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Statistiken zum Außenhandel der Europäischen Union und der Eurozone

Der Außenhandel beschreibt die Entwicklung von Ausfuhren (Exporten) und Einfuhren (Importen) im internationalen Kontext. Dabei lässt sich zwischen Waren/Gütern und Dienstleistungen differenzieren, wobei die Warenströme in der Regel weitaus mehr Beachtung finden. Im Hinblick auf die Europäische Union und die Eurozone muss zudem zwischen Extra- und Intrahandel unterschieden werden, d.h. dem Handel mit Staaten außerhalb der EU bzw. der Eurozone und dem Handel der Mitgliedstaaten untereinander.

Der Außenhandel von EU und Eurozone

Beim gesamten Außenhandel der Jahre 2020 und 2021 sind die Nachholeffekte aufgrund der Corona-Pandemie und den im Zusammenhang stehenden enormen Handelseinbußen im Jahr 2020 zu beachten. Hinzu kommt, dass die Werte der EU-27 nur eingeschränkt mit den Daten der Vorjahre vergleichbar sind, da Großbritannien die EU im Jahr 2020 verlassen hat (Brexit) und daher die Werte der EU auch rückwirkend angepasst wurden.

Exporte aus der EU und Eurozone
Die Warenexporte aus der EU-27 in Drittstaaten haben im Jahr 2021 rund 2,18 Billionen Euro betragen; aus der Eurozone wurden Güter im Wert von circa 2,43 Billionen Euro in Länder außerhalb der Währungsunion ausgeführt. Insgesamt erhöhte sich der Wert der Exporte aus der EU-27 im Jahr 2021 um rund 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Eurozone konnte 2021 ein Exportplus von 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden.

Importe in die EU und Eurozone
Die Warenimporte in die EU-27 und die Eurozone haben im Jahr 2021 rund 2,1 Billionen Euro (EU-27) sowie rund 2,3 Billionen Euro (Eurozone) betragen. Dies entspricht im Vorjahresvergleich einer Veränderungsrate der Importe von rund 23 Prozent für die EU-27 und 21,4 Prozent für die Eurozone.

Handelsbilanz der EU und Eurozone
In der Handelsbilanz, d.h. der Differenz von Exporten und Importen, ergibt sich für die EU-27 im Jahr 2021 ein Überschuss von rund 61,6 Milliarden Euro und für die Eurozone ein Überschuss von circa 121,7 Milliarden Euro. Im Zuge der Sanktionen gegen Russland, die von der internationalen Gemeinschaft als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine erlassen wurden, kommt es auch zu massiven Verwerfungen an den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten. Russland ist bis dato Europas wichtigster Energielieferant gewesen. Da Russland sich jetzt als vertrauenswürdiger und verlässlicher Lieferant von Öl, Gas, Kohle und Brennstäben in die Europäische Union disqualifiziert hat, vollzieht die EU einen Paradigmenwechsel in ihrer Energiepolitik und treibt den Ausbau nachhaltiger Energie voran. Gleichzeitig sind die Importpreise für Rohstoffe und Energie massiv gestiegen. Für das laufende Jahr 2022 ist mit sinkenden Handelsbilanzüberschüssen der EU zu rechnen.

Außenhandel in den Mitgliedstaaten der EU

Betrachtet man den Außenhandel der einzelnen Mitgliedstaaten, werden auch die Handelsströme zwischen den Mitgliedern berücksichtigt. Das größte Exportland in der EU im Jahr 2021 ist Deutschland mit Exporten im Wert von rund 1,38 Billionen Euro gewesen, gefolgt von den Niederlanden (708,2 Milliarden Euro) und Italien (516,3 Milliarden Euro). Am anderen Ende der Skala stehen die kleineren EU-Länder Malta (2,6 Milliarden Euro), Zypern (3,2 Milliarden Euro) und Luxemburg (14,1 Milliarden Euro).

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Importländern der EU: Hier steht ebenfalls Deutschland (1,2 Billionen Euro) vor den Niederlanden (641,7 Milliarden Euro) und Frankreich (604,4Milliarden Euro); die geringsten Einfuhren hatten Malta (5,8 Milliarden Euro), Zypern (8,6 Milliarden Euro) und Estland (20 Milliarden Euro).

im Hinblick auf die Handelsbilanzen der EU-Länder erwirtschafteten im Jahr 2021 nur 8 der 27 Mitgliedsländer einen Überschuss; an der Spitze steht wieder Deutschland (179 Milliarden Euro) vor den Niederlanden (66,5 Milliarden Euro) und Irland (60,3 Milliarden Euro). Die größten Handelsbilanzdefizite wiesen Frankreich (-109,6 Milliarden Euro), Spanien (-28,9 Milliarden Euro) und Rumänien (-24,4 Milliarden Euro) auf.

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