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Statistiken zur Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung zeigt den Anteil der Wahlberechtigten, die an einer Wahl tatsächlich teilgenommen und somit von ihrer Möglichkeit der Teilnahme am politischen Prozess Gebrauch gemacht haben. Somit ist sie ein Maß für die politische Partizipation der Wahlberechtigten. Laut dem aktiven Wahlrecht in Deutschland besitzen alle Deutschen, die am Wahltag das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, grundsätzlich das Recht, bei einer Bundestagswahl zu wählen.

Wahlbeteiligung bei den Bundestagwahlen

Die Zahl der Wahlberechtigten ist seit der Wahl im Jahr 2009 kontinuierlich zurückgegangen, dieser Rückgang ist laut Bundeswahlleiter in der demografischen Entwicklung Deutschlands begründet. Zur letzten Bundestagswahl im Jahr 2021 gab es rund 61,18 Millionen Wahlberechtigte in der Bundesrepublik. Tatsächlich ihre Stimme abgegeben haben deutlich weniger, die Anzahl der Wählerinnen und Wähler lag 2021 bei 46,85 Millionen Personen. Auch wenn dies weniger Wählende waren als noch bei der Wahl 2017, ist die Wahlbeteiligung aufgrund der noch stärker gesunkenen Zahl der Wahlberechtigten dennoch gestiegen und lag bei 76,6 Prozent. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2009 hatte die Wahlbeteiligung in Deutschland mit 70,8 Prozent ihren bisher niedrigsten Stand erreicht, bei keiner Wahl sonst beteiligten sich anteilig weniger Menschen an der Bundestagswahl. Eine Rekordbeteiligung gab es in dieser Hinsicht zuletzt im Jahre 1972: Zur Wahl des 7. Deutschen Bundestages beteiligten sich rund 91,1 Prozent der wahlberechtigten Bürger und Bürgerinnen.
Zum Vergleich: bei der US-Wahl, die im November 2020 stattgefunden hat, lag die Wahlbeteiligung mit 66,4 Prozent rund 10 Prozentpunkte niedriger als bei der Bundestagswahl im September 2021.

Wahlbeteiligung variiert mit dem Alter und Geschlecht

Die größte Gruppe der Wahlberechtigten in Deutschland stellen die Personen ab 70 Jahren, der Anteil dieser Altersgruppe an allen Wahlberechtigten lag bei der Bundestagswahl 2021 bei 21,7 Prozent. Somit ist der Anteil der Wahlberechtigten ab 70 seit 2013 um einen Prozentpunkt gestiegen. Der Anteil der Wahlberechtigten zwischen 18 und 20 ist hingegen leicht zurückgegangen. Die Altersgruppe mit der höchsten Wahlbeteiligung bei der Wahl 2021 war allerdings die Gruppe der 50- bis 59-Jährigen. Grundsätzlich lässt sich mit dem Alter der Wählenden eine steigende Wahlbeteiligung beobachten: Bei den jüngsten Wählerinnen und Wählern beteiligten sich 70,5 Prozent an der Wahl, dann steigt die Wahlbeteiligung von Altersklasse zu Altersklasse bis über 80 Prozent bei den Wählenden ab 50 Jahren und ab 60 Jahren. Lediglich in der höchsten Altersklasse ab 70 Jahren liegt die Wahlbeteiligung wieder erkennbar niedriger.
Bei der Bundestagswahl im Jahr 2021 lag die Wahlbeteiligung der Frauen und Männer, wie auch bei den vorangegangenen Wahlen, auf dem gleichen Niveau: 76,5 Prozent der wahlberechtigten Frauen und 76,7 der wahlberechtigten Männern beteiligten sich an der Wahl. Leichte Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab es allerdings bei bestimmten Altersgruppen: Bei der jüngsten Gruppe der 18- bis 20-jährigen Wählenden lag die Wahlbeteiligung bei den Frauen mit 72,2 Prozent mehr als drei Prozentpunkte über der Wahlbeteiligung der Männer. Bei den Wählenden ab 70 Jahren beteiligten sich hingegen mit 79 Prozent die Männer mehr als die Frauen (72,5 Prozent).

