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Statistiken zu Ägypten

Ägypten Einführung

Ägypten ist regionale Führungsmacht in Nordafrika, aber die Machtposition wird insbesondere durch arabische Staaten, aber auch Äthiopien und die Türkei seit Jahren gemindert. Mit dem Bau des GERD (Grand Ethiopian Renaissance Dam) in Äthiopien ist die Wasserversorgung des zweitbevölkerungsreichsten afrikanischen Staates bedroht. Wie wird Ägypten auf diese existenzielle Bedrohung reagieren? Mehr als 95 Prozent des verfügbaren Trinkwassers bezieht das Land aus dem Nil. 10 Jahre nach dem Arabischen Frühling wird eine erste Bilanz gezogen. Was hat sich in Ägypten, das seit dem Militärputsch 2013 wieder vom Militär regiert wird, verbessert?

Ägypten: Angaben zu Demografie und Bevölkerungsstruktur

Ägypten ist der zweitbevölkerungsreichste Staat des afrikanischen Kontinents und auch eines der Länder mit der größten Einwohnerzahl weltweit. Die Gesamtbevölkerung von Ägypten wird im Jahr 2020 auf rund 100,9 Millionen Menschen geschätzt und die Bevölkerungsentwicklung von Ägypten bleibt positiv:
Im Jahr 2020 ist die Einwohnerzahl des nordafrikanischen Staates um rund 1,92 Prozent gewachsen. Das hohe Bevölkerungswachstum resultiert einerseits aus der vergleichsweise hohen Fertilitätsrate in Ägypten von rund 3,28 Kindern je Frau (2019 und andererseits aus der Altersstruktur der ägyptischen Bevölkerung mit einem großen Jugendsockel. 2020 sind nur rund 5,3 Prozent der ägyptischen Bevölkerung 65 Jahre und älter gewesen aber rund 33,9 Prozent unter 15 Jahre alt. Die Lebenserwartung in Ägypten hat sich in den vergangenen 10 Jahren um rund zwei Jahre auf rund 74,35 Jahre (2019) verbessert, womit das Land die siebthöchste Lebenserwartung Afrikas aufweist.

Die größten Städte Ägyptens sind Kairo, Alexandria und Gisa. Die Hauptstadt Kairo ist im Jahr 2021 mit rund 21,3 Millionen Einwohnern (Großraum Kairo) die größte Stadt Afrikas.
Die Religionszugehörigkeit der ägyptischen Bevölkerung ist mehrheitlich muslimisch: Rund 95 Prozent der ägyptischen Bürger sind muslimischen Glaubens. Mit der "Azhar" besitzt Ägypten eine der wichtigsten islamischen Forschungsinstitutionen der Welt, deren Untersuchungen und Urteile hinsichtlich islamischer Fragestellungen weltweite Bedeutung bei progressiven Muslimen besitzt.
Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Ägypten sind Christen, die mit geschätzt über vier Millionen Anhängern in Ägypten auch die größte christliche Gemeinschaft in der MENA-Region darstellen.

Ägypten ist regionale Wirtschaftsmacht

Ägypten zählt nicht zu den attraktivsten Standorten für Unternehmen weltweit: Im Doing Business Ranking 2020 nimmt das Land Platz 114 ein. Auch im Ranking der Innovationskraft nach dem Global Innovation Index ist für Ägypten keine nachhaltige Entwicklung erkennbar. Ägypten erreicht Platz 104 von 125 untersuchten Staaten im Global Innovation Index 2020. Dies gilt auch für die Bemühungen im Kampf gegen die Korruption: 2012 hat Ägypten Platz 118 von 180 Staaten im Corruption Perceptions Index (CPI) eingenommen, im Jahr 2020 hat sich das Land auf Platz 117 verbessert.
Trotz der schlechten Bewertungen in international vergleichenden Indizes, ist Ägypten nach Nigeria die zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas:

Das Bruttoinlandsprodukt von Ägypten hat sich trotz der Corona-Pandemie im Jahr 2020 auf rund 361,85 Milliarden US-Dollar erhöht, womit das Land Südafrika als zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas hinter Nigeria abgelöst hat.
Das Wirtschaftswachstum Ägyptens hat im Jahr 2020 rund 3,6 Prozent betragen - die dritthöchste Wachstumsrate des realen BIP in Afrika. Für das Jahr 2021 wird in Ägypten ein BIP-Wachstum von rund 2,5 Prozent erwartet.

