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Statistiken zum Arbeitsmarkt in Österreich

Die Arbeits- bzw. Erwerbslosigkeit in Österreich kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden: Für die nationale Arbeitslosenzahl werden sämtliche beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos vorgemerkte Personen gezählt. Nach dieser Definition gab es im Jahr 2020 durchschnittlich rund 410.000 Arbeitslose und damit aufgrund der Corona-Pandemie deutlich mehr als im Vorjahr mit circa 301.000. Daneben wird eine Erhebung nach den einheitlichen Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) durchgeführt, die auf hochgerechneten Umfragen beruht. Demnach waren 2020 etwa 244.000 Personen erwerbslos, was ebenfalls einen merklichen Anstieg zum Vorjahr mit ungefähr 205.000 bedeutete. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 9,9 Prozent nach nationaler bzw. 5,4 Prozent nach internationaler Definition und damit jeweils erheblich über dem Vorjahreswert von 7,4 bzw. 4,5 Prozent. Nach Bundesländern differenziert ist die Arbeitslosenquote in Wien klar am höchsten. Im EU-Vergleich liegt die Arbeitslosigkeit in Österreich im Mittelfeld. Für 2021 sagen Prognosen einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 8,5 bis 9 Prozent voraus.

Stellenmarkt & Fachkräftemangel

Höher als die Arbeitslosenzahl ist die der beim AMS registrierten Stellensuchenden, die zusätzlich auch Schulungsteilnehmer umfasst. Im Jahr 2020 waren in Österreich durchschnittlich rund 467.000 Personen offiziell auf Stellensuche; wiederum deutlich mehr als noch im Vorjahr mit circa 363.000. Dem standen etwa 62.800 beim AMS gemeldete offene Stellen gegenüber. Die Zahl der offenen Stellen ist in der Corona-Krise gesunken; sie umfasst allerdings nicht den gesamten Stellenmarkt. Ein wichtiges Thema ist die Knappheit an geeigneten Arbeitskräften: Bei einer im Herbst 2020 durchgeführten Erhebung gaben 62,6 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen an, stark von diesem Fachkräftemangel betroffen zu sein. Eine besonders gefragte Berufsgruppe sind hierbei Handwerksberufe.

Erwerbstätigkeit

Statistik: Erwerbstätige in Österreich | Statista Die Erwerbsbevölkerung von Österreich, d.h. die Anzahl der Personen, die dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen (inkl. sofort verfügbare Arbeitslose), belief sich 2020 auf rund 4,54 Millionen; tatsächlich erwerbstätig waren circa 4,3 Millionen. Die Erwerbstätigenquote lag bei 72,4 Prozent der 15-64-jährigen Wohnbevölkerung; damit sank sie aufgrund der Corona-Krise gegenüber dem Vorjahr. Unter den EU-Staaten nimmt Österreich bei der Erwerbstätigkeit einen Platz in der oberen Hälfte ein. Im Branchenvergleich arbeiten die meisten Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe mit etwa 671.000, gefolgt vom Handel mit ungefähr 619.000 sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen mit gut 466.000. Auf diese drei Branchen entfielen zusammen 40,9 Prozent der Erwerbstätigen.

Arbeitszeiten

Im Jahr 2020 arbeiteten insgesamt rund 1,2 Millionen Erwerbstätige in Österreich in Teilzeit. Die Teilzeitquote, also der Anteil an allen Erwerbstätigen, lag bei 27,9 Prozent und sank damit das dritte Jahr in Folge. Dabei arbeiteten Frauen mit 47,3 Prozent wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer mit 10,7 Prozent. Das gesamte Arbeitsvolumen betrug rund 6,5 Milliarden Stunden, davon entfielen circa 3,9 Milliarden auf die Männer und etwa 2,6 Milliarden auf die Frauen. Die durchschnittliche tatsächliche Wochenarbeitszeit pro Arbeitsstelle lag bei 29,6 Stunden, wobei Männer mit 33,2 Stunden wiederum mehr arbeiteten als Frauen mit 25,3. Damit ging die mittlere Arbeitszeit corona-bedingt deutlich gegenüber dem Vorjahr zurück. Auch die Lebensarbeitszeit, d.h. die Zahl der Jahre, die eine Person während ihres Lebens erwartungsgemäß auf dem Arbeitsmarkt aktiv sein wird, sank auf 37,5 Jahre (39,5 bei den Männern, 35,3 bei den Frauen).

