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Statistiken zur Region Nordrhein-Westfalen

Im westlichen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) wohnten zuletzt die meisten Einwohner:innen in Deutschland. Auf einer Fläche von über 34.000 km² lebten nahezu 18 Millionen Menschen. Die bevölkerungsreichste Stadt mit knapp 1,1 Millionen Einwohner:innen war zuletzt Köln.

Die Existenz des Bundeslandes geht auf Großbritannien zurück. Nach dem 2. Weltkrieg gründete die britische Besatzungsmacht im Jahr 1946 aus den Provinzen Nordrhein und Westfalen das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ein Jahr später folgte die Eingliederung des ehemaligen Landes Lippe, wodurch Nordrhein-Westfalen seine bis heute gültigen Landesgrenzen erlangte.

Der bevölkerungsreichste Landkreis war Ende des Jahres 2020 mit rund 614.000 Einwohner:innen Recklinghausen. Es gibt keine Region in Deutschland, die derart geprägt sowie durchzogen ist von Großstädten wie NRW. 30 Städte mit mehr als 100.000 Einwohner:innen fanden sich zuletzt in diesem Gebiet. Der Kern der Region ist das Ruhgebiet, einer der größten Ballungsräume Europas.

Exkurs: Strukturwandel des Ruhrgebiets

Die wirtschaftliche Geschichte des Landes in der Nachkriegszeit ist geprägt von einem signifikanten Strukturwandel des Ruhrgebiets. Während die Montanindustrie noch eine große Rolle beim Wirtschaftswunder der 50er Jahre spielte, kam es im Zuge der ersten Kohlekrise im Jahr 1958 zum Anfang des Niedergangs der Montanindustrie. Im Ruhrgebiet wurde vor allem Steinkohle gefördert und veredelt, Eisen und Stahl erzeugt sowie verarbeitet. Die Steinkohle war damals der wichtigste Energieträger der Bundesrepublik Deutschland. Ende der 1950er-Jahre wurden die internationalen Märkte zunehmend geöffnet und die deutsche Kohle wurde im Vergleich zu der importierten zu teuer. Zusätzlich wurde Kohle vermehrt durch andere Energieträger wie Erdöl und Erdgas ersetzt. Es kam zu Milliardenverlusten und viele Schächte mussten im Zuge dessen stillgelegt werden. Dass die Region so stark darunter litt, lag insbesondere daran, dass die Wirtschaft des Landes in den vergangenen Jahrhunderten nahezu vollständig auf den Bedürfnissen der Montanindustrie aufgebaut wurde und kaum über andere wirtschaftliche Standbeine verfügte.
Es musste also ein Strukturwandel her, der die wirtschaftliche Abhängigkeit von der Montanindustrie beendet. Zu Beginn wurde insbesondere in den Bildungssektor investiert. Die erste Universität im Ruhrgebiet wurde 1962 in Bochum gegründet und 1965 startete der Betrieb. Generell lief der Strukturwandel jedoch nur sehr langsam an. Erst in den 1990er Jahren wurde dieser beschleunigt und der Grundstein für die Differenzierung der Wirtschaftsstruktur gelegt.

Wirtschaft und Beschäftigung heute

Die Investitionen in den Bildungssektor zeigen sich insbesondere an der hohen Anzahl an Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen im Land. Diese sorgten nicht nur dafür, dass Nordrhein-Westfalen mittlerweile als Wissensregion betitelt werden kann sowie eine Vielzahl an Arbeitsplätzen geschaffen wurde, sondern auch die Attraktivität der gesamten Region gesteigert werden konnte. In der Region gab es zuletzt so viele Studierende wie in keinem anderen Bundesland.

Auch wirtschaftlich betrachtet, ist die Region NRW mittlerweile gut aufgestellt. Die Anzahl der Unternehmen ist in den letzten Jahren auf rund 670.000 gestiegen. Im Vergleich der Jahre 1970 und 2020 zeigt sich, dass die Bruttowertschöpfung der Dienstleistungsbereiche sich deutlich erhöht hat, während das Produzierende Gewerbe nur noch einen Anteil von 26,1 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt NRWs beisteuert.
Auch an der Beschäftigungsstruktur im Ruhrgebiet zeigt sich der vollzogene Strukturwandel. Die Arbeitnehmer:innen verteilen sich auf diverse Branchen, wobei die meisten im Gesundheits- und Sozialwesen tätig sind.
Die hohe Arbeitslosigkeit, die große Teile Nordrhein-Westfalens über Jahrzehnte geprägt hat bzw. teilweise auch immer noch prägt, ging in den letzten Jahren deutlich zurück. In nahezu allen großen Städten ist die Arbeitslosenquote vor der Corona-Pandemie gesunken. Die Stadt Dortmund verzeichnete beispielsweise im Jahr 2005 noch eine Arbeitslosigkeit von 18,1 Prozent. Im Jahr 2019 lag diese nur noch bei 10,1 Prozent. In Köln, Düsseldorf, Essen und Duisburg sind ähnliche Entwicklungen zu erkennen. Trotz starken Rückgangs der Arbeitslosigkeit in den genannten Städten, waren die Arbeitslosenquoten auch im Jahr 2019 noch vergleichsweise hoch.

