Statistiken zu Wohnimmobilien in Österreich

Als Wohnimmobilien werden Gebäude bzw. Gebäudeteile bezeichnet, welche ausschließlich oder überwiegend Wohnzwecken dienen. Sie werden vom Eigentümer selbst oder einem Mieter genutzt. Der Wohnungsmarkt bildet zusammen mit der Grundstückswirtschaft sowie der gewerblichen und betrieblichen Immobilienbranche die Immobilienwirtschaft.

Die Bruttowertschöpfung im Grundstücks- und Wohnungswesen betrug im Jahr 2017 in Österreich rund 32,55 Milliarden Euro. Dies entsprach einem Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung Österreichs von 9,9 Prozent. Die Wertschöpfung aller Branchen bzw. aller wirtschaftlichen Sektoren ergibt die Wertschöpfung der gesamten Volkswirtschaft, was nach Berichtigungen dem Bruttoinlandprodukt (BIP) entspricht.

Die Wohnverhältnisse in Österreich gestalteten sich im Jahr 2016 folgendermaßen: 46,9 Prozent der Bevölkerung lebten in Einzelhäusern, 7,4 Prozent in Doppelhäusern und 45 Prozent in Wohnungen. 55 Prozent der österreichischen Bevölkerung waren Eigentümer, 45 Prozent Mieter. Auch bei den Hauptwohnsitzwohnungen war im Jahr 2017 die Eigentumsquote (47,8 Prozent) höher als die Mietquote (43,1 Prozent, Haupt- und Untermiete). Eine Hauptwohnsitzwohnung ist laut Statistik Austria eine Wohnung, in der mindestens eine Person mit Hauptwohnsitz gemeldet ist und die damit der übliche Aufenthaltsort von mindestens einer Person ist. Im Bundesländervergleich war die Eigentumsquote von Hauptwohnsitzwohnungen im Burgenland mit 72,2 Prozent am höchsten und mit 19,1 Prozent in Wien am niedrigsten. Dem Großteil der österreichischen Personen (67 Prozent) bzw. Haushalte (76 Prozent) standen im Jahr 2017 bis zu 4 Zimmer zur Verfügung, die hauptsächlich über Zentralheizung oder Fernwärme beheizt wurden.

Im Jahr 2017 gab es in Österreich rund 3,89 Millionen Hauptwohnsitzwohnungen, die meisten davon mit etwa 0,9 Millionen im Bundesland Wien. Vom Rechtsverhältnis her waren circa 1,86 Millionen dieser Hauptwohnsitzwohnungen Haus- oder Wohnungseigentum; bei den übrigen lag ein anderes Rechtsverhältnis vor, beispielweise Miete oder Gemeindebesitz. Rund zwei Drittel der Hauptwohnsitzwohnungen hatten eine Haushaltsgröße von 1 bis 2 Personen. Der Anteil der Einpersonenhaushalte lag bei 37 Prozent. Im Bundesland Wien war er mit 44,3 Prozent am höchsten; im Vergleich dazu lag er im Burgenland bei nur 31,1 Prozent. Die Anzahl der Hauptmietwohnungen belief sich im Jahr 2017 auf rund 1,63 Millionen. Im Bundesländervergleich befanden sich mit etwa 690.820 die mit Abstand meisten Hauptmietwohnungen in Wien.

Die durchschnittliche Wohnfläche pro Hauptwohnsitzwohnung umfasste im Jahr 2017 99,6 Quadratmeter. Im Burgenland war die Wohnfläche mit durchschnittlich 124,8 Quadratmetern vergleichsweise am höchsten, in Wien mit 74,6 Quadratmetern am niedrigsten. Hauptwohnsitzwohnungen hatten im Schnitt 4 Wohnräume, wobei auch hier das Burgenland über dem Schnitt (4,6 Zimmer) und Wien unter dem Schnitt (3,3 Zimmer) lag. Eine Person in Österreich kam im Jahr 2017 in einer Hauptwohnsitzwohnung auf eine durchschnittliche Wohnfläche von 44,8 Quadratmetern.

Der Häuserpreisindex für Österreich von Eurostat zeigt, dass die Kaufpreise von 2000 bis 2017 fast kontinuierlich angestiegen sind. Der Häuserpreisindex erfasst Preisveränderungen bei allen von privaten Haushalten erworbenen Wohnimmobilien (Wohnungen, Einfamilien-, Reihenhäuser etc.), sowohl bei Neubauten als auch im Bestand, unabhängig von Endverwendung und Vorbesitzern. Es werden nur Marktpreise berücksichtigt, selbstgebauter Wohnraum ist daher ausgenommen. Die Grundstückskomponente ist inbegriffen. Im Jahr 2017 lag der Index bei 114,26 Punkten (Basisjahr 2015 = Index 100). Der Anteil der Mietkosten für selbstgenutzten Wohnraum am verfügbaren Einkommen von Haushalten in Österreich lag im Jahr 2016 bei 22,7 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit 10 Jahren. Generell sind die Miet-, Kauf- und Grundstückspreise in den österreichischen Bundesländern Wien, Salzburg und Tirol am höchsten und im Burgenland und der Steiermark am niedrigsten.