Im Jahr 2020 hat die Arbeitslosenquote in Ägypten offiziell rund 8,3 Prozent betragen. Somit ist die Quote seit 2014, wo die Quote mit rund 13,4 Prozent den Höchststand erreichte, deutlich gesunken. Für 2021 wird wieder mit einer Erhöhung auf rund 9,8 Prozent gerechnet.
Ägypten kämpft allgemein mit hohen Inflationszahlen, wenngleich die Teuerungsrate in Ägypten im Jahr 2020 mit rund 5,7 Prozent den niedrigsten Wert seit 2006 markiert. Es bleibt aber fraglich, ob es sich hierbei um eine Corona-induzierte Ausnahmesituation mit zu erwartenden Nachholeffekten handelt oder einen langfristigen Trend.

Außenhandel von Ägypten

Die Handelsbilanz von Ägypten ist negativ, 2020 hat das Handelsbilanzdefizit von Ägypten rund 34,6 Milliarden US-Dollar betragen. Der Wert der ägyptischen Importe ist mehr als doppelt so hoch wie der Wert der ägyptischen Ausfuhren:

Importe nach Ägypten Exporte aus Ägypten Ein wichtiges landwirtschaftliches Exportprodukt von Ägypten sind Zitrusfrüchte, primär Orangen. Ägypten ist nicht das größte Produktionsland für Orangen weltweit. Ägypten ist aber der weltgrößte Exporteur von Orangen.
Mit Blick auf die Anteile der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Ägypten zeigt sich die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft für die gesamte ägyptische Volkswirtschaft. Im Jahr 2020 hat die Landwirtschaft rund 11,5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Ägypten beigetragen. Aufgrund der geringen Niederschlagsmengen ist die Landwirtschaft von Ägypten abhängig vom Wasserzufluss aus den Nachbarstaaten.

Kampf um den Nil: Ägyptens Wasserkonflikt mit den Nachbarn

Der Wasserverbrauch von Ägypten hat im Jahr 2017 bereits rund 80 Milliarden Kubikmeter Wasser betragen. Rund 80 Prozent des gesamten ägyptischen Wasserverbrauchs ist auf die Landwirtschaft zurückzuführen. Gleichzeitig betragen die erneuerbaren Wasserressourcen von Ägypten jährlich nur rund 57,5 Milliarden Kubikmeter Wasser. Das Verhältnis von Wasserverbrauch zu Wasserressourcen in Ägypten, also der Level des "Wasserstresses", beträgt rund 117 Prozent. Ägypten hat dementsprechend bereits jetzt einen Wassernotstand zu beklagen, der sich zukünftig noch verschärfen könnte, denn rund 96 Prozent der erneuerbaren ägyptischen Wasserressourcen bezieht Ägypten über den Nil.

Der ägyptische Anteil am Nilwasser wurde im Jahr 1959, in einem Vertrag mit dem Sudan geregelt und auf 55,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr festgelegt. Dieses historische Anrecht auf das wertvolle Nilwasser wird allerdings durch den Bau des "Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD)" in Äthiopien in Frage gestellt. Rund 86 Prozent des Nilwassers, das den ägyptischen Assuan-Staudamm erreicht, hat seinen Ursprung im Hochland Äthiopiens, das bei den Nilwasserverträgen jedoch komplett ignoriert wurde. Mit der Fertigstellung des GERD und dessen Befüllung werden große Mengen an Wasser in Ägypten fehlen. Die Länder Äthiopien und Ägypten befinden sich daher in Konflikt um die Zuflussmengen und Kairo hat bereits militärische Schritte gegenüber Äthiopien angekündigt, falls sich der Wasserzufluss signifikant verringern sollte. Im Vergleich der militärischen Stärke zwischen Ägypten und Äthiopien ist Ägypten in allen Belangen deutlich überlegen, insbesondere was die zur Verfügung stehenden Luftstreitkräfte anbelangt.

