Statistiken zur Kinderbetreuung

Laut Statistischem Bundesamt lebten im Jahr 2020 insgesamt 10,7 Millionen Kinder unter 14 Jahren in Deutschland, die sich auf rund 11,65 Millionen Familien verteilten. Als Familie gelten in diesem Sinne alle Eltern-Kind-Gemeinschaften mit ledigen Kindern im Haushalt. Wenn es um die Kinderbetreuung geht, stehen den Eltern oder Erziehungsberechtigten verschiedene Möglichkeiten offen. Das Spektrum der genutzten Angebote in Deutschland ist breit und reicht von Elternzeit über Kindertagesstätten in öffentlicher oder freier Trägerschaft und Au-pairs hin zu Vorklassen oder Schulkindergärten, betrieblichen Betreuungsangeboten oder Ganztagsschulen.

Inanspruchnahme von Elternzeit

Die Fragen der Kinderbetreuung stehen für Eltern häufig schon vor der Geburt des Kindes im Mittelpunkt. Eine Möglichkeit, für die sich Erziehungsberechtigte bisher meist direkt nach der Geburt des Kindes entscheiden, ist die eigene Betreuung in Form von Elternzeit. So lag im Jahr 2019 die Elternzeitquote von Eltern mit dem jüngsten Kind unter drei Jahren bei 20,9 Prozent, während sie bei Eltern mit dem jüngsten Kind unter sechs Jahren auf 12,6 Prozent sank. Was bei der Inanspruchnahme von Elternzeit besonders auffällt, sind Unterschiede zwischen Männern und Frauen, bzw. der sogenannte Gender Care Gap: Wie eine Erhebung von Eurostat aus dem Jahr 2020 zeigt, ist die Betreuung von Kindern oder erwerbsunfähigen Erwachsenen einer der Hauptgründe für Frauen in Deutschland in Teilzeit zu arbeiten, während derselbe Grund bei männlichen Arbeitnehmern deutlich weniger ins Gewicht fällt. Auch die Elternzeitquoten in Deutschland verdeutlichen die Differenzen zwischen den Geschlechtern.

Kinderbetreuung in KiTas und Schulen

Wird das Kind älter, entscheiden sich Eltern immer häufiger für externe Betreuungsangebote in Kindertageseinrichtungen. So waren 2021 rund 82 Prozent der Kinder in Tageseinrichtungen drei Jahre alt und älter. Unter anderem Aspekte der Vereinbarkeit von Familie und Beruf können hierbei eine wichtige Rolle spielen. Die Suche nach einem geeigneten KiTa-Platz kann für Eltern je nach Region mit einem hohen Aufwand verbunden sein, gerade in Großstädten und Ballungszentren sind die Plätze oft knapp. Die Betreuungsquote von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren lag im Jahr 2021 bei durchschnittlich 91,9 Prozent, während sie bei unter Dreijährigen rund 34,4 Prozent betrug. Im europäischen Vergleich war Deutschland mit der Betreuungsquote der unter Dreijährigen dabei im Jahr 2019 im unteren Drittel plaziert. Innerhalb Deutschlands fallen Unterschiede hinsichtlich der genannten Quoten vor allem zwischen den Bundesländern ins Gewicht. Bei Kindern bis zu drei Jahren war die Betreuungsquote in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg besonders hoch und lag deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Am niedrigsten war sie in Baden-Württemberg. Allgemein ist ein deutlicher Unterschied zwischen alten und neuen Bundesländern zu erkennen. Dieser kann auf die Erwerbstätigkeit von Müttern in Ostdeutschland zurückgeführt werden, die im Osten schon zu DDR-Zeiten deutlich höher war als im Westen. Die Betreuungsquoten der Kinder im Kindergartenalter sind in Ost und West nahezu angeglichen. Neben den Kindertageseinrichtungen bieten auch Schulen Betreuungsangebote in Form von Vorklassen bzw. Schulkindergärten oder Ganztagsschulen an. Bei den Tageseinrichtungen in öffentlicher oder freier Trägerschaft überwog im Jahr 2021 die Kinderbetreuung der freien Träger, insbesondere in Einrichtungen katholischer Ausrichtung. Immer mehr Betriebe und Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Kinderbetreuung an: Die Anzahl Tageseinrichtungen für Kinder von Betriebsangehörigen ist den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen.

Finanzielle Aspekte

Für die Finanzierung der Betreuung von Kindern gibt es in Deutschland unter anderem staatliche Unterstützungen in Form von Elterngeld oder Kindergeld. Während das Elterngeld das Einkommen der Eltern nach der Geburt ausgleicht, das aufgrund der Betreuung fehlt, ist das Kindergeld dazu angelegt, die grundlegende Versorgung des Kindes über mehrere Jahre sicherzustellen. Das Elterngeld richtet sich nach dem Gehalt der Eltern vor der Geburt des Kindes. Der Kindergeld-Regelsatz für das erste und zweite Kind beläuft sich aktuell auf jeweils 219 Euro (Stand: Januar 2021). Die Kosten für einen KiTa-Platz variieren stark: Während die Betreuung in einigen Bundesländern beitragsfrei ist, müssen Eltern in anderen Regionen einen hohen monatlichen Betrag aufwenden. Die Kosten richten sich meist nach dem Einkommen der Eltern. Insgesamt ist in den letzten Jahren die Ausgabebereitschaft der Deutschen für gute Kinderbetreuungsangebote sukzessive angestiegen. Vor allem bei Alleinerziehenden spiegelte sich diese Ausgabebereitschaft in einer Umfrage aus dem Jahr 2020 wider.

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