Die meisten Unternehmen haben ihren Sitz in Köln, unter anderem die Lufthansa AG und die Rewe Group. Darüber hinaus ist Köln eine der bedeutendsten Medienstädte Deutschlands. Die Anzahl der Beschäftigten im Informations- und Kommunikationssektor ist dort in den letzten zehn Jahren um circa ein Drittel auf knapp 50.000 gestiegen. Düsseldorf ist nach Köln die nordrhein-westfälische Stadt mit den meisten Unternehmen, von denen gleich drei im Deutschen Aktienindex (DAX) gelistet sind. Dazu gehört unter anderem der Energiekonzern E.ON.

Sport und Kultur

Nordrhein-Westfalen ist, gemessen an der Anzahl der Vereine in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga, das Fußball-Land Nummer 1 in Deutschland. Neun Vereine sind es in der Saison 2021/2022. Die Fußball-Begeisterung der Bevölkerung zeigte sich insbesondere an den Mitgliederzahlen und den Zuschauerzahlen der Vereine. Der Verein Borussia Dortmund spielt im größten Stadion Deutschlands und zog im Schnitt in der Saison 2019/2020 über 81.000 Zuschauer:innen pro Spiel an, bevor aufgrund des Coronavirus keine volle Auslastung mehr möglich war. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Bundesliga zeigen sich insbesondere an Umsatzeinbußen. In der Saison 2021/2022 können die Stadien zum Teil unter Einhaltung geltender Corona-Maßnahmen wieder voll ausgelastet werden.
Im aktiven Vereinssport ist Fußball in NRW ebenfalls die beliebteste Sportart, gefolgt von Turnen und Tennis. Insgesamt ist die Anzahl der Mitglieder in Sportvereinen in der Region in den letzten Jahren gestiegen.

Die kulturelle Vielfalt der nordrhein-westfälischen Region zeigt sich ebenfalls an der Fülle kultureller Angebote. Allein über 550 Museen wurden im Jahr 2018 gezählt. Dazu gehört auch das Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Im Rahmen von Führungen, Ausstellungen und im hauseigenen Museum können sich Menschen über die Montanindustrie und die Geschichte des Ruhrgebiets informieren.

Weitere Informationen und Statistiken finden sich in den Dossiers zur Region Nordrhein-Westfalen sowie zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Region Nordrhein-Westfalen" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Preise und Einkommen

Verkehr

Kriminalität

Interessante Statistiken

In den folgenden 9 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 86 Statistiken aus dem Thema "Region Nordrhein-Westfalen".

Region Nordrhein-Westfalen

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Statistiken zur Region Nordrhein-Westfalen

Im westlichen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) wohnten zuletzt die meisten Einwohner:innen in Deutschland. Auf einer Fläche von über 34.000 km² lebten nahezu 18 Millionen Menschen. Die bevölkerungsreichste Stadt mit knapp 1,1 Millionen Einwohner:innen war zuletzt Köln.

Die Existenz des Bundeslandes geht auf Großbritannien zurück. Nach dem 2. Weltkrieg gründete die britische Besatzungsmacht im Jahr 1946 aus den Provinzen Nordrhein und Westfalen das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ein Jahr später folgte die Eingliederung des ehemaligen Landes Lippe, wodurch Nordrhein-Westfalen seine bis heute gültigen Landesgrenzen erlangte.

Der bevölkerungsreichste Landkreis war Ende des Jahres 2020 mit rund 614.000 Einwohner:innen Recklinghausen. Es gibt keine Region in Deutschland, die derart geprägt sowie durchzogen ist von Großstädten wie NRW. 30 Städte mit mehr als 100.000 Einwohner:innen fanden sich zuletzt in diesem Gebiet. Der Kern der Region ist das Ruhgebiet, einer der größten Ballungsräume Europas.

Exkurs: Strukturwandel des Ruhrgebiets

Die wirtschaftliche Geschichte des Landes in der Nachkriegszeit ist geprägt von einem signifikanten Strukturwandel des Ruhrgebiets. Während die Montanindustrie noch eine große Rolle beim Wirtschaftswunder der 50er Jahre spielte, kam es im Zuge der ersten Kohlekrise im Jahr 1958 zum Anfang des Niedergangs der Montanindustrie. Im Ruhrgebiet wurde vor allem Steinkohle gefördert und veredelt, Eisen und Stahl erzeugt sowie verarbeitet. Die Steinkohle war damals der wichtigste Energieträger der Bundesrepublik Deutschland. Ende der 1950er-Jahre wurden die internationalen Märkte zunehmend geöffnet und die deutsche Kohle wurde im Vergleich zu der importierten zu teuer. Zusätzlich wurde Kohle vermehrt durch andere Energieträger wie Erdöl und Erdgas ersetzt. Es kam zu Milliardenverlusten und viele Schächte mussten im Zuge dessen stillgelegt werden. Dass die Region so stark darunter litt, lag insbesondere daran, dass die Wirtschaft des Landes in den vergangenen Jahrhunderten nahezu vollständig auf den Bedürfnissen der Montanindustrie aufgebaut wurde und kaum über andere wirtschaftliche Standbeine verfügte.
Es musste also ein Strukturwandel her, der die wirtschaftliche Abhängigkeit von der Montanindustrie beendet. Zu Beginn wurde insbesondere in den Bildungssektor investiert. Die erste Universität im Ruhrgebiet wurde 1962 in Bochum gegründet und 1965 startete der Betrieb. Generell lief der Strukturwandel jedoch nur sehr langsam an. Erst in den 1990er Jahren wurde dieser beschleunigt und der Grundstein für die Differenzierung der Wirtschaftsstruktur gelegt.

Wirtschaft und Beschäftigung heute

Die Investitionen in den Bildungssektor zeigen sich insbesondere an der hohen Anzahl an Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen im Land. Diese sorgten nicht nur dafür, dass Nordrhein-Westfalen mittlerweile als Wissensregion betitelt werden kann sowie eine Vielzahl an Arbeitsplätzen geschaffen wurde, sondern auch die Attraktivität der gesamten Region gesteigert werden konnte. In der Region gab es zuletzt so viele Studierende wie in keinem anderen Bundesland.

Auch wirtschaftlich betrachtet, ist die Region NRW mittlerweile gut aufgestellt. Die Anzahl der Unternehmen ist in den letzten Jahren auf rund 670.000 gestiegen. Im Vergleich der Jahre 1970 und 2020 zeigt sich, dass die Bruttowertschöpfung der Dienstleistungsbereiche sich deutlich erhöht hat, während das Produzierende Gewerbe nur noch einen Anteil von 26,1 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt NRWs beisteuert.
Auch an der Beschäftigungsstruktur im Ruhrgebiet zeigt sich der vollzogene Strukturwandel. Die Arbeitnehmer:innen verteilen sich auf diverse Branchen, wobei die meisten im Gesundheits- und Sozialwesen tätig sind.
Die hohe Arbeitslosigkeit, die große Teile Nordrhein-Westfalens über Jahrzehnte geprägt hat bzw. teilweise auch immer noch prägt, ging in den letzten Jahren deutlich zurück. In nahezu allen großen Städten ist die Arbeitslosenquote vor der Corona-Pandemie gesunken. Die Stadt Dortmund verzeichnete beispielsweise im Jahr 2005 noch eine Arbeitslosigkeit von 18,1 Prozent. Im Jahr 2019 lag diese nur noch bei 10,1 Prozent. In Köln, Düsseldorf, Essen und Duisburg sind ähnliche Entwicklungen zu erkennen. Trotz starken Rückgangs der Arbeitslosigkeit in den genannten Städten, waren die Arbeitslosenquoten auch im Jahr 2019 noch vergleichsweise hoch.

Die meisten Unternehmen haben ihren Sitz in Köln, unter anderem die Lufthansa AG und die Rewe Group. Darüber hinaus ist Köln eine der bedeutendsten Medienstädte Deutschlands. Die Anzahl der Beschäftigten im Informations- und Kommunikationssektor ist dort in den letzten zehn Jahren um circa ein Drittel auf knapp 50.000 gestiegen. Düsseldorf ist nach Köln die nordrhein-westfälische Stadt mit den meisten Unternehmen, von denen gleich drei im Deutschen Aktienindex (DAX) gelistet sind. Dazu gehört unter anderem der Energiekonzern E.ON.

Sport und Kultur

Nordrhein-Westfalen ist, gemessen an der Anzahl der Vereine in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga, das Fußball-Land Nummer 1 in Deutschland. Neun Vereine sind es in der Saison 2021/2022. Die Fußball-Begeisterung der Bevölkerung zeigte sich insbesondere an den Mitgliederzahlen und den Zuschauerzahlen der Vereine. Der Verein Borussia Dortmund spielt im größten Stadion Deutschlands und zog im Schnitt in der Saison 2019/2020 über 81.000 Zuschauer:innen pro Spiel an, bevor aufgrund des Coronavirus keine volle Auslastung mehr möglich war. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Bundesliga zeigen sich insbesondere an Umsatzeinbußen. In der Saison 2021/2022 können die Stadien zum Teil unter Einhaltung geltender Corona-Maßnahmen wieder voll ausgelastet werden.
Im aktiven Vereinssport ist Fußball in NRW ebenfalls die beliebteste Sportart, gefolgt von Turnen und Tennis. Insgesamt ist die Anzahl der Mitglieder in Sportvereinen in der Region in den letzten Jahren gestiegen.

Die kulturelle Vielfalt der nordrhein-westfälischen Region zeigt sich ebenfalls an der Fülle kultureller Angebote. Allein über 550 Museen wurden im Jahr 2018 gezählt. Dazu gehört auch das Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Im Rahmen von Führungen, Ausstellungen und im hauseigenen Museum können sich Menschen über die Montanindustrie und die Geschichte des Ruhrgebiets informieren.

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