Statistiken zu internationalen Staatsfinanzen

Die Situation der Staatsfinanzen ist spätestens mit der Finanz- und Schuldenkrise ab 2008/2009 zu einem weltweit viel beachteten Thema geworden. Insbesondere gilt dies für den europäischen Raum und die hiesige "Euro-Krise", bei der vor allem südeuropäische Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien und Zypern, aber auch Irland im Fokus standen.

Tatsächlich zählen diese Staaten zu den Ländern mit der höchsten Staatsverschuldung; Griechenland belegt mit einer Schuldenquote von circa 213,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2020) sogar Rang drei weltweit. Das Land mit der höchsten Verschuldung gemessen am BIP ist jedoch Venezuela mit circa 304,1 Prozent, vor dem Sudan mit 262,5 Prozent und den Japanern mit 256,2 Prozent.
Die Länder mit der niedrigsten Staatsverschuldung sind hingegen Macao (0 Prozent), Hongkong (0,3 Prozent) und Brunei (2,85 Prozent; alle Angaben Stand 2020).

Warum treibt die Corona-Krise die Staatsschulden weltweit in die Höhe?

Der Ausbruch der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr und die aus den Eindämmungsmaßnahmen entstandenen riesigen wirtschaftlichen Schäden wurde mit ebenso riesigen nationalen und supranationalen Konjunkturpaketen entgegen getreten. Die Kosten dieser Wirtschaftshilfen haben die absoluten Staatsschulden weltweit sprunghaft ansteigen lassen. Aufgrund der parallel verlaufenden Rezession ist insbesondere die Staatsverschuldung in Relation zum BIP in die Höhe geschossen. In der Europäischen Union sind die bereits genannten Griechenland, Italien und Portugal die am stärksten verschuldeten Mitglieder; die geringsten Schulden haben Estland, Bulgarien und Luxemburg. Deutschland liegt mit 71,1 Prozent im Mittelfeld, aber deutlich unter den Durchschnittswerten für die gesamte EU-27 und die Eurozone. Nachdem die Schuldenquoten in Europa trotz zahlreicher Sparbemühungen in den Jahren 2010 bis 2014 jedes Jahr weiter gestiegen sind, sanken sie seither auch kontinuierlich. Die Corona-Pandemie hat diese Bemühungen pulverisiert und die Staatsverschuldung der Europäischen Union (EU-27) binnen eines Jahres um rund 20,5 Prozentpunkte auf insgesamt rund 98 Prozent hochschnellen lassen.

In vielen Ländern liegen die Staatshaushalte im Minus; die Verschuldung steigt also weiter an. Wiederum gemessen am BIP hatten im Jahr 2020 Osttimor (22,8 Prozent), Macau (22,2 Prozent) und die Malediven (21,4 Prozent) die höchsten Defizitquoten weltweit zu verzeichnen. Anderen Staaten gelingen aber auch Überschüsse im Staatshaushalt: Hier lagen 2020 Nauru (31,5 Prozent), Tuvalu (7,4 Prozent) und Samoa (6,2 Prozent) an der Spitze. Im europäischen Vergleich fielen 2020 die größten Defizite in Spanien, Malta, Griechenland und Italien an. Staatsüberschüsse konnte 2020 kein EU-Staat erreichen, aber in Dänemark, Schweden und Bulgarien fielen die Defizite im europäischen Vergleich am geringsten aus. Im Gegensatz zur Staatsverschuldung haben sich die Defizitquoten in der EU und der Euro-Zone seit 2010 kontinuierlich verringert, bis im Jahr 2020 auch hier mit -6,9 Prozent (EU-27) und -7,2 Prozent (Eurozone) die höchsten Staatsdefizite seit Bestehen der Europäischen Union erreicht wurden.

Was zeigt die Staatsquote an?

Ein gängiger Indikator, um die Staatsausgaben zu messen, ist die Staatsquote, d.h. das Verhältnis der Ausgaben zum BIP des jeweiligen Landes. Eine hohe Quote deutet auf eine große wirtschaftliche Bedeutung des Staatssektors für die Gesamtwirtschaft hin. Die Länder mit der höchsten Staatsquote weltweit waren 2020 die pazifischen Inselstaaten Nauru (165,05 Prozent), Tuvalu (134,5 Prozent) und Kiribati (124,4 Prozent).
Die niedrigsten Staatsquoten weltweit verzeichneten Haiti (10 Prozent), die Demokratische Republik Kongo (10,7 Prozent) und der Sudan mit geschätzt rund 10,8 Prozent. Bei den Staatsquoten in Europa stehen Frankreich, Griechenland und Belgien an der Spitze während die Staatsausgaben in Irland, Rumänien und Bulgarien eine relativ geringe Rolle spielen. Deutschland liegt mit 51,1 Prozent im Mittelfeld, aber unter den Durchschnittswerten für die gesamte EU und die Euro-Zone. In der gesamteuropäischen Betrachtung sind die Staatsquoten im Vergleich von 2010 zu 2018 gesunken, bis sie 2020 wieder gestiegen sind.

Interessante Statistiken

In den folgenden 3 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 47 Statistiken aus dem Thema "Internationale Staatsfinanzen".

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