Der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Einkommen von österreichischen Haushalten betrug im Jahr 2016 18,4 Prozent. 7,2 Prozent der Bevölkerung waren durch die Wohnkosten überbelastet. Die durchschnittlichen Wohnkosten von Personen beliefen sich im Jahr 2017 auf 315 Euro pro Monat, Haushalte kamen auf 511 Euro pro Monat. Sowohl für Personen als auch für Haushalte waren die monatlichen Wohnkosten in Wien am höchsten und im Burgenland am niedrigsten. Die monatlichen Energiekosten betrugen für Personen durchschnittlich 84 Euro, für Haushalte 135 Euro. Für Personen waren die Energiekosten in Kärnten am höchsten (99 Euro/Monat) und in Vorarlberg am niedrigsten (61 Euro/Monat). Haushalte dagegen mussten mit 160 Euro im Burgenland am meisten und mit 104 Euro ebenfalls in Vorarlberg am wenigsten Geld pro Monat für Energie aufbringen. Der durchschnittliche Anteil von Wohnkosten am Einkommen von Personen und Haushalten betrug 18 bzw. 21 Prozent; der von Energiekosten 5 bzw. 6 Prozent. 66 Prozent der Personen und 64 Prozent der Haushalte in Österreich gaben im Jahr 2017 eine gewisse bis starke Wohnkostenbelastung an. In beiden Gruppen hatte dagegen jeweils gut ein Drittel keine Belastung durch Wohnkosten verspürt.

In einer Umfrage aus dem Jahr 2017 gaben 27 Prozent der Befragten als Grund für ihre Immobiliensuche an, dass ihre derzeitige Wohnfläche zu klein sei bzw. dass sie Zuwachs bekämen. 18 Prozent der Befragten wollten lieber in einer eigenen Immobilie als zur Miete leben. Weiterhin strebten 15 Prozent einen Ortswechsel an. Bzgl. ihrer gewünschten Wohnlage sprachen sich mit 43 Prozent die meisten der Befragten dafür aus, am liebsten auf dem Land leben zu wollen, gefolgt von Bundes- bzw. Landeshauptstadt (39 Prozent) und Bezirkshauptstadt (18 Prozent). Abgesehen von Preis und Lage waren die drei entscheidenden Faktoren bei der Immobilienwahl die Raumaufteilung (30 Prozent), ein Garten (27 Prozent) oder eine Terrasse bzw. ein Balkon (23 Prozent).

Eine Umfrage im Oktober und November 2017 unter Investoren und Teilnehmern am österreichischen Immobilienmarkt zeigte, dass 83 Prozent von einer steigenden und 17 Prozent von einer gleichbleibenden Kaufpreisentwicklung für Wohnimmobilien in 1a-Lage ausgingen. Wohnimmobilien standen für das Jahr 2018 bei 85 Prozent in starkem oder mittlerem Investmentfokus, vor allem an den Standorten Wien und Salzburg.

Die größten Immobilienunternehmen in Österreich nach Nettoumsatz waren im Jahr 2016 die Bundesimmobilien GmbH (1,05 Milliarden Euro), die conwert Immobilien Invest SE (505,3 Millionen Euro) und die Buwog AG (491,18 Millionen Euro).

Mehr erfahren

Wohnimmobilien in Österreich - Wichtige Statistiken

Diese Statistiken könnten Sie auch interessieren

Das ganze Thema in einem Dokument

Wohnimmobilien in Österreich
  • Redaktionell aufbereitet
  • Download als PPT/PDF
  • Sofortiger Zugriff
  • Ab 295 €

Das ganze Thema in einem Dokument

Wohnimmobilien in Österreich
  • Redaktionell aufbereitet
  • Download als PPT/PDF
  • Sofortiger Zugriff
  • Ab 295 €

Empfehlungen der Redaktion

Infografiken zum Thema

Wohnimmobilien in Österreich Infografik - Wohnungspreise in Österreich steigen weiter an

Infografiken zum Thema

Wohnimmobilien in Österreich Infografik - Wohnungspreise in Österreich steigen weiter an

Weitere interessante Themen aus der Branche "Wohnimmobilien"

Weitere interessante Themen aus der Branche "Wohnimmobilien"

Über Statista

Erfahren Sie, wie Statista Ihrem Unternehmen helfen kann.

Webinar vereinbaren

Sie haben noch Fragen?

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach. Wir helfen Ihnen gern!

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach. Wir helfen Ihnen gern!

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme

Nutzen Sie gern unser Kontaktformular oder unsere FAQ.
Alternativ können Sie sich auch direkt an unseren Kundenservice wenden.