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Statistiken zum Arbeitsmarkt in der Schweiz

Die Arbeits- bzw. Erwerbslosigkeit in der Schweiz kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden. Für die nationale Arbeitslosenzahl werden sämtliche bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten Personen gezählt, die keine Stelle haben und sofort vermittelbar sind. Nach dieser Definition gab es in der Schweiz im Jahr 2021 durchschnittlich rund 137.600 Arbeitslose. Daneben gibt es eine Erhebung nach den einheitlichen Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die auf hochgerechneten Umfragen beruht. Demnach waren 2021 etwa 251.600 Personen erwerbslos. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 3 Prozent nach nationaler bzw. bei 5,1 Prozent nach internationaler Definition. Der Schweizer Arbeitsmarkt war von der Corona-Pandemie weit weniger stark betroffen als bspw. jene der europäischen Nachbarländer. So liegt die Arbeitslosenquote in der Eidgenossenschaft, wie auch schon vor der Krise, weit unter dem europäischen Durchschnitt. Für das Jahr 2022 sagen Prognosen aus dem März eine Arbeitslosenquote zwischen 2,1 und 2,3 Prozent voraus.

Stellenmarkt

Höher als die Arbeitslosenzahl (nach nationaler Definition) ist die Zahl der bei den RAV registrierten Stellensuchenden, die zusätzlich auch nichtarbeitslose Personen einschließt. Auch hier lagen die Werte wie bereits im Vorjahr Corona-bedingt höher als in der Vergangenheit: Durchschnittlich rund 228.900 Personen waren in der Schweiz offiziell auf Stellensuche; 2019 waren es nur 181.800. Dem standen 50.800 bei den RAV gemeldete offene Stellen gegenüber. Diese Kennzahl umfasst allerdings nicht den gesamten Stellenmarkt, dessen Entwicklung auch über die Zahl der veröffentlichten Stellenangebote gemessen werden kann. Ein wichtiges Thema ist der Fachkräftemangel: In einer in 2021 und 2020 durchgeführten Erhebung gaben 66 Prozent der befragten kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen an, Schwierigkeiten bei der Personalsuche zu haben.

Erwerbstätigenquote das 3. Jahr in Folge gesunken

Die Erwerbsbevölkerung der Schweiz, d.h. die Anzahl der Personen, die dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen (inkl. sofort verfügbare Arbeitslose), betrug 2021 rund 4,94 Millionen Personen. Tatsächlich erwerbstätig waren 2021 circa 5,09 Millionen Personen; die höhere Zahl erklärt sich durch die in den Nachbarstaaten wohnhaften Grenzgänger. Die Erwerbstätigenquote lag bei 63,9 Prozent der über 15-jährigen ständigen Wohnbevölkerung. Sie war bis 2018 merklich gestiegen, was vor allem auf eine Zunahme der Erwerbstätigkeit bei Frauen zurückzuführen war. Diese liegt allerdings mit 58,9 Prozent weiter klar unter jener der Männer mit 69,1 Prozent. In den Jahren 2020 und 2021 sank die Erwerbstätigenquote bei beiden Geschlechtern wieder. Im Branchenvergleich arbeiteten die meisten Erwerbstätigen 2021 im Gesundheits- und Sozialwesen (736.000), gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe (645.000) und dem Handel (594.000). Auf diese drei Branchen entfielen zusammen 38,9 Prozent der Erwerbstätigen.

Immer mehr Schweizer arbeiten in Teilzeit

Im Jahr 2021 arbeiteten insgesamt rund 1,73 Millionen Erwerbstätige in der Schweiz in Teilzeit, d.h. mit einem Beschäftigungsgrad von unter 90 Prozent. Die Teilzeitquote, also der Anteil an allen Erwerbstätigen, verringerte sich in 2021 das erste Mal seit vielen Jahren und betrug 37,1 Prozent. Frauen arbeiten mit 58,6 Prozent wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer mit 18,2 Prozent. Das gesamte Arbeitsvolumen in der Schweiz lag 2021 bei rund 7,6 Milliarden Stunden, davon entfielen circa 4,67 Milliarden auf die Männer und etwa 2,94 Milliarden Stunden auf die Frauen. Die durchschnittliche tatsächliche Wochenarbeitszeit pro Arbeitsstelle betrug 32,7 Stunden, wobei Männer mit 37,4 Stunden wiederum länger arbeiteten als Frauen mit 27,4 Stunden. Insgesamt war die mittlere Arbeitszeit mehrere Jahre in Folge rückläufig, hat sich jedoch im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Gestiegene Löhne in 2020

Die Reallöhne, also die Löhne unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, stiegen in der Schweiz im Jahr 2020 um 1,5 Prozent. Damit sind die Reallöhne das zweite Jahr in Folge gestiegen. Der durchschnittliche Bruttomonatslohn lag 2020 bei rund 6.665 Schweizer Franken, wobei es je nach Region, Branche und Ausbildung deutliche Unterschiede gibt. Auch zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine Lohnlücke: Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern betrug im Jahr 2018 - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - 11,5 Prozent; d.h. der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen war 11,5 Prozent niedriger als jener der Männer. Die im internationalen Vergleich relativ hohen Löhne in der Schweiz sind auch ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitskosten. Diese lagen im Jahr 2018 - auch hier gibt es noch keine aktuelleren Werte - bei circa 61,3 Schweizer Franken je geleisteter Stunde.

Arbeitszufriedenheit

Laut einer Umfrage aus dem Frühjahr 2020 lag die Arbeitszufriedenheit der Schweizer Beschäftigten bei 71 von 100 Punkten; die Zufriedenheit ist damit seit vier Jahren auf einem nahezu konstanten Niveau. 54 Prozent fühlen sich gegenüber ihrem Arbeitgeber stark verbunden. Gemäß einer weiteren Erhebung aus dem Sommer 2019 gefallen Schweizer Berufstätigen an ihrem Job vor allem die Freiheiten bei der Arbeit (31 Prozent), gefolgt von abwechslungsreicher Tätigkeit (28 Prozent) und dem Kontakt mit Menschen (22 Prozent). Negative Aspekte sind hingegen Stress (13 Prozent), ein schlechtes Gehalt (11 Prozent) und die Arbeitszeiten (11 Prozent). Die besten Arbeitgeber in der Schweiz waren laut einem Anfang 2021 erstellten Ranking der Getränkehersteller Rivella, die Schindler Holding AG und die Schweizer Paraplegiker-Gruppe.

Interessante Statistiken

In den folgenden 6 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 68 Statistiken aus dem Thema "Arbeitsmarkt in der Schweiz".

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