Gehälter & Arbeitskosten

Statistik: Bruttojahreseinkommen in Österreich | Statista Der durchschnittliche (Median) Bruttojahreslohn unselbständig Erwerbstätiger in Österreich lag im Jahr 2019 bei rund 29.500 Euro, wobei je nach Bundesland und Alter deutliche Unterschiede bestehen. Vor allem zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine vieldiskutierte Lohnlücke: Der (unbereinigte) sog. Gender Pay Gap betrug 2019 19,9 Prozent des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer, wird allerdings seit Jahren geringer. Die Löhne sind auch ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitskosten. Diese lagen 2020 bei circa 36,50 Euro je geleisteter Stunde.

Arbeitszufriedenheit

Die Arbeit ist für 76 Prozent der Österreicher ein wichtiger Aspekt in ihrem Leben. Ihre berufliche Situation bewerteten im Winter 2020/2021 63 Prozent der Österreicher als gut, 26 Prozent hingegen als schlecht. Zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz tragen dabei vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (Work-Life-Balance) sowie ein sicheres Beschäftigungsverhältnis bei. Dementsprechend sind flexible Arbeitszeitmodelle auch der häufigste Wunsch an einen "modernen" Arbeitgeber. Der beste Arbeitgeber in Österreich war laut einem im Herbst 2020 erstellten Ranking der Elektronikgerätehersteller Miele.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Arbeitsmarkt in Österreich" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Arbeitslosigkeit

Stellenmarkt & Fachkräftemangel

Erwerbstätigkeit

Arbeitszeiten

Gehälter & Arbeitskosten

Arbeitszufriedenheit

Interessante Statistiken

In den folgenden 6 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 114 Statistiken aus dem Thema "Arbeitsmarkt in Österreich".

Arbeitsmarkt in Österreich

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Statistiken zum Arbeitsmarkt in Österreich

Die Arbeits- bzw. Erwerbslosigkeit in Österreich kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden: Für die nationale Arbeitslosenzahl werden sämtliche beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos vorgemerkte Personen gezählt. Nach dieser Definition gab es im Jahr 2020 durchschnittlich rund 410.000 Arbeitslose und damit aufgrund der Corona-Pandemie deutlich mehr als im Vorjahr mit circa 301.000. Daneben wird eine Erhebung nach den einheitlichen Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) durchgeführt, die auf hochgerechneten Umfragen beruht. Demnach waren 2020 etwa 244.000 Personen erwerbslos, was ebenfalls einen merklichen Anstieg zum Vorjahr mit ungefähr 205.000 bedeutete. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 9,9 Prozent nach nationaler bzw. 5,4 Prozent nach internationaler Definition und damit jeweils erheblich über dem Vorjahreswert von 7,4 bzw. 4,5 Prozent. Nach Bundesländern differenziert ist die Arbeitslosenquote in Wien klar am höchsten. Im EU-Vergleich liegt die Arbeitslosigkeit in Österreich im Mittelfeld. Für 2021 sagen Prognosen einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 8,5 bis 9 Prozent voraus.

Stellenmarkt & Fachkräftemangel

Höher als die Arbeitslosenzahl ist die der beim AMS registrierten Stellensuchenden, die zusätzlich auch Schulungsteilnehmer umfasst. Im Jahr 2020 waren in Österreich durchschnittlich rund 467.000 Personen offiziell auf Stellensuche; wiederum deutlich mehr als noch im Vorjahr mit circa 363.000. Dem standen etwa 62.800 beim AMS gemeldete offene Stellen gegenüber. Die Zahl der offenen Stellen ist in der Corona-Krise gesunken; sie umfasst allerdings nicht den gesamten Stellenmarkt. Ein wichtiges Thema ist die Knappheit an geeigneten Arbeitskräften: Bei einer im Herbst 2020 durchgeführten Erhebung gaben 62,6 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen an, stark von diesem Fachkräftemangel betroffen zu sein. Eine besonders gefragte Berufsgruppe sind hierbei Handwerksberufe.

