Arbeitsspeicher hat sich im Premiumsegment zum größten einzelnen Kostenblock von Smartphones entwickelt. Sein Anteil an den gesamten Materialkosten stieg von 8 Prozent im dritten Quartal 2025 auf geschätzte 25 Prozent im dritten Quartal 2026. Damit überholt DRAM erstmals den Prozessor. Das zeigt die Statista-Infografik mit Daten von Counterpoint Research. Im selben Zeitraum verliert der Prozessor an Gewicht: sein Anteil sank von 32 auf 24 Prozent. Zugleich erhöhte sich der Anteil von NAND-Datenspeichern von 6 auf 18 Prozent. Kameras und Displays beanspruchen dagegen einen deutlich kleineren Teil der Materialkosten. Für Hersteller verschiebt sich damit die Kalkulation teurer Geräte. Steigende Speicheranteile könnten den Spielraum für Preissenkungen im Premiumsegment begrenzen. Besonders relevant wäre dies für Anbieter, die ihre Modelle mit mehr Speicher und leistungsfähigen KI-Funktionen ausstatten wollen.
Hintergrund ist der Boom bei Speicherchips: KI-Rechenzentren benötigen neben dem besonders schnellen High Bandwidth Memory (HBM) auch große Mengen herkömmlichen Arbeitsspeichers für Server. Die führenden Hersteller richten ihre begrenzten Kapazitäten daher verstärkt auf besonders lukrative Server- und KI-Produkte aus. Für Smartphone- und PC-Hersteller bleibt weniger Speicher verfügbar – die Preise steigen. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Handys im gleichen Maß teurer werden: Ob die höheren Kosten bei Verbrauchern ankommen, hängt auch von Verträgen, Lagerbeständen, Wettbewerb und den Margen der Hersteller ab.





















