platz 101 unter 190 Staaten. Die übrigen EU-Beitrittskandidaten haben ebenfalls mit hoher Korruption zu kämpfen. Hinsichtlich der Bewertung von Demokratie und Marktwirtschaft nach dem Bertelsmann Transformationsindex (BTI) 2020 erreicht das Land 6,55 Punkte im Demokratie Index (defekte Demokratie), 5,86 Punkte im Index für Marktwirtschaft (Marktwirtschaft mit Funktionsdefiziten) und 5,23 Punkte im Index für Politisches Management (mäßig).

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