Statistiken zur Kinder- und Jugendhilfe

Die Kinder- und Jugendhilfe ist in Deutschland im Wesentlichen im achten Sozialgesetzbuch der Bundesrepublik verankert. Sie dient in ihrem Kern der Förderung und dem Schutz junger Menschen, dem Abbau und Ausgleich von Ungleichheiten sowie der Unterstützung von Erziehungsberechtigten und Familien (vgl. § 1 Abs. 3 SGB VIII). So reicht das Aufgabenfeld der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland von Kinderbetreuungsangeboten und Jugendarbeit über Kinder- und Jugendschutz sowie der Mitwirkung an familienrechtlichen Verfahren bis hin zu Freizeit-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Familien. Angebote offener und freier Träger wie Jugendämter sind Teil der rechtlich verankerten Hilfe für die insgesamt 13,7 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland (Stand: 31. Dezember 2019). Aber auch jungen Volljährigen steht die genannte Hilfe offen.
Im Jahr 2018 gab es laut Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland insgesamt 37.150 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. Die Ausgaben in der Kinder- und Jugendhilfe beliefen sich auf ca. 51 Milliarden Euro, mit rund 34 Milliarden Euro floss der Großteil dabei in die Kinderbetreuung.

Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls

Im Jahr 2019 wurden von den Jugendämtern in Deutschland über 173.000 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durchgeführt. Eine Kindeswohlgefährdung liegt in einer Situationen vor, in der eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes/ Jugendlichen bereits eingetreten ist oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist und diese Situation von den Sorgeberechtigten nicht abgewendet wird oder werden kann. Das Jugendamt kann bei der Einschätzung auch zu dem Schluss kommen, dass zwar eine direkte Gefährdung für das Kind nicht vorliegt, aber ein Hilfe- oder Unterstützungsbedarf besteht.

Inobhutnahmen zum Schutz junger Menschen

Eine bestimmte Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe, spezifisch der Jugendämter, besteht in der Inobhutnahme von Minderjährigen, d.h. in der vorläufigen Unterbringung eines jungen Menschen bei einer geeigneten Person, in einer geeigneten Einrichtung oder in einer anderen Wohnform. Sie wird nach § 42 SGB VIII bei akuten Gefährdungslagen von Kindern und Jugendlichen umgesetzt, wenn das Kind oder der Jugendliche selbst darum bittet oder wenn Minderjährige unbegleitet aus dem Ausland einreisen. Im Jahr 2019 gab es insgesamt 49.510 Inobhutnahmen, rund 8.600 aufgrund von unbegleiteter Einreise. Veranlasst wurden die meisten aufgrund der Überforderung der Erziehungsberechtigten, fast jede fünfte Inobhutnahme ging von dem Kind bzw. den Jugendlichen selbst aus.

Familiengerichtliche Verfahren

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 32.591 Maßnahmen von Familiengerichten nach § 1666 BGB eingeleitet. Hier entscheidet das Familiengericht als erste Instanz, jedoch in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Betroffene können sich im Sinne der Kinder- und Jugendhilfe in solchen Verfahren, sowie bei Jugendstrafverfahren oder Sorgerechtsprozessen bei Ehescheidung, vom Jugendamt helfen und beraten lassen. In 16.457 Fällen vor einem Familiengericht wurde die elterliche Sorge teilweise oder vollständig entzogen und auf das Jugendamt oder einem Dritten übertragen. Mit einer Anzahl von 4.771 verzeichnete Nordrhein-Westfalen die mit Abstand meisten vollständigen sowie teilweisen Sorgerechtsentzüge in einem Bundesland im Jahr 2019.

Adoptionen in Deutschland

In Deutschland gehören Adoptionsangelegenheiten sowie deren statistische Erfassung auch zum Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Nimmt ein Ehepaar ein Kind an oder nimmt ein Ehegatte ein Kind des anderen Ehegatten an, so erlangt das Kind laut Statistischem Bundesamt die rechtliche Stellung eines gemeinschaftlichen Kindes der Ehegatten (§ 1754 BGB). In den anderen Fällen erlangt das Kind die rechtliche Stellung eines Kindes des Annehmenden. Bei der Adoption eines Kindes oder Jugendlichen handelt es sich laut Quelle häufig um eine Maßnahme, die mit einschneidenden Veränderungen in der Lebenssituation und der Trennung von leiblicher Mutter bzw. Herkunftsfamilie verbunden ist. Sie stellt in diesen Fällen für den jungen Menschen allerdings auch die Chance dar, eine neue und auf Dauer angelegte Familienbindung einzugehen. Bei Adoptionen durch Stiefeltern oder nahe Verwandte wird häufig nur die rechtliche Konsequenz aus einer bereits bestehenden familiären Bindung gezogen. Im Jahr 2019 gab es in Deutschland 3.744 Adoptionen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, etwa jedes dritte adoptierte Kind war ein oder zwei Jahre alt. Jungen und Mädchen wurden dabei beinahe zu gleichen Teilen adoptiert (siehe die Statistik zu den Adoptionen nach Geschlecht).



Interessante Statistiken

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