Arabischer Herbst in Ägypten - 10 Jahre nach dem Arabischen Frühling

Mehr als zehn Jahre nach dem "Tag des Zorns", dem Beginn der ägyptischen Massendemonstrationen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Januar 2011, hat sich die politische Lage in Ägypten nur auf den ersten Blick stark verändert. Nachdem der ehemalige Staatschef Husni Mubarak zurücktrat, folgte ihm nach kurzer Übergangszeit Mohammed Mursi von den "Muslimbrüdern" als Staatspräsident. Dessen wirtschaftsliberale und islamistische "Partei der Freiheit und Gerechtigkeit" konnte sämtliche Wahlen, einschließlich der ersten freien ägyptischen Präsidentschaftswahlen, für sich entscheiden. Nachdem Präsident Mursi innerhalb weniger Monate im Amt eine neue Verfassung erließ, die ihm faktisch die unkontrollierte Alleinherrschaft sicherte, putschte das ägyptische Militär 2013 und setzte Präsident Mursi ab. Seit 2014 regiert der ehemalige Feldmarschall Abd al-Fattah as-Sisi als ägyptischer Präsident.
Was hat sich für die Bevölkerung verändert, war der arabische Frühling aus ihrer Sicht erfolgreich?

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Ägypten
In einer Umfrage im Niltal (Sudan und Ägypten) zur Haltung gegenüber der Demokratie stimmten rund 78 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die "Demokratie besser ist als andere politische Systeme.
Gleichzeitig stimmten in der Meinungsumfrage im Niltal zum Arabischen Frühling im Jahr 2020 rund 59 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass der Arabische Frühling aktuell vor Hindernissen steht, schließlich aber erfolgreich sein wird. Rund ein Viertel der Befragten ist weniger optimistisch und sieht die alten Regierungen wieder an die Macht kommen.
Diese Ernüchterung mit dem Verlauf der Proteste in Ägypten spiegelt sich auch in einer Umfrage zur Politikverdrossenheit in Ägypten (2018) wider: In den ersten Jahren der Proteste 2011 bis 2014 stieg der Anteil der politisch interessierten Menschen in Ägypten auf rund 52 Prozent an und ist folgend bis zum letzten Umfrageintervall 2017/18 auf 30 Prozent gefallen.
In der Bewertung von Demokratie und Marktwirtschaft in Ägypten nach dem Bertelsmann Transformationsindex (BTI) ist ein ähnlicher Verlauf ablesbar. Ägypten steht heute schlechter da als vor dem Arabischen Frühling. Im Index für Demokratie wird Ägypten 2020 als "harte Autokratie" mit "schwachem politischen Management" (Governance-Status) bewertet und eine "schlecht funktionierende Marktwirtschaft" (Index Marktwirtschaft) attestiert.
Im Freiheitsindex für Ägypten 2021 werden die politischen Rechte der Bevölkerung genauso schlecht bewertet wir vor dem Arabischen Frühling und die bürgerlichen Rechte noch etwas schlechter.
In der Bewertung Ägyptens nach dem Fragile States Index (FSI) hat sich das Land 2021 auf den 39. Platz von 178 Ländern verbessert, 2011 war die Platzierung (45. Platz) jedoch ebenfalls besser als vor den Massenprotesten.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Ägypten" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Bevölkerung