Regionale Unterschiede bei der Wahlbeteiligung

Bei der Frage, wie viele der Wahlberechtigten ihr aktives Wahlrecht wahrnehmen und sich an der Bundestagswahl beteiligen, gibt es teilweise große regionale Unterschiede. So war die Wahlbeteiligung bei den letzten Bundestagswahlen in Ostdeutschland stets niedriger als in Westdeutschland, allerdings wurde der Abstand bei den letzten Wahlen immer geringer. Entsprechend stehen im Vergleich der Bundesländer die neuen Bundesländer eher im unteren Bereich; Sachsen-Anhalt war das einzige Bundesland, bei dem die Wahlbeteiligung unter der 70-Prozent-Marke blieb (67,9 Prozent). Auch in den alten Bundesländern Bremen und Niedersachsen war die Wahlbeteiligung vergleichsweise gering. In Bayern war die Wahlbeteiligung mit 79,9 Prozent am höchsten. Solche Unterschiede zeigen sich naturgemäß in den kleineren Wahlkreisen noch deutlicher. So lagen zwischen dem Wahlkreis mit der höchsten Wahlbeteiligung, Steinfurt III mit 79,6 Prozent, und dem Wahlkreis mit der niedrigsten Wahlbeteiligung, Duisburg II mit 63,3 Prozent, mehr als 16 Prozentpunkte.

Politikverdrossenheit Hauptgrund für das Nichtwählen

Der Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2021 lag bei rund 23,4 Prozent. Dabei kann es diverse Gründe geben, warum sich Wahlberechtigte nicht an einer Wahl beteiligen. So gaben 39 Prozent der befragten wahlberechtigten Nichtwähler:innen in einer nach der Bundestagswahl 2021 durchgeführten Umfrage zu den Gründen für das Nichtwählen an, dass sie am Tag der Wahl verhindert waren (z.B. durch Krankheit oder Urlaub). Ein Teil der häufigsten Antworten von Nichtwähler:innen auf die Frage, warum sie bei der Bundestagswahl 2021 nicht wählen gegangen sind, lassen sich allerdings dem Begriff der Politikverdrossenheit zuordnen. So gaben 65 Prozent der befragten Nichtwähler:innen an, dass es für sie keinen Sinn hat, wählen zu gehen, weil ihrer Meinung nach die Parteien und Politiker doch das machen, was sie wollen. Aus anderen Antworten lässt sich eine Unzufriedenheit mit Politik und Politiker:innen erkennen, so gaben z.B. 56 Prozent der befragten Personen an, dass es keinen Politiker gab, dem sie ihre Stimme geben wollten. 39 Prozent waren unzufrieden mit ihrer bisher gewählten Partei, eine andere Partei gefiel ihnen aber auch nicht. Jede dritte Person gab an, grundsätzlich nicht wählen zu gehen.

Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen geht zurück

Nach dem Superwahl-Jahr 2021 mit der Bundestagswahl und weiteren fünf Landtags- bzw. Abgeordnetenhauswahlen gab es im Jahr 2022 drei Wahlen in den Bundesländern: in Nordrhein-Westfalen, in Schleswig-Holstein und im Saarland wurden die Landesparlamente neu gewählt. Hier zeigten sich durchweg sinkende Wahlbeteiligungen: In Nordrhein-Westfalen betrug die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2022 ca. 55,5 Prozent, das waren im Vergleich zur vorherigen Wahl fast 10 Prozentpunkte weniger. Bei den Bundestagswahlen hatte sich hingegen der Trend der steigenden Wahlbeteiligung in Nordrhein-Westfalen auch 2021 noch fortgesetzt. Auch in Schleswig-Holstein sank 2022 die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl, wenn auch in einem geringeren Maße. Im Saarland ging der Anteil der Wählenden mit mehr als acht Prozentpunkten ähnlich stark zurück wie in Nordrhein-Westfalen. Schon im Vorjahr sank die Wahlbeteiligung in drei der fünf Bundesländer, in denen ein neues Landesparlament gewählt wurde.

Wahlbeteiligung bei den Europawahlen

Bei den Europawahlen machte sich im Jahr 2019 ein Anstieg der Wahlbeteiligung deutlich. Nachdem der Anteil der Wählenden zur Abstimmung des Europäischen Parlaments seit Beginn der Direktwahlen durch EU-Bürger und -Bürgerinnen im Jahr 1979 kontinuierlich gesunken ist und 2014 mit einer Beteiligung von 42,6 Prozent ein Rekordtief verzeichnen musste, stieg die Wahlbeteiligung zur Europawahl im Jahr 2019 auf 50,6 Prozent an. In Deutschland lag die entsprechende Beteiligung sogar bei 61,4 Prozent. Als stärkste Fraktion aus der Wahl ging die Europäischen Volkspartei (EVP), der auch die CDU/CSU angehört, hervor. In Deutschland wurde nach dem amtlichem Ergebnis die CDU mit 22,6 Prozent der Stimmen stärkste Partei (siehe amtliches Ergebnis der Europawahl am 26. Mai 2019 in Deutschland). Die zehnte Direktwahl zum Europäischen Parlament wird voraussichtlich im Frühjahr 2024 stattfinden.


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