Erwerbstätigkeit

Statistik: Erwerbstätige in Österreich | Statista Die Erwerbsbevölkerung von Österreich, d.h. die Anzahl der Personen, die dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen (inkl. sofort verfügbare Arbeitslose), belief sich 2020 auf rund 4,54 Millionen; tatsächlich erwerbstätig waren circa 4,3 Millionen. Die Erwerbstätigenquote lag bei 72,4 Prozent der 15-64-jährigen Wohnbevölkerung; damit sank sie aufgrund der Corona-Krise gegenüber dem Vorjahr. Unter den EU-Staaten nimmt Österreich bei der Erwerbstätigkeit einen Platz in der oberen Hälfte ein. Im Branchenvergleich arbeiten die meisten Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe mit etwa 671.000, gefolgt vom Handel mit ungefähr 619.000 sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen mit gut 466.000. Auf diese drei Branchen entfielen zusammen 40,9 Prozent der Erwerbstätigen.

Arbeitszeiten

Im Jahr 2020 arbeiteten insgesamt rund 1,2 Millionen Erwerbstätige in Österreich in Teilzeit. Die Teilzeitquote, also der Anteil an allen Erwerbstätigen, lag bei 27,9 Prozent und sank damit das dritte Jahr in Folge. Dabei arbeiteten Frauen mit 47,3 Prozent wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer mit 10,7 Prozent. Das gesamte Arbeitsvolumen betrug rund 6,5 Milliarden Stunden, davon entfielen circa 3,9 Milliarden auf die Männer und etwa 2,6 Milliarden auf die Frauen. Die durchschnittliche tatsächliche Wochenarbeitszeit pro Arbeitsstelle lag bei 29,6 Stunden, wobei Männer mit 33,2 Stunden wiederum mehr arbeiteten als Frauen mit 25,3. Damit ging die mittlere Arbeitszeit corona-bedingt deutlich gegenüber dem Vorjahr zurück. Auch die Lebensarbeitszeit, d.h. die Zahl der Jahre, die eine Person während ihres Lebens erwartungsgemäß auf dem Arbeitsmarkt aktiv sein wird, sank auf 37,5 Jahre (39,5 bei den Männern, 35,3 bei den Frauen).

Gehälter & Arbeitskosten

Statistik: Bruttojahreseinkommen in Österreich | Statista Der durchschnittliche (Median) Bruttojahreslohn unselbständig Erwerbstätiger in Österreich lag im Jahr 2019 bei rund 29.500 Euro, wobei je nach Bundesland und Alter deutliche Unterschiede bestehen. Vor allem zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine vieldiskutierte Lohnlücke: Der (unbereinigte) sog. Gender Pay Gap betrug 2019 19,9 Prozent des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer, wird allerdings seit Jahren geringer. Die Löhne sind auch ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitskosten. Diese lagen 2020 bei circa 36,50 Euro je geleisteter Stunde.

Arbeitszufriedenheit

Die Arbeit ist für 76 Prozent der Österreicher ein wichtiger Aspekt in ihrem Leben. Ihre berufliche Situation bewerteten im Winter 2020/2021 63 Prozent der Österreicher als gut, 26 Prozent hingegen als schlecht. Zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz tragen dabei vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (Work-Life-Balance) sowie ein sicheres Beschäftigungsverhältnis bei. Dementsprechend sind flexible Arbeitszeitmodelle auch der häufigste Wunsch an einen "modernen" Arbeitgeber. Der beste Arbeitgeber in Österreich war laut einem im Herbst 2020 erstellten Ranking der Elektronikgerätehersteller Miele.

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