Wirtschaft

Wasserkonflikt

Arabischer Herbst

Interessante Statistiken

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Ägypten

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Ägypten Einführung

Ägypten ist regionale Führungsmacht in Nordafrika, aber die Machtposition wird insbesondere durch arabische Staaten, aber auch Äthiopien und die Türkei seit Jahren gemindert. Mit dem Bau des GERD (Grand Ethiopian Renaissance Dam) in Äthiopien ist die Wasserversorgung des zweitbevölkerungsreichsten afrikanischen Staates bedroht. Wie wird Ägypten auf diese existenzielle Bedrohung reagieren? Mehr als 95 Prozent des verfügbaren Trinkwassers bezieht das Land aus dem Nil. 10 Jahre nach dem Arabischen Frühling wird eine erste Bilanz gezogen. Was hat sich in Ägypten, das seit dem Militärputsch 2013 wieder vom Militär regiert wird, verbessert?

Ägypten: Angaben zu Demografie und Bevölkerungsstruktur

Ägypten ist der zweitbevölkerungsreichste Staat des afrikanischen Kontinents und auch eines der Länder mit der größten Einwohnerzahl weltweit. Die Gesamtbevölkerung von Ägypten wird im Jahr 2020 auf rund 100,9 Millionen Menschen geschätzt und die Bevölkerungsentwicklung von Ägypten bleibt positiv:
Im Jahr 2020 ist die Einwohnerzahl des nordafrikanischen Staates um rund 1,92 Prozent gewachsen. Das hohe Bevölkerungswachstum resultiert einerseits aus der vergleichsweise hohen Fertilitätsrate in Ägypten von rund 3,28 Kindern je Frau (2019 und andererseits aus der Altersstruktur der ägyptischen Bevölkerung mit einem großen Jugendsockel. 2020 sind nur rund 5,3 Prozent der ägyptischen Bevölkerung 65 Jahre und älter gewesen aber rund 33,9 Prozent unter 15 Jahre alt. Die Lebenserwartung in Ägypten hat sich in den vergangenen 10 Jahren um rund zwei Jahre auf rund 74,35 Jahre (2019) verbessert, womit das Land die siebthöchste Lebenserwartung Afrikas aufweist.

Die größten Städte Ägyptens sind Kairo, Alexandria und Gisa. Die Hauptstadt Kairo ist im Jahr 2021 mit rund 21,3 Millionen Einwohnern (Großraum Kairo) die größte Stadt Afrikas.
Die Religionszugehörigkeit der ägyptischen Bevölkerung ist mehrheitlich muslimisch: Rund 95 Prozent der ägyptischen Bürger sind muslimischen Glaubens. Mit der "Azhar" besitzt Ägypten eine der wichtigsten islamischen Forschungsinstitutionen der Welt, deren Untersuchungen und Urteile hinsichtlich islamischer Fragestellungen weltweite Bedeutung bei progressiven Muslimen besitzt.
Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Ägypten sind Christen, die mit geschätzt über vier Millionen Anhängern in Ägypten auch die größte christliche Gemeinschaft in der MENA-Region darstellen.

Ägypten ist regionale Wirtschaftsmacht

Ägypten zählt nicht zu den attraktivsten Standorten für Unternehmen weltweit: Im Doing Business Ranking 2020 nimmt das Land Platz 114 ein. Auch im Ranking der Innovationskraft nach dem Global Innovation Index ist für Ägypten keine nachhaltige Entwicklung erkennbar. Ägypten erreicht Platz 104 von 125 untersuchten Staaten im Global Innovation Index 2020. Dies gilt auch für die Bemühungen im Kampf gegen die Korruption: 2012 hat Ägypten Platz 118 von 180 Staaten im Corruption Perceptions Index (CPI) eingenommen, im Jahr 2020 hat sich das Land auf Platz 117 verbessert.
Trotz der schlechten Bewertungen in international vergleichenden Indizes, ist Ägypten nach Nigeria die zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas:

