Statistiken zum Außenhandel der Europäischen Union und der Euro-Zone

Veröffentlicht von Bruno Urmersbach, 11.12.2018
Der Außenhandel beschreibt die Entwicklung von Ausfuhren (Exporten) und Einfuhren (Importen) im internationalen Kontext. Dabei lässt sich zwischen Waren/Gütern und Dienstleistungen differenzieren, wobei die Warenströme in der Regel weitaus mehr Beachtung finden und sich daher auch dieser Text im Folgenden ausschließlich auf den Warenhandel bezieht. Im Hinblick auf die Europäische Union und die Euro-Zone muss zudem zwischen Extra- und Intrahandel unterschieden werden, d.h. dem Handel mit Staaten außerhalb der EU bzw. der Euro-Zone und dem Handel der Mitgliedsstaaten untereinander. Tiefergehende Betrachtungen von Handelssanktionen, Strafzöllen und Ausgleichszöllen, finden sich im Themenschwerpunkt Handelskrieg. Die Warenexporte aus der EU in Drittstaaten betrugen im Jahr 2017 rund 1,88 Billionen Euro; aus der Euro-Zone wurden Güter im Wert von circa 2,19 Billionen Euro in Länder außerhalb der Währungsunion ausgeführt. Das waren rund 7,7 Prozent (EU) bzw. 7,1 Prozent (Euro-Zone) mehr als im Vorjahr. Die Warenimporte in die EU und die Euro-Zone lagen bei etwa 1,85 Billionen Euro (EU) sowie 1,96 Billionen Euro (Euro-Zone) und stiegen damit im Vorjahresvergleich um rund 8,2 Prozent (EU) bzw. 9,7 Prozent (Euro-Zone). In der Handelsbilanz, d.h. der Differenz von Exporten und Importen, ergibt sich für die EU ein Überschuss von rund 22,9 Milliarden Euro und für die Euro-Zone von circa 236 Milliarden Euro.

Betrachtet man den Außenhandel der einzelnen Mitgliedsstaaten, werden auch die Handelsströme zwischen den Mitgliedern berücksichtigt. Der größte Exporteur in der EU im Jahr 2017 war Deutschland mit Exporten im Wert von rund 1,28 Billionen Euro, gefolgt von den Niederlanden (577,15 Milliarden Euro) und Frankreich (473,7 Milliarden Euro). Am anderen Ende der Skala stehen die kleineren EU-Länder Malta (2,2 Milliarden Euro), Zypern (2,8 Milliarden Euro) und Lettland (12,2 Milliarden Euro). Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Importländern: Hier steht Deutschland (1,03 Billionen Euro) vor Großbritannien (570,1 Milliarden Euro) und Frankreich (553 Milliarden Euro); die geringsten Einfuhren hatten Malta (5,15 Milliarden Euro), Zypern (8 Milliarden Euro) und Estland (14,7 Milliarden Euro). In der Handelsbilanz erwirtschafteten 11 der 28 Mitgliedsländer einen Überschuss; an der Spitze steht Deutschland (249 Milliarden Euro) vor den Niederlanden (70,1 Milliarden Euro) und Italien (47,5 Milliarden Euro). Die größten Handelsbilanzdefizite wiesen Großbritannien (-175,9 Milliarden Euro), Frankreich (-79,1 Milliarden Euro) und Spanien (-26 Milliarden Euro) auf.

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