Miet-/Eigentumsquote von Hauptwohnsitzwohnungen in Österreich nach Bundesland 2018

Zwischen den einzelnen österreichischen Bundesländern gibt es teilweise erhebliche Unterschiede zwischen Miet- und Eigentumsquote. Während die Mietquote im Burgenland nur auf 19 Prozent kommt, liegt sie in Wien bei 78 Prozent. Umgekehrt beträgt die Eigentumsquote im Burgenland 72 Prozent, während sie in Wien mit 19 Prozent eher gering ausfällt. Eine Erklärung hierfür liefern sicherlich die Kaufpreise für Wohnungseigentum, die im österreichischen Vergleich in Wien am höchsten, im Burgenland am niedrigsten sind.

Zur Begriffsklärung: Die Eigentumsquote ist der Anteil der Hauptwohnsitzhaushalte, die in Haus- oder Wohnungseigentum leben. Die Mietquote ist der Anteil aller Arten von Mietwohnungen an allen Hauptwohnsitzwohnungen. In einer Hauptwohnsitzwohnung ist laut Zentralem Melderegister (ZMR) mindestens eine Person mit Hauptwohnsitz gemeldet, wodurch sie den üblichen Aufenthaltsort von mindestens einer Person bildet.

Österreich ist ein Land von Mietern

Unabhängig von den Unterschieden zwischen den einzelnen Bundesländern ist Österreich ein Land von Mietern: Die Mietquote von Hauptwohnsitzwohnungen liegt bei 43 Prozent, ihre Eigentumsquote bei 48 Prozent. Die restlichen 9 Prozent entfallen auf mietfreie bzw. unentgeltliche Wohnverhältnisse oder Dienst- und Naturalwohnungen. Damit liegt die österreichische Wohneigentumsquote deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 69 Prozent.

Miet- und Eigentumsquote im (europäischen) Kontext

Die ärmeren Länder Europas haben die höchsten Wohneigentumsquoten: in Rumänien, Kroatien und der Slowakei liegt der Anteil bei jeweils über 90 Prozent und damit klar über dem europäischen Durchschnitt. Dagegen liegt die Quote in den reicheren Ländern wie Österreich und beispielsweise der Schweiz, Deutschland oder Schweden unter diesem Durchschnitt. Wie lässt sich das erklären?

Einerseits benötigt ein entwickelter Mietmarkt einen stabilen rechtlichen und administrativen Rahmen. Andererseits bedeutet eine