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Statistiken zum Thema Neue Seidenstraße

Die Belt and Road Initiative – umgangssprachlich „Neue Seidenstraße“ – wurde erstmals im Jahr 2013 von der Regierung Chinas der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Projekt hat das offizielle Ziel interkontinentale Infrastruktur- und Handelsnetze zwischen China und den beteiligten Ländern zu schaffen und auszubauen. Im Jahr 2020 investierte China rund 22,5 Milliarden US-Dollar in Länder entlang der „Neuen Seidenstraße“. Durch die Infrastrukturmodernisierungen sollen die Transportkosten günstiger werden und damit das Außenhandelsvolumen Chinas mit den beteiligten Ländern zunehmen. Der Export Chinas in Länder der Belt and Road Initiative nahm in den Jahren 2017 bis 2020 tatsächlich zu. Im Jahr 2019 ist jedoch in den Mitgliedsländern der Wert der M&A-Deals Chinas gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Als Gründe dafür galten Probleme bei der Identifizierung geeigneter Großprojekte und Engpässe in der Umsetzung.

Wichtigste Routen der Neuen Seidenstraße

Die Haupthandelsrouten der Belt and Road Initiative verlaufen entlang der historischen Seidenstraße: Auf dem Landweg, der China, Zentralasien, den Nahen Osten sowie Europa verbindet und auf dem Seeweg, der vom Reich der Mitte über Südostasien, Südasien, Afrika bis nach Europa geht. Zu den strategisch wichtigsten Häfen der Belt and Road Initiative zählen Colombo, Gwadar, Djibouti/Doraleh, Piräus und Duisburg. China baut etwa den Hafen von Piräus zur wichtigsten Drehscheibe für den Containerverkehr nach Europa aus. Auch in den Schienenverkehr investiert die Belt and Road Initiative viel Geld: Mit 2,9 Milliarden US-Dollar wird beispielsweise der Ausbau der Verbindung Budapest-Belgrad zur zweigleisigen Bahnstrecke beziffert. Die Anzahl der zwischen China und Europa fahrenden Züge hat seit der Gründung der Belt and Road Initiative massiv zugenommen.

Duisburg wichtiger Teil der neuen Seidenstraße

Gemäß offiziellen Angaben haben Ende 2021 bereits 140 Länder sowie ein Länderbündnis ein Memorandum of Understanding mit der Belt and Road Initiative unterzeichnet. Im März 2019 schloss sich Italien als erstes der großen G7-Länder dem Projekt an. Deutschland hat sich der „Neuen Seidenstraße“ zwar nicht offiziell angeschlossen, gemäß einer Studie könnte jedoch das deutsche Außenhandelsvolumen mit ausgewählten Ländern aufgrund der durch die Belt and Road Initiative reduzierten Handelskosten deutlich zunehmen. Der deutsche Hafen Duisburg ist Teil der Neuen Seidenstraße. Er ist über eine 12.000 Kilometer lange Schienenverbindung mit China verbunden. Außerdem wollen in Deutschland unter anderem auch der Hamburger Hafen und der JadeWeserPort zukünftig eine wichtige Rolle auf der "Neuen Seidenstraße" einnehmen.

Belt and Road Initiative wird scharf kritisiert

Gemäß Kritikern der Neuen Seidenstraße profitiere vor allem China von dem Projekt – so werden laut einer Studie 90 Prozent der Logistikaufträge der Initiative an chinesische Unternehmen vergeben. Ein weiterer Vorwurf der Kritiker ist, dass China mit seinen ausländischen Infrastrukturinvestitionen andere Länder wirtschaftlich abhängig und politisch gefügig machen wolle. Mittlerweile zählt China auch Infrastrukturprojekte weit abseits der ursprünglichen Seidenstraße zur Belt and Road Initiative dazu – die Initiative hat laut Kritikern kein klares Konzept und handle oft planlos. Laut einer Studie des Business & Human Rights Resource Centre gibt es außerdem zahlreiche Vorwürfe über Menschenrechtsverletzungen bei Projekten der Neuen Seidenstraße, darunter unter anderem die Zerstörung von Lebensgrundlagen, Umweltverschmutzung, die Verletzung von Arbeitsrechten und Gewaltausübung.

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