Statistiken zum Arbeitsmarkt in der Schweiz

Die Arbeits- bzw. Erwerbslosigkeit in der Schweiz kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden. Für die nationale Arbeitslosenzahl werden sämtliche bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten Personen gezählt, die keine Stelle haben und sofort vermittelbar sind. Nach dieser Definition gab es in der Schweiz im Jahr 2017 durchschnittlich rund 143.140 Arbeitslose und damit weniger als im Vorjahr mit circa 149.320. Daneben gibt es eine Erhebung nach den einheitlichen Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die auf hochgerechneten Umfragen beruht. Demnach waren 2017 etwa 234.000 Personen erwerbslos, was ebenfalls einen Rückgang zum Vorjahr (238.000) bedeutete. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 3,2 Prozent nach nationaler bzw. 4,8 Prozent nach internationaler Definition und damit jeweils geringfügig unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zu den meisten EU-Staaten ist die Arbeitslosigkeit in der Schweiz recht gering. Für 2018 sagen erste Prognosen eine Arbeitslosenquote um die 3 Prozent voraus und somit einen weiteren Rückgang.

Höher als die Arbeitslosenzahl ist die der bei den RAV registrierten Stellensuchenden, die zusätzlich auch nichtarbeitslose Personen umfasst. Im Jahr 2017 waren in der Schweiz durchschnittlich rund 206.150 Personen offiziell auf Stellensuche; weniger als noch 2016 (211.100). Dem standen circa 11.990 bei den RAV gemeldete offene Stellen gegenüber. Die Zahl der offenen Stellen ist in den letzten beiden Jahren wieder gestiegen, hat aber noch nicht das hohe Niveau von 2011 erreicht, als etwa 19.460 Jobs ausgeschrieben waren. Diese Kennzahl umfasst allerdings nicht den gesamten Stellenmarkt, dessen Entwicklung auch über die Zahl der veröffentlichten Stellenangebote gemessen werden kann.

Die Erwerbsbevölkerung der Schweiz, d.h. die Anzahl der Personen, die dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen (inkl. sofort verfügbare Arbeitslose), betrug 2017 rund 4,87 Millionen Personen. Tatsächlich erwerbstätig waren im Land 2017 rund 5,01 Millionen Personen; die höhere Zahl erklärt sich durch die in den Nachbarstaaten wohnhaften Grenzgänger. Die Erwerbstätigenquote lag bei 65,2 Prozent der über 15-jährigen ständigen Wohnbevölkerung. Zwar blieb sie damit gegenüber 2016 unverändert, war zuvor jedoch über einen längeren Zeitraum merklich gestiegen, was vor allem auf eine zunehmende Erwerbstätigkeit der Frauen zurückzuführen ist. Diese liegt allerdings mit 59,4 Prozent weiter klar unter jener der Männer mit 71,1 Prozent. Im Branchenvergleich arbeiteten die meisten Erwerbstätigen 2017 im Gesundheits- und Sozialwesen (674.000), gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe (669.000) und dem Handel (631.000). Auf diese drei Branchen entfielen zusammen fast 40 Prozent der Erwerbstätigen.

Im Jahr 2017 arbeiteten insgesamt rund 1,7 Millionen Erwerbstätige in der Schweiz in Teilzeit, d.h. mit einem Beschäftigungsgrad von unter 90 Prozent. Die Teilzeitquote, also der Anteil an allen Erwerbstätigen, steigt seit Jahren an und betrug 36,6 Prozent. Dabei arbeiten Frauen mit 58,6 Prozent wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer mit 17,5 Prozent. Das gesamte Arbeitsvolumen in der Schweiz lag 2016 bei rund 7,9 Milliarden Stunden, davon entfielen circa 4,9 Milliarden auf die Männer und etwa 3 Milliarden Stunden auf die Frauen. Die durchschnittliche tatsächliche Wochenarbeitszeit pro Arbeitsstelle betrug 32,1 Stunden, wobei Männer mit 37,3 Stunden wiederum länger arbeiteten als Frauen mit 26,3. Insgesamt ist die mittlere Arbeitszeit seit Jahren rückläufig; 2006 hatte sie noch bei 33,4 Stunden gelegen.

Die Reallöhne, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, stiegen in der Schweiz im Jahr 2016 um 1,1 Prozent und damit geringer als 2015 mit 1,5 Prozent. Der durchschnittliche Bruttomonatslohn lag 2014 - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - bei rund 6.430 Schweizer Franken, wobei es je nach Region, Branche und Ausbildung deutliche Unterschiede gibt. Auch zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine Lohnlücke: Der (unbereinigte) sog. Gender Pay Gap betrug im Jahr 2016 in der Schweiz 17 Prozent des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer. Die im internationalen Vergleich relativ hohen Löhne in der Schweiz sind auch ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitskosten. Diese lagen im Jahr 2014 - auch hier gibt es noch keine aktuelleren Werte - bei knapp 60 Schweizer Franken je geleisteter Stunde.

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