Statistiken zum Thema Flugpassagierverkehr und Klimaschutz

Der Begriff Flugscham (Flygskam) kam in Schweden im Jahr 2017 auf und ist mittlerweile in vielen Ländern populär. Er beschreibt ein Schamgefühl von Flugpassagieren im Hinblick auf den hohen CO2-Ausstoß von Flugzeugen. Die politische Debatte um die Reduzierung des in den letzten Jahrzehnten stark wachsenden Flugverkehrs flammte im Zuge der Friday for Future Bewegung und der aktuellen Debatte um den Klimawandel auch in Deutschland wieder auf.

Das Flugzeug ist das Verkehrsmittel, das die Umwelt pro Passagierkilometer mit Abstand am meisten belastet. So werden im deutschen Inlands-Luftverkehr im Durchschnitt rund 230 Gramm Treibhausgase pro Personenkilometer verursacht und damit fast acht Mal so viel wie im Reisebus-Verkehr. Gemäß der Internationalen Energieagentur (IEA) wurden im Jahr 2016 knapp drei Prozent der weltweiten Emissionen von Kohlenstoffdioxid durch Flugzeuge produziert. Neben den direkten CO2-Emissionen verursacht der Luftverkehr unter anderem auch Stickoxide und Wasserdampf in hohen Luftschichten. Der Weltklimarat schätzt die Klimawirkungen dieser Faktoren als deutlich höher als die durch CO2 ein. Der Kerosinverbrauch der deutschen Flugzeugflotte pro Passagier und Kilometer ist in den letzten Jahrzehnten vor allem dank effizienteren Flugtriebwerken, leichteren Maschinen und weniger Luftwiderstand deutlich gesunken. Gemäß der atmosfair-Klimabilanz war TUI Airways im Jahr 2018 unter den untersuchten Airlines mit rund 79 Effizienzpunkten am klimafreundlichsten.

Gemäß einer Prognose wird sich die Anzahl der weltweiten Flugpassagiere bis im Jahr 2037 gegenüber 2017 fast verdoppeln. In den letzten zwei Jahren hat sich das Wachstum der weltweiten Luftfahrt jedoch etwas verlangsamt. In der zweiten Hälfte des Jahres 2019 kam es auf deutschen Flughäfen sogar zu einem leichten Rückgang der Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr, was unter anderem an ausgedünnten Flugplänen von Airlines lag. Ob die Flugscham-Debatte dabei auch eine entscheidende Rolle spielte, ist umstritten. Gemäß einer Umfrage haben 26 Prozent der 18 bis 24-Jährigen schon einmal Flugscham erlebt. In einer anderen Befragung gaben 46 Prozent der Deutschen an aufgrund des Klimawandels das Flugzeug konsequent weniger für Urlaubsreisen zu nutzen. Wegen der Coronavirus-Krise und damit verbundenen Reisebeschränkungen ist der weltweite Luftverkehr zurzeit stark eingeschränkt (Stand: März 2020). Einige Experten warnen davor, dass Airlines nun in Zukunft mit Verweis auf ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten Bemühungen für mehr Klimaschutz in Frage stellen könnten.

In den letzten Jahren sind die durchschnittlichen Ticketpreise im weltweiten Luftverkehr deutlich gesunken. Ende 2019 erhöhte die Bundesregierung die Luftverkehrssteuer, um Flugtickets aus Klimaschutzgründen teurer zu machen. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft kritisierte dies scharf: Es benachteilige die deutschen Airlines und Flughäfen im internationalen Wettbewerb und entziehe ihnen die finanziellen Mittel für mehr Klimainvestitionen. Umweltschutzorganisationen fordern hingegen auch die Einführung einer Kerosinsteuer und ein Inlandsflugverbot in Deutschland. 33 Prozent der Einwohner der EU-28 gaben in einer Umfrage an komplett für eine CO2-Steuer auf Flüge zu sein und 26 Prozent sind komplett für ein Verbot von Kurzstreckenflügen.

Interessante Statistiken

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Flugpassagierverkehr und Klimaschutz

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