Statistiken zum Arbeitsmarkt in Österreich

Die Arbeits- bzw. Erwerbslosigkeit in Österreich kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden. Für die nationale Arbeitslosenzahl werden sämtliche beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos vorgemerkte Personen gezählt. Nach dieser Definition gab es in Österreich im Jahr 2017 durchschnittlich rund 339.980 Arbeitslose und damit weniger als im Vorjahr mit circa 357.310. Daneben gibt es eine Erhebung nach den einheitlichen Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die auf hochgerechneten Umfragen beruht. Demnach waren 2017 etwa 247.900 Personen erwerbslos, was ebenfalls einen Rückgang zum Vorjahr (270.000) bedeutete. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 8,5 Prozent nach nationaler bzw. 5,5 Prozent nach internationaler Definition und damit jeweils rund einen halben Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Im EU-Vergleich liegt die Arbeitslosigkeit in Österreich im unteren Drittel. Für 2018 sagen erste Prognosen eine Arbeitslosenquote unter 8 Prozent voraus und somit einen weiteren Rückgang.

Höher als die Arbeitslosenzahl ist die der beim AMS registrierten Stellensuchenden, die zusätzlich auch Schulungsteilnehmer umfasst. Im Jahr 2017 waren in Österreich durchschnittlich rund 412.070 Personen offiziell auf Stellensuche; weniger als noch 2016 (424.520). Dem standen circa 56.850 beim AMS gemeldete offene Stellen gegenüber. Die Zahl der offenen Stellen ist in den letzten beiden Jahren deutlich gestiegen; sie umfasst allerdings nicht den gesamten Stellenmarkt.

Die Erwerbsbevölkerung von Österreich, d.h. die Anzahl der Personen, die dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen (inkl. sofort verfügbare Arbeitslose), betrug 2017 rund 4,51 Millionen Personen. Tatsächlich erwerbstätig waren circa 4,26 Millionen Personen. Die Erwerbstätigenquote lag bei 72,2 Prozent der 15-64-jährigen Wohnbevölkerung. Damit erreichte sie einen neuen Höchststand, was vor allem auf die zunehmende Erwerbstätigkeit der Frauen zurückzuführen ist. Diese liegt allerdings mit 68,2 Prozent weiter klar unter jener der Männer mit 76,2 Prozent. Unter den EU-Staaten nimmt Österreich bei der Erwerbstätigkeit einen Platz im oberen Drittel ein. Im Branchenvergleich arbeiteten die meisten Erwerbstätigen 2016 im Verarbeitenden Gewerbe (673.100), gefolgt vom Handel (608.000) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (435.500).

Im Jahr 2017 arbeiteten insgesamt rund 1,22 Millionen Erwerbstätige in Österreich in Teilzeit. Die Teilzeitquote, also der Anteil an allen Erwerbstätigen, steigt seit Jahren an und betrug 28,7 Prozent. Dabei arbeiten Frauen mit 47,7 Prozent wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer mit 11,9 Prozent. Das gesamte Arbeitsvolumen in Österreich lag 2017 bei rund 6,9 Milliarden Stunden, davon entfielen circa 4,2 Milliarden auf die Männer und etwa 2,7 Milliarden Stunden auf die Frauen. Die durchschnittliche tatsächliche Wochenarbeitszeit pro Arbeitsstelle betrug 31,9 Stunden, wobei Männer mit 35,7 Stunden wiederum länger arbeiteten als Frauen mit 27,4. Insgesamt ist die mittlere Arbeitszeit seit Jahren rückläufig; 2007 hatte sie noch bei 35 Stunden gelegen.

Die Reallöhne, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, stiegen in Österreich im Jahr 2016 um 0,3 Prozent und damit geringer als 2015 mit 1 Prozent. Der durchschnittliche (Median) Bruttojahreslohn unselbständig Erwerbstätiger lag 2016 bei rund 27.050 Euro, wobei es je nach Region, Branche und Ausbildung deutliche Unterschiede gibt. Auch zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine Lohnlücke: Der (unbereinigte) sog. Gender Pay Gap betrug im Jahr 2016 in Österreich 20,1 Prozent des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer. Die Löhne sind auch ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitskosten. Diese lagen im Jahr 2017 bei rund 34,1 Euro je geleisteter Stunde.

Im Jahr 2016 waren 42,7 Prozent der Erwerbstätigen in Österreich mit ihrem Job hochzufrieden; 11 Prozent hingegen nur wenig zufrieden. Ihre berufliche Situation bewerteten in einer Umfrage aus dem Herbst 2017 78 Prozent der Befragten als gut, 12 Prozent als schlecht. Die besten Arbeitgeber in Österreich waren laut einem Ende 2017 erstellten Ranking das Industrieunternehmen SKF Österreich, die Brau Union Österreich und das BMW-Motorenwerk.

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