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Statistiken zum Wirtschaftsraum DACH

Der deutschsprachige DACH-Raum zählt zu den wichtigsten und wohlhabendsten Regionen weltweit. Mögen Deutschland, Österreich und die Schweiz im Hinblick auf ihre Größe, ihre Gewohnheiten und ihre Geschichte durchaus unterschiedlich sein, sind sie doch eng miteinander verbunden. Vor allem in den Grenzregionen gehört der gelebte Austausch zum Alltag. Die Corona-Krise und nationalistische Tendenzen haben dies zuletzt jedoch auch in Frage gestellt.

Bevölkerungen im Wandel

Insbesondere durch kontinuierliche Zuwanderung hat die Einwohnerzahl im DACH-Raum mittlerweile die 100-Millionen-Marke überschritten. Hinsichtlich der Verteilung auf die drei Länder lebten im Jahr 2019 rund 83,1 Millionen Menschen in Deutschland, 8,9 Millionen in Österreich und 8,6 Millionen in der Schweiz. Wird dies in Relation zur Landesfläche gesetzt, liegen bei der Bevölkerungsdichte Deutschland und die Schweiz mit circa 237 bzw. 216 Einwohnern pro Quadratkilometer deutlich vor Österreich, wo sich lediglich 107 Personen einen Quadratkilometer teilen. Allen drei Ländern gemeinsam ist ein demografischer Wandel hin zu einer älter werdenden Gesellschaft, wobei dieser Prozess in Deutschland mit einem Durchschnittsalter von 45,7 Jahren bereits weiter fortgeschritten ist als in den beiden Alpenrepubliken mit 43,5 (Österreich) bzw. 43,1 Jahren (Schweiz).

Ein bedeutender Wirtschaftsraum

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des DACH-Raums, also der Gesamtwert aller erzeugten Produkte und Dienstleistungen, lag im Jahr 2019 bei über 5 Billionen US-Dollar und erreichte damit fast das Niveau von Japan, der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. Innerhalb der Region dominiert in absoluten Zahlen Deutschland mit einer Wirtschaftskraft von rund 3,9 Billionen US-Dollar; die Schweiz kommt auf circa 715,4 Milliarden US-Dollar und Österreich auf etwa 447,7 Milliarden US-Dollar. Beim BIP-pro-Kopf hingegen, das als grobes Maß für den wirtschaftlichen Wohlstand gilt, liegt die Schweiz mit gut 83.700 US-Dollar je Einwohner deutlich vor ihren beiden Nachbarn mit rund 50.000 (Österreich) bzw. 46.600 US-Dollar (Deutschland). In allen drei Ländern war die Wirtschaft seit der Finanzkrise 2009 kontinuierlich gewachsen. Aufgrund der Corona-Pandemie und den Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung wird die Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 jedoch heftig einbrechen, voraussichtlich gefolgt von einer spürbaren Erholung 2021.

Gesunde Arbeitsmärkte - bis zur Corona-Pandemie

Insgesamt waren im DACH-Raum im Jahr 2019 fast 50 Millionen Personen erwerbstätig, wobei Deutschland mit rund 41,1 Millionen Erwerbstätigen den bei weitem größten Arbeitsmarkt darstellt (Schweiz ca. 4,5 Millionen, Österreich ca. 4,3 Millionen). Bei der Erwerbstätigenquote hingegen, d.h. der Relation zur Bevölkerung im Erwerbsalter 15-64 Jahre, liegt die Eidgenossenschaft mit 80,5 Prozent vor Deutschland mit 76,7 Prozent und Österreich mit 73,6 Prozent - in der Schweiz wird das Arbeitskräftepotenzial also am stärksten ausgeschöpft. Die Arbeitslosenquoten der drei Länder haben sich seit der Finanzkrise durchaus unterschiedlich entwickelt: Während sie in Deutschland kontinuierlich sank, verzeichneten die beiden Alpenländer zwischen 2012 und 2016 einen Anstieg, bevor sich die Arbeitsmarktlage ab 2017 dann wieder verbesserte. 2019 lag die nach internationalen Standards gemessene Quote in allen DACH-Ländern auf einem recht niedrigen Niveau: 3,2 Prozent in Deutschland, 4,4 Prozent in der Schweiz und 4,5 Prozent in Österreich. Die Corona-Krise hat allerdings auch auf den Arbeitsmärkten bereits deutliche Spuren hinterlassen, sodass diese Werte in den nächsten Jahren kaum wieder erreicht werden dürften.

Drei Exportwirtschaften

Deutschland war in den 2000er-Jahren einige Zeit lang das Land mit den meisten Warenexporten und wird auch heute bisweilen noch als "Exportweltmeister" betitelt - tatsächlich aber belegte die Bundesrepublik 2019 mit Ausfuhren in Höhe von rund 1,5 Billionen US-Dollar "nur" Platz drei hinter China und den USA. Die Schweiz und Österreich stehen in dieser Liste der Exportnationen auf den Rängen 19 und 30, sind aber in bestimmten Bereichen durchaus weltweit führend (z.B. Schweizer Uhrenindustrie). Allen drei DACH-Ländern gemeinsam ist eine hohe Bedeutung der Außenwirtschaft für die gesamte Volkswirtschaft, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung: So liegt die Exportquote (inkl. Dienstleistungen) in der Schweiz bei 66 Prozent des BIP, in Österreich bei 55,7 Prozent und in Deutschland bei 46,9 Prozent. Ein international viel diskutiertes Thema ist der enorme deutsche Handelsbilanzüberschuss, den manche Staaten als Störung des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts kritisieren. Auch die Schweiz erwirtschaftet in geringerem Ausmaß Exportüberschüsse, während Österreichs Handelsbilanz traditionell negativ ausfällt - vor allem aufgrund der vielen Importe aus der Bundesrepublik. Im Warenverkehr zwischen den DACH-Staaten ist Deutschland für die beiden Alpenländer jeweils der mit Abstand wichtigste Partner: Fast ein Drittel des österreichischen und gut ein Fünftel des Schweizer Handelswerts (Exporte und Importe) gingen 2019 auf den Nachbarn im Norden zurück. Deutschland selbst hingegen ist stärker auf andere europäische und globale Märkte ausgerichtet: Österreich und die Schweiz stehen hier zusammen lediglich für 8,7 Prozent des Außenhandels.

Attraktive Konsummärkte

Die gesamte Kaufkraft im DACH-Raum betrug im Jahr 2019 mehr als 2,5 Billionen Euro. Im Pro-Kopf-Vergleich sticht dabei die Schweiz mit einer durchschnittlichen Kaufkraft von rund 42.100 Euro deutlich hervor - Österreich kommt auf circa 24.100 Euro und Deutschland auf etwa 23.800 Euro. Allerdings sind bei den Eidgenossen auch die Lebenshaltungskosten enorm erhöht, was die reale Kaufkraft entsprechend schmälert. Um der "Hochpreisinsel Schweiz" zu entfliehen, fahren daher vor allem Bewohner der Grenzregionen häufiger zum Einkaufen ins Ausland ("Einkaufstourismus"), was im Land durchaus umstritten ist. Insgesamt liegt das Pro-Kopf-BIP in den meisten DACH-Grenzgebieten über dem jeweiligen Landesdurchschnitt; diese Regionen sind also vergleichsweise wohlhabend und wirtschaftsstark. Das hat sicherlich vielfältige Ursachen, verweist aber auch darauf, dass Grenznähe und Austausch ein Gewinn für alle Seiten sein kann.

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Wirtschaftsraum DACH

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