Statistiken zum Thema Neue Seidenstraße

Die Belt and Road Initiative – umgangssprachlich „Neue Seidenstraße“ – wurde erstmals im Jahr 2013 von der Regierung Chinas der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Projekt hat das offizielle Ziel interkontinentale Infrastruktur- und Handelsnetze zwischen China und den beteiligten Ländern zu schaffen und auszubauen. Im Jahr 2017 investierte China rund 20 Milliarden US-Dollar in Länder entlang der „Neuen Seidenstraße“. Durch die Infrastrukturmodernisierungen sollen die Transportkosten günstiger werden und damit das Außenhandelsvolumen Chinas mit den beteiligten Ländern zunehmen. Im Vergleich zum Gründungsjahr 2013 war 2017 der Wert der Exporte Chinas in Länder der Belt and Road Initiative 75 Milliarden US-Dollar höher, der Wert der Importe aus diesen ist jedoch leicht gesunken. Außerdem ist 2018 in den Mitgliedsländern sowohl die Vertragssumme der neu abgeschlossenen Bauverträge mit chinesischen Bauherren als auch der Wert der M&A-Deals Chinas gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Als Gründe dafür gelten Probleme bei der Identifizierung geeigneter Großprojekte und Engpässe in der Umsetzung.

Die Haupthandelsrouten der Belt and Road Initiative verlaufen entlang der historischen Seidenstraße: Auf dem Landweg, der China, Zentralasien, den Nahen Osten sowie Europa verbindet und auf dem Seeweg, der vom Reich der Mitte über Südostasien, Südasien, Afrika bis nach Europa geht. Die Zahl der von chinesischen Firmen betriebenen Terminals entlang der Maritimen Seidenstraße nahm in den letzten Jahren zu. Zu den strategisch wichtigsten Häfen der Belt and Road Initiative zählen Colombo, Gwadar, Djibouti/Doraleh, Piräus und Duisburg. China baut etwa den Hafen von Piräus zur wichtigsten Drehscheibe für den Containerverkehr nach Europa aus. Auch in den Schienenverkehr investiert die Belt and Road Initiative viel Geld: Mit 2,9 Milliarden US-Dollar wird beispielsweise der Ausbau der Verbindung Budapest-Belgrad zur zweigleisigen Bahnstrecke beziffert. Die Anzahl der zwischen China und Europa fahrenden Züge hat seit der Gründung der Belt and Road Initiative massiv zugenommen.

Gemäß offiziellen Angaben haben zu Beginn des Jahres 2019 bereits 125 Länder sowie 29 internationale Organisationen ein Memorandum of Understanding mit der Belt and Road Initiative unterzeichnet. Im März 2019 schloss sich Italien als erstes der großen G7-Länder dem Projekt an. Deutschland hat sich der „Neuen Seidenstraße“ zwar nicht offiziell angeschlossen, gemäß einer Studie könnte jedoch das deutsche Außenhandelsvolumen mit ausgewählten Ländern aufgrund der durch die Belt and Road Initiative reduzierten Handelskosten deutlich zunehmen. Neben dem Hafen von Duisburg wollen in Deutschland unter anderem auch der Hamburger Hafen und der JadeWeserPort zukünftig eine wichtige Rolle auf der "Neuen Seidenstraße" einnehmen. In einer Umfrage aus dem Jahr 2019 antworteten 56 Prozent der befragten in China tätigen deutschen Maschinenbauer, dass sie bisher nicht von der Belt and Road Initiative profitierten.

In einer Umfrage aus dem Jahr 2019 gaben 65 Prozent der befragten CEOs an, dass ihr Unternehmen bei ausländischen Markterweiterungen Länder und Regionen der Belt and Road Initiative bevorzuge. Gemäß Kritikern der „Neuen Seidenstraße“ profitiere jedoch vor allem China – so werden laut einer Studie 80 Prozent der Logistikaufträge der Initiative an chinesische Unternehmen vergeben. Ein weiterer Vorwurf der Kritiker ist, dass China mit seinen ausländischen Infrastrukturinvestitionen andere Länder wirtschaftlich abhängig und politisch gefügig machen wolle. Mittlerweile zählt China auch Infrastrukturprojekte weit abseits der ursprünglichen Seidenstraße zur Belt and Road Initiative dazu – die Initiative hat laut Kritikern kein klares Konzept und handle oft planlos.

Neue Seidenstraße

Dossier zum Thema

Alle wichtigen Statistiken redaktionell aufbereitet - direkt downloadbar als PPT & PDF!
TOP SELLER

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Neue Seidenstraße" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Beteiligte Regionen und Länder

Schlüsselprojekte

Investitionsklima

Bedeutung für Europa und Deutschland

Weitere interessante Themen

Verwandte Themen

Weitere Studien zum Thema

Sie haben noch Fragen?

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach.
Wir helfen Ihnen gern!

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach.
Wir helfen Ihnen gern!

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme

Nutzen Sie gern unser Kontaktformular oder unsere FAQ.
Alternativ können Sie sich auch direkt an unseren Kundenservice wenden.