Statistiken zu internationalen Staatsfinanzen

Die Situation der Staatsfinanzen ist spätestens mit der Finanz- und Schuldenkrise ab 2008/2009 zu einem weltweit viel beachteten Thema geworden. Insbesondere gilt dies für den europäischen Raum und die hiesige "Euro-Krise", bei der vor allem südeuropäische Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien und Zypern, aber auch Irland im Fokus standen. Tatsächlich zählen diese Staaten zu den Ländern mit der höchsten Staatsverschuldung; Griechenland belegt mit einer Schuldenquote von circa 181,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2016) sogar Rang zwei weltweit. Das Land mit der höchsten Verschuldung gemessen am BIP ist jedoch Japan mit circa 239,2 Prozent; auf Platz drei steht der Libanon mit rund 143,4 Prozent. Die niedrigste Staatsverschuldung weisen im internationalen Vergleich hingegen Macao (0 Prozent), Hongkong (0,06 Prozent) und Brunei (3,1 Prozent; alle Angaben Stand 2016) auf. In der Europäischen Union sind die bereits genannten Griechenland, Italien und Portugal die am stärksten verschuldeten Mitglieder; die geringsten Schulden haben Estland, Luxemburg und Bulgarien. Deutschland liegt mit 66,9 Prozent im Mittelfeld, aber deutlich unter den Durchschnittswerten für die gesamte EU und die Euro-Zone. Insgesamt sind die Schuldenquoten in Europa trotz zahlreicher Sparbemühungen in den Jahren 2010 bis 2014 jedes Jahr weiter gestiegen. Seit 2015 sinken die Schuldenquoten von EU und Euro-Zone wieder.


In vielen Ländern liegen die Staatshaushalte im Minus; die Verschuldung steigt also weiter an. Wiederum gemessen am BIP hatten im Jahr 2016 Libyen (53,4 Prozent), Brunei (21,9 Prozent) und der Oman (20,6 Prozent) die höchsten Defizitquoten zu verzeichnen. Anderen Staaten gelingen aber auch Überschüsse: Hier lagen 2015 Nauru (23,5 Prozent), Island (11,3 Prozent) und Mikronesien (9,7 Prozent) an der Spitze. Im europäischen Vergleich fielen 2015 die größten Defizite in Spanien, Frankreich und Großbritannien an. Am anderen Ende erwirtschafteten Luxemburg, Malta und Schweden niedrige Staatsüberschüsse. Im Gegensatz zur Staatsverschuldung haben sich die Defizitquoten in der EU und der Euro-Zone seit 2010 kontinuierlich verringert.

Ein gängiger Indikator, um die Staatsausgaben zu messen, ist die Staatsquote, d.h. das Verhältnis der Ausgaben zum BIP des jeweiligen Landes. Eine hohe Quote deutet auf eine große wirtschaftliche Bedeutung des Staatssektors für die Gesamtwirtschaft hin. Die höchsten Staatsquoten weltweit hatten 2016 die pazifischen Inselstaaten Tuvalu (127,3 Prozent), Kiribati (122,85 Prozent) und Nauru (97,65 Prozent); die niedrigsten Staatsquoten verzeichneten Nigeria (9,3 Prozent), die Demokratische Republik Kongo (10,9 Prozent) und der Sudan (11,1 Prozent). In Europa stehen Frankreich, Finnland und Dänemark an der Spitze während die Staatsausgaben in Irland, Litauen und Rumänien eine relativ geringe Rolle spielen. Deutschland liegt mit 44,3 Prozent im Mittelfeld, aber unter den Durchschnittswerten für die gesamte EU und die Euro-Zone. In der gesamteuropäischen Betrachtung sind die Staatsquoten im Vergleich von 2010 zu 2016 gesunken.

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