Das Bruttoinlandsprodukt von Ägypten hat sich trotz der Corona-Pandemie im Jahr 2020 auf rund 361,85 Milliarden US-Dollar erhöht, womit das Land Südafrika als zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas hinter Nigeria abgelöst hat.
Das Wirtschaftswachstum Ägyptens hat im Jahr 2020 rund 3,6 Prozent betragen - die dritthöchste Wachstumsrate des realen BIP in Afrika. Für das Jahr 2021 wird in Ägypten ein BIP-Wachstum von rund 2,5 Prozent erwartet.

Im Jahr 2020 hat die Arbeitslosenquote in Ägypten offiziell rund 8,3 Prozent betragen. Somit ist die Quote seit 2014, wo die Quote mit rund 13,4 Prozent den Höchststand erreichte, deutlich gesunken. Für 2021 wird wieder mit einer Erhöhung auf rund 9,8 Prozent gerechnet.
Ägypten kämpft allgemein mit hohen Inflationszahlen, wenngleich die Teuerungsrate in Ägypten im Jahr 2020 mit rund 5,7 Prozent den niedrigsten Wert seit 2006 markiert. Es bleibt aber fraglich, ob es sich hierbei um eine Corona-induzierte Ausnahmesituation mit zu erwartenden Nachholeffekten handelt oder einen langfristigen Trend.

Außenhandel von Ägypten

Die Handelsbilanz von Ägypten ist negativ, 2020 hat das Handelsbilanzdefizit von Ägypten rund 34,6 Milliarden US-Dollar betragen. Der Wert der ägyptischen Importe ist mehr als doppelt so hoch wie der Wert der ägyptischen Ausfuhren:

Importe nach Ägypten Exporte aus Ägypten Ein wichtiges landwirtschaftliches Exportprodukt von Ägypten sind Zitrusfrüchte, primär Orangen. Ägypten ist nicht das größte Produktionsland für Orangen weltweit. Ägypten ist aber der weltgrößte Exporteur von Orangen.
Mit Blick auf die Anteile der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Ägypten zeigt sich die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft für die gesamte ägyptische Volkswirtschaft. Im Jahr 2020 hat die Landwirtschaft rund 11,5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Ägypten beigetragen. Aufgrund der geringen Niederschlagsmengen ist die Landwirtschaft von Ägypten abhängig vom Wasserzufluss aus den Nachbarstaaten.

Kampf um den Nil: Ägyptens Wasserkonflikt mit den Nachbarn

Der Wasserverbrauch von Ägypten hat im Jahr 2017 bereits rund 80 Milliarden Kubikmeter Wasser betragen. Rund 80 Prozent des gesamten ägyptischen Wasserverbrauchs ist auf die Landwirtschaft zurückzuführen. Gleichzeitig betragen die erneuerbaren Wasserressourcen von Ägypten jährlich nur rund 57,5 Milliarden Kubikmeter Wasser. Das Verhältnis von Wasserverbrauch zu Wasserressourcen in Ägypten, also der Level des "Wasserstresses", beträgt rund 117 Prozent. Ägypten hat dementsprechend bereits jetzt einen Wassernotstand zu beklagen, der sich zukünftig noch verschärfen könnte, denn rund 96 Prozent der erneuerbaren ägyptischen Wasserressourcen bezieht Ägypten über den Nil.

Der ägyptische Anteil am Nilwasser wurde im Jahr 1959, in einem Vertrag mit dem Sudan geregelt und auf 55,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr festgelegt. Dieses historische Anrecht auf das wertvolle Nilwasser wird allerdings durch den Bau des "Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD)" in Äthiopien in Frage gestellt. Rund 86 Prozent des Nilwassers, das den ägyptischen Assuan-Staudamm erreicht, hat seinen Ursprung im Hochland Äthiopiens, das bei den Nilwasserverträgen jedoch komplett ignoriert wurde. Mit der Fertigstellung des GERD und dessen Befüllung werden große Mengen an Wasser in Ägypten fehlen. Die Länder Äthiopien und Ägypten befinden sich daher in Konflikt um die Zuflussmengen und Kairo hat bereits militärische Schritte gegenüber Äthiopien angekündigt, falls sich der Wasserzufluss signifikant verringern sollte. Im Vergleich der militärischen Stärke zwischen Ägypten und Äthiopien ist Ägypten in allen Belangen deutlich überlegen, insbesondere was die zur Verfügung stehenden Luftstreitkräfte anbelangt.

Arabischer Herbst in Ägypten - 10 Jahre nach dem Arabischen Frühling

Mehr als zehn Jahre nach dem "Tag des Zorns", dem Beginn der ägyptischen Massendemonstrationen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Januar 2011, hat sich die politische Lage in Ägypten nur auf den ersten Blick stark verändert. Nachdem der ehemalige Staatschef Husni Mubarak zurücktrat, folgte ihm nach kurzer Übergangszeit Mohammed Mursi von den "Muslimbrüdern" als Staatspräsident. Dessen wirtschaftsliberale und islamistische "Partei der Freiheit und Gerechtigkeit" konnte sämtliche Wahlen, einschließlich der ersten freien ägyptischen Präsidentschaftswahlen, für sich entscheiden. Nachdem Präsident Mursi innerhalb weniger Monate im Amt eine neue Verfassung erließ, die ihm faktisch die unkontrollierte Alleinherrschaft sicherte, putschte das ägyptische Militär 2013 und setzte Präsident Mursi ab. Seit 2014 regiert der ehemalige Feldmarschall Abd al-Fattah as-Sisi als ägyptischer Präsident.
Was hat sich für die Bevölkerung verändert, war der arabische Frühling aus ihrer Sicht erfolgreich?

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Ägypten
In einer Umfrage im Niltal (Sudan und Ägypten) zur Haltung gegenüber der Demokratie stimmten rund 78 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die "Demokratie besser ist als andere politische Systeme.
Gleichzeitig stimmten in der Meinungsumfrage im Niltal zum Arabischen Frühling im Jahr 2020 rund 59 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass der Arabische Frühling aktuell vor Hindernissen steht, schließlich aber erfolgreich sein wird. Rund ein Viertel der Befragten ist weniger optimistisch und sieht die alten Regierungen wieder an die Macht kommen.
Diese Ernüchterung mit dem Verlauf der Proteste in Ägypten spiegelt sich auch in einer Umfrage zur Politikverdrossenheit in Ägypten (2018) wider: In den ersten Jahren der Proteste 2011 bis 2014 stieg der Anteil der politisch interessierten Menschen in Ägypten auf rund 52 Prozent an und ist folgend bis zum letzten Umfrageintervall 2017/18 auf 30 Prozent gefallen.
In der Bewertung von Demokratie und Marktwirtschaft in Ägypten nach dem Bertelsmann Transformationsindex (BTI) ist ein ähnlicher Verlauf ablesbar. Ägypten steht heute schlechter da als vor dem Arabischen Frühling. Im Index für Demokratie wird Ägypten 2020 als "harte Autokratie" mit "schwachem politischen Management" (Governance-Status) bewertet und eine "schlecht funktionierende Marktwirtschaft" (Index Marktwirtschaft) attestiert.
Im Freiheitsindex für Ägypten 2021 werden die politischen Rechte der Bevölkerung genauso schlecht bewertet wir vor dem Arabischen Frühling und die bürgerlichen Rechte noch etwas schlechter.
In der Bewertung Ägyptens nach dem Fragile States Index (FSI) hat sich das Land 2021 auf den 39. Platz von 178 Ländern verbessert, 2011 war die Platzierung (45. Platz) jedoch ebenfalls besser als vor den Massenprotesten.

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