Statistiken zum Arbeitsmarkt in Österreich

Veröffentlicht von Martin Mohr, 23.07.2019
Die Arbeits- bzw. Erwerbslosigkeit in Österreich kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden: Für die nationale Arbeitslosenzahl werden sämtliche beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos vorgemerkte Personen gezählt. Nach dieser Definition gab es in Österreich im Jahr 2018 durchschnittlich rund 312.000 Arbeitslose und damit weniger als im Vorjahr mit circa 340.000. Daneben gibt es eine Erhebung nach den einheitlichen Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die auf hochgerechneten Umfragen beruht. Demnach waren 2018 etwa 220.000 Personen erwerbslos, was ebenfalls einen Rückgang zum Vorjahr mit circa 248.000 bedeutete. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 7,7 Prozent nach nationaler bzw. 4,9 Prozent nach internationaler Definition und damit jeweils unter dem Vorjahreswert von 8,5 bzw. 5,5 Prozent. Nach Bundesländern differenziert ist die Arbeitslosenquote in Wien klar am höchsten. Im EU-Vergleich liegt die Arbeitslosigkeit in Österreich in der unteren Hälfte. Für 2019 sagen Prognosen eine Arbeitslosenquote um 7,5 Prozent voraus und somit einen weiteren leichten Rückgang.

Höher als die Arbeitslosenzahl ist die der beim AMS registrierten Stellensuchenden, die zusätzlich auch Schulungsteilnehmer umfasst. Im Jahr 2018 waren in Österreich durchschnittlich rund 381.000 Personen offiziell auf Stellensuche; weniger als noch 2017 mit gut 412.000. Dem standen circa 71.500 beim AMS gemeldete offene Stellen gegenüber. Die Zahl der offenen Stellen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen; sie umfasst allerdings nicht den gesamten Stellenmarkt: Laut einer Ende 2018 durchgeführten Umfrage wären 47 Prozent der Erwerbstätigen offen für einen Arbeitgeberwechsel oder haben sogar schon konkrete Pläne. Ein wichtiges Thema ist der Fachkräftemangel: In einer Erhebung gaben Anfang 2019 83 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen an, Schwierigkeiten bei der Personalsuche zu haben.

Die Erwerbsbevölkerung von Österreich, d.h. die Anzahl der Personen, die dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen (inkl. sofort verfügbare Arbeitslose), betrug 2018 rund 4,54 Millionen Personen. Tatsächlich erwerbstätig waren circa 4,32 Millionen Personen. Die Erwerbstätigenquote lag bei 73 Prozent der 15-64-jährigen Wohnbevölkerung. Damit erreichte sie einen neuen Höchststand, was vor allem auf die zunehmende Erwerbstätigkeit der Frauen zurückzuführen ist. Diese liegt allerdings mit 68,6 Prozent weiter klar unter jener der Männer mit 77,4 Prozent. Unter den EU-Staaten nimmt Österreich bei der Erwerbstätigkeit einen Platz im oberen Drittel ein. Im Branchenvergleich arbeiteten die meisten Erwerbstätigen 2018 im Verarbeitenden Gewerbe (ca. 699.000), gefolgt vom Handel (ca. 624.000) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (459.000). Auf diese drei Branchen entfielen zusammen 41,2 Prozent der Erwerbstätigen.

Im Jahr 2018 arbeiteten insgesamt rund 1,22 Millionen Erwerbstätige in Österreich in Teilzeit. Die Teilzeitquote, also der Anteil an allen Erwerbstätigen, lag bei 28,2 Prozent und sank damit erstmals seit Jahren wieder. Dabei arbeiten Frauen mit 47,5 Prozent wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer mit 11,2 Prozent. Das gesamte Arbeitsvolumen in Österreich betrug 2018 rund 7 Milliarden Stunden, davon entfielen circa 4,2 Milliarden auf die Männer und etwa 2,8 Milliarden auf die Frauen. Die durchschnittliche tatsächliche Wochenarbeitszeit pro Arbeitsstelle betrug 31,8 Stunden, wobei Männer mit 35,6 Stunden wiederum länger arbeiteten als Frauen mit 27,3. Insgesamt ist die mittlere Arbeitszeit seit Jahren rückläufig; 2008 hatte sie noch bei 34,8 Stunden gelegen. Die Lebensarbeitszeit, d.h. die Zahl der Jahre, die eine Person während ihres Lebens erwartungsgemäß auf dem Arbeitsmarkt aktiv sein wird, lag in Österreich mit Stand 2017 insgesamt bei 37,2 Jahren (39,2 bei den Männern, 35 bei den Frauen). Sie steigt kontinuierlich an.

Die Reallöhne, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, sanken in Österreich im Jahr 2017 um -0,6 Prozent, nachdem sie 2016 noch um 1,4 Prozent gestiegen waren. Dies war der erste Reallohnverlust seit 2011. Der durchschnittliche (Median) Bruttojahreslohn unselbständig Erwerbstätiger lag 2017 bei rund 27.500 Euro, wobei es je nach Region, Branche und Ausbildung deutliche Unterschiede gibt. Auch zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine Lohnlücke: Der (unbereinigte) sog. Gender Pay Gap betrug im Jahr 2017 in Österreich 19,9 Prozent des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer; ist allerdings rückläufig. Die Löhne sind auch ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitskosten. Diese lagen im Jahr 2017 bei rund 33 Euro je geleisteter Stunde.

Ihre berufliche Situation bewerteten in einer Umfrage aus dem Herbst 2018 78 Prozent der Österreicher als gut, 12 Prozent als schlecht. Verschiedenen Erhebungen zufolge unterscheidet sich die Arbeitszufriedenheit stark nach Bundesländern, Altersgruppen und einzelnen Aspekten des Berufs. Die besten Arbeitgeber in Österreich waren laut einem Ende 2017 erstellten Ranking das Industrieunternehmen SKF Österreich, die Brau Union Österreich und das BMW-Motorenwerk.

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