Deutschland gehört trotz gesunkener Industriestrompreise weiterhin zu den teuersten Standorten in der Europäischen Union. Im ersten Halbjahr 2026 zahlten Nicht-Haushaltskunden laut Eurostat hier durchschnittlich 21,8 Cent/KWh. Damit lag Deutschland auf Rang sieben und nur knapp hinter der Slowakei mit 21,9 Cent/KWh. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2022 ist der Wert zwar von 25,8 Cent/KWh gesunken, der Abstand zu günstigeren Industriestandorten bleibt jedoch groß.
Besonders deutlich wird das im Vergleich mit Frankreich, wo der Preis bei 17,4 Cent/KWh lag, sowie mit Finnland und Schweden. Italien führte das Ranking mit 26,7 Cent/KWh an. Die Daten von Eurostat berücksichtigen Steuern und Abgaben und umfassen die Durchschnittspreise aller Verbrauchsgruppen.
Wie das Handelsblatt berichtet, verleihen die steigenden Gaspreise diesen Zahlen zusätzliche Bedeutung für Haushalte und Unternehmen. Steigende Gaspreise könnten den Strommarkt erneut verteuern und damit die Kosten energieintensiver Unternehmen erhöhen. Für Deutschland würde das zum Standortproblem: Selbst nach der Entspannung gegenüber 2022 bleibt Industriestrom teuer, was Investitionen und internationale Wettbewerbsfähigkeit belasten könnte.










