Statistiken zur Neuen Arbeitswelt in der Schweiz

Die heutige Arbeitswelt wird von der fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung bestimmt. In diesem Zusammenhang ist immer wieder von Arbeit 4.0 die Rede. Dabei geht es vor allem darum, dass sowohl Arbeitsabläufe als auch Arbeitsstrukturen sich immer mehr den Veränderungen anpassen müssen, die mit der Digitalisierung einhergehen.

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2017 sieht die Mehrheit der Schweizer die zunehmende Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft eher als eine Chance an (68 Prozent); nur 21 Prozent nehmen diese als Bedrohung wahr. Für Unternehmen spielen digitale Technologien bisher vor allem bei der Kundenbeziehung eine Rolle. In einer Erhebung Anfang 2019 gaben 59 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihre Kundenbeziehung teilweise oder bereits komplett auf digitalem Wege stattfindet. Aber auch andere Bereiche des Geschäftslebens sind bzw. werden zukünftig von der Digitalisierung betroffen sein. 85 Prozent der Schweizer Unternehmen erwarten eine weiter steigende Bedeutung digitaler Technologien für ihr eigenes Geschäftsmodell. Als Folge dessen erkennen 94 Prozent der Schweizer Unternehmen Investitionen in bestehende Geschäftsprozesse als eine wichtige Maßnahme an. Dabei haben die Investitionen in die digitale Transformation vor allem Effizienzsteigerungen (74 Prozent der befragten Unternehmen), die Automatisierung von Geschäftsprozessen (70 Prozent) und Kostensenkungen (57 Prozent) zum Ziel. Viele Unternehmen stehen jedoch noch am Anfang dieses digitalen Wandels. So gaben bei einer Befragung im Jahr 2019 69 Prozent der Unternehmen an, bei der digitalen Transformation noch keine großen Fortschritte erzielt zu haben. Lediglich 25 Prozent der Unternehmen schätzten sich in Bezug auf die digitale Transformation als weit fortgeschritten ein. Gefragt nach den grundlegenden Hürden bei der Digitalisierung in Unternehmen, nannten IT-Entscheider am häufigsten die Durchsetzung des Datenschutzes und der Compliance sowie Gewährleistung der IT-Sicherheit als Hindernisse – jeweils 38,6 Prozent der Befragten.

Auch Arbeitnehmer müssen sich der digitalisierten Arbeitswelt anpassen und sich neue Kompetenzen aneignen. Befragt nach ihren IT-Kenntnissen und ihrem technischen Wissen schätzten sich bei einer Umfrage im Sommer 2018 nur 17 Prozent bzw. 23 Prozent der Erwerbstätigen als kompetent ein. 67 Prozent der Befragten gaben hingegen an, dass sie ihre IT-Kenntnisse verbessern oder sich sogar komplett neu aneignen müssen, um auch in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Zudem ist den Arbeitnehmern durchaus bewusst, dass die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt den Abbau von Arbeitsplätzen zur Folge haben kann. Bei einer Befragung im Jahr 2018 sahen 13 Prozent der Beschäftigten eine hohe bis sehr hohe Wahrscheinlichkeit, ihren Arbeitsplatz infolge der Digitalisierung innerhalb der kommenden zehn Jahre zu verlieren.

Die Veränderungen in der Arbeitswelt bieten Arbeitnehmern und Arbeitgebern jedoch auch diverse Vorteile. So können etwa - dank der Digitalisierung - viele Arbeitsprozesse flexibler gestaltet werden, was vor allem Arbeitnehmern entgegen kommen dürfte. Laut einer Umfrage im Sommer 2019 sind flexible Arbeitszeiten für 60 Prozent und ein flexibler Arbeitsort für 35 Prozent der Schweizer ein wichtiger Aspekt in ihrem Beruf. Flexible Arbeitszeitmodelle können zudem einen bedeutenden Motivationsfaktor ausmachen. Eine fehlende Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung kann für Arbeitnehmer hingegen belastend wirken. Die fehlende Möglichkeit autonom über Arbeitsbeginn und Arbeitsende entscheiden zu können, stellt zum Beispiel für 11 Prozent der Erwerbstätigen eine starke Belastung dar. Unternehmen können in diesen Punkten ihren Mitarbeitern entgegenkommen, um sich so auch von der Konkurrenz abzusetzen und ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Bereits jetzt ist das Angebot flexibler Arbeitsmodelle laut einer Erhebung im Jahr 2018 für 31 Prozent der Arbeitgeber eine der meistangewandten Strategien von Unternehmen gegen den steigenden Fachkräftemangel in der Schweiz. Eine Anfang 2018 durchgeführte Erhebung zeigt zudem auf, dass eine frei wählbare Arbeitszeit bereits bei 50 Prozent der Schweizer KMU und ein frei wählbarer Arbeitsort bei 31 Prozent der Schweizer KMU mittlerweile Standard ist.

Neben flexibler Arbeitsmodelle gewinnt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeits- und Privatleben, die sogenannte Work-Life-Balance, für viele Arbeitnehmer immer mehr an Bedeutung. So war bei einer Umfrage im Jahr 2019 für 76 Prozent der Befragten eine gute Work-Life-Balance wichtiger als die Karriere oder eine hohe Stellung im Beruf. Betrachtet man die tatsächliche Wochenarbeitszeit innerhalb der letzten Jahre, zeigt sich auch eine tendenziell leicht rückläufige Entwicklung. Dennoch gaben in einer zwischen Ende 2018 und Anfang 2019 durchgeführten Umfrage 11,5 Prozent der befragten Angestellten an, dass sie in den vorangegangenen 12 Monaten oft bis sehr oft Schwierigkeiten hatten, ihre Arbeit mit ihrem Privatleben zu vereinbaren. In einer Online-Umfrage Ende 2018 sahen 58 Prozent der Befragten die notwendigen Voraussetzungen für eine Vereinbarkeit von Familie und Arbeitsleben als nicht gegeben an und erwarteten flexiblere Arbeitszeiten, mehr Kinderkrippen und eine stärkere finanzielle Unterstützung für Familien. Die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben war auch bei einer Befragung von Personalverantwortlichen im Jahr 2019 der am häufigsten genannte Grund (34 Prozent), warum Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen.

Interessante Statistiken

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