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Fragmentierung des Fernsehmarktes - Statistiken und Daten

Fernsehen ist nach wie vor eine der wichtigsten Mediengattungen in Deutschland: Im Jahr 2021 wurden rund 223 Minuten am Tag ferngesehen. Dies war nach dem Corona-bedingten Anstieg des Vorjahres wieder ein Rückgang. Heute haben die Deutschen indes mehr Auswahlmöglichkeiten des visuellen Medienkonsums als je zuvor: Besonders das Videostreaming macht dem Fernsehen Konkurrenz, aber auch die Zahl der Fernsehsender ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen. Bis zum Sendestart des Privatfernsehens im Jahr 1984 gab es in Deutschland lediglich die öffentlich-rechtlichen Angebote von ARD und ZDF. Während die Zahl der öffentlich-rechtlichen TV-Sender weitgehend konstant ist, stieg die Zahl der Privatsender immens. Alleine zwischen 2006 und 2020 stieg die Zahl von 342 auf 489 Sender - inklusive Pay-TV, Teleshopping und zahlreichen Spartensendern.

Entwicklung der Zuschauermarktanteile

Heute besitzen die öffentlich-rechtlichen Sender ZDF und Das Erste (sowie die kumulierten Angebote der Landesrundfunkanstalten, die "Dritten") die mit Abstand größten Marktanteile in Deutschland. 2021 erreichte das ZDF 14,7 Prozent Marktanteil, gefolgt von den ARD Dritten (13,7 Prozent) und Das Erste mit 12,1 Prozent. Von der privaten Konkurrenz kommt RTL mit 7,2 Prozent auf die höchsten Anteile, gefolgt von Sat.1 und VOX. Die Privatsender können sich jedoch in der sogenannten werberelevanten Zielgruppe besser behaupten: Bei den 14- bis 49-Jährigen belegten RTL und ProSieben im Jahr 2021 die Spitzenplätze vor Das Erste.
Während das ZDF in den vergangenen Jahren seine Zuschauermarktanteile halten und sogar ausbauen konnte, haben die meisten größeren Sender deutlich Anteile einbüßen müssen: Das Erste verlor in den vergangenen 20 Jahren rund zwei Prozent Marktanteil (2021: 12,1 Prozent), bei RTL fiel der Einbruch im selben Zeitraum mit mehr als sechs Prozentpunkten noch größer aus (2021: 7,2 Prozent). Auch Sat.1 und ProSieben mussten jeweils rund fünf Prozentpunkte einbüßen (2021: 5,2 bzw. 3,7 Prozent).

Einfluss der Senderzahl auf die Marktanteile

Der Einbruch der Marktanteile der Sender ist jedoch nicht per se auf mangelndes Interesse der Zuschauerschaft zurückzuführen: Die zunehmende Zahl der Sender führt dazu, dass sich die Fernsehnutzer mehr verteilen. Im Jahr 2001 betrieb die RTL Mediengruppe vier TV-Sender in Deutschland, die gemeinsam einen Marktanteil von 23,9 Prozent hielten. Im Jahr 2021 waren es hingegen sieben Sender, die 20,4 Prozent Marktanteil erreichten, ein vergleichsweise kleiner Verlust. Zu den frühen Sendern RTL, RTL Zwei, VOX und Super RTL kamen Spartensender wie n-tv, Nitro und RTLplus (RTLup) hinzu. Das Fernsehangebot wurde also zunehmend fragmentierter und individueller auf Zielgruppen orientiert zugeschnitten.
Ähnlich (jedoch mit größeren Gesamtverlusten) zeigt sich dies bei den Sendern von ProSiebenSat.1: Die älteren Sender ProSieben, Sat.1 und Kabel eins wurden ergänzt um neue Sender wie ProSiebenMaxx, Sat.1 Gold, Kabel eins Doku und Sixx. Summiert sank der Marktanteil damit von 23,9 auf 16,4 Prozent. Beim ZDF konnten hingegen die Marktanteile aller drei Sender seit 2011 gesteigert werden. Bei den Angeboten der ARD konnten zuletzt steigende Anteile der Dritten Programme für steigende Gesamtquoten sorgen.

Einfluss der Mediatheken und zeitversetzte Nutzung

Einen schwerer messbaren, aber wichtigen Einfluss auf den Fernsehmarkt hat auch die Nutzung von Mediatheken, so dass TV-Programme nicht mehr live im Fernsehen gesehen werden müssen - trotzdem aber für die Sender und deren Werbeeinnahmen wichtig sind. Im Jahr 2021 nutzten laut GFK rund 66 Prozent der Deutschen die Angebote der Mediatheken. Die Nutzungsfrequenz fällt dabei jedoch sehr unterschiedlich aus, mehr als ein Drittel der Befragten nutzte Mediatheken mindestens einmal pro Woche. Die ZDF-Mediathek besitzt dabei die höchste Zahl der Visits (Dezember 2020: rund 178 Millionen).

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