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Statistiken zu Nigeria

Nigeria ist der bevölkerungsreichste Staat Afrikas und noch vor Südafrika die größte Volkswirtschaft des Kontinents. Die Gesamtbevölkerung der ehemaligen britischen Kolonie wird im Jahr 2020 auf rund 206,1 Millionen Menschen geschätzt. Die größten Städte Nigerias sind Lagos, Kano und Ibadan. Die Hauptstadt Lagos ist mit rund 13,5 Millionen Einwohnern (2018) auch die zweitgrößte Stadt Afrikas.

Der westafrikanische Staat weist insgesamt eine sehr junge Bevölkerungsstruktur auf: Das Durchschnittsalter von circa 18,1 Jahren (2020) ist eines der niedrigsten Durchschnittsalter, nur 15 Staaten weltweit weisen eine jüngere Bevölkerungsstruktur auf. Dies ist auch bedingt durch die niedrige Lebenserwartung, die nur bei rund 53,9 Jahren liegt (2017) und damit weit unter dem Niveau der Industriestaaten und anderer Schwellenländer. Zwar betrug die Fertilitätsrate Nigerias im Jahr 2017 rund 5,5 Kinder je Frau und ist damit eine der höchsten weltweit. Doch gleichzeitig ist Nigeria eines der Länder mit der höchsten Säuglingssterblichkeit. In Nigeria starben im Jahr 2017 geschätzt rund 64,6 von 1.000 Lebendgeborenen.

HIV und Tuberkuloseerkrankungen - Nährboden für Coronavirus?

Nigeria sieht sich mit einer hohen Anzahl von HIV-Infektionen und Tuberkulose konfrontiert, die sich auch in den Mortalitätszahlen der Tuberkuloseerkrankten widerspiegelt.
Inwiefern sich ein Ausbruch der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 auf die Mortalitätszahlen von HIV und/oder Tuberkuloseerkrankten auswirkt, lässt sich gegenwärtig nicht seriös beantworten.

Regionale Wirtschaftsmacht

Nigeria ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 398,2 Milliarden US-Dollar (2018) die größte Volkswirtschaft Afrikas. Der geopolitische Rivale Südafrika weist zwar insgesamt ein geringeres BIP auf, in Bezug auf die Einwohnerzahl relativiert sich der Abstand jedoch. Während Südafrika mit rund 6.354 US-Dollar (2018) das sechsthöchste BIP pro Kopf Afrikas zählt, ist Nigeria mit einem BIP pro Kopf von rund 2.033 US-Dollar nicht in der Rangliste vertreten. Nigeria gehört neben Mexiko, Indonesien und Türkei zu den MINT-Staaten. Diesen vier Schwellenländern werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten hohe Wachstumsraten und eine ansteigende Mittelschicht prognostiziert. Das Wirtschaftswachstum in Nigeria betrug 2018 rund 1,9 Prozent; für 2019 werden 2,3 Prozent erwartet. Die Arbeitslosigkeit in Nigeria ist ab dem Jahr 2015 rapide angestiegen; die Arbeitslosenquote betrug 2018 geschätzt etwa 22,6 Prozent. Die Inflationsrate lag 2018 bei rund 12,1 Prozent und für 2019 wird eine Preissteigerung von 11,3 Prozent prognostiziert. Damit gehörte Nigeria zu den 20 Ländern mit der höchsten Inflationsrate im weltweiten Vergleich.

Dutch Disease

Im Jahr 2018 exportierte Nigeria Waren im Wert von rund 60,7 Milliarden US-Dollar und importierte Güter für circa 41,9 Milliarden US-Dollar. Das Land zählt damit weder zu den größten Exportländern noch zu den bedeutendsten Importnationen. Nigeria wird als Beispiel für den Ressourcenfluch genannt, der in einer akzentuierten Form auch als Dutch Disease oder holländische Krankheit bekannt ist. Hiermit wird das Phänomen beschrieben, dass Staaten, die über hohe Vorkommen nachgefragter Bodenschätze verfügen im Grunde einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber ressourcenarmen Staaten haben müssten und sich dieser Vorteil u.a. in höheren Wachstumsraten des BIP wiederspiegeln müsste, häufig jedoch das Gegenteil der Fall ist. Es wird argumentiert, dass der Ressourcenreichtum die Diversifikation der Wirtschaft hemmt und Korruption begünstigt. Im speziellen Fall der Dutch Disease kommt erschwerend hinzu, dass die hohe Exporterlöse der Rohstoffe die Wechselkurse der Landeswährung erhöhen, Importe zwar "billiger" werden aber gleichzeitig die Exporte teurer werden, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit der übrigen Industrien schwächt und die Abhängigkeit des Staates von den Rohstoffexporten steigen lässt. Nigeria besitzt die elfthöchsten Ölreserven und die achtgrößte Erdölförderung weltweit. Rund 94,1 Prozent der nigerianischen Exporte entfielen 2018 auf mineralische Brennstoffe (HS 27). Nigerias Abhängigkeit von den Rohstofferlösen lässt sich auch in der Gegenüberstellung der Preisentwicklung ausgewählter OPEC-Rohöle mit den Exporterlösen Nigerias ablesen. Der wichtigste Handelspartner für Nigeria im Export ist Indien. Für den Import ist allen voran China von Bedeutung.

Die Staatsverschuldung von Nigeria betrug 2018 rund 27,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; sie ist nach 2008 (7,3 Prozent) deutlich gestiegen. Die Staatsverschuldung von Nigeria ist im Vergleich afrikanischer Länder besonders niedrig. Das Staatsdefizit lag 2018 bei rund 2,85 Prozent des BIP.

Demokratie mit Defiziten

Nigeria weist eine hohe wahrgenommene Korruption nach dem Corruption Perceptions Index (CPI) auf: Das Land belegt den 146. Platz von 180 untersuchten Staaten. In der Bewertung des Fragile States Index hat sich das Land in den vergangenen Jahren nicht verändert und wird weiterhin als einer der fragilsten Staaten Afrikas bewertet.
Die Analyse von Demokratie und Marktwirtschaft nach dem Bertelsmann Transformationsindex BTI kommt zu vergleichbaren Ergebnissen: Die noch recht junge Demokratie (die Militärdiktatur endete 1999) wird im Index für Demokratie als "gemäßigte Autokratie", der Governance-Status als "mäßig" und die Marktwirtschaft als "schlecht funktionierend" bewertet.

Interessante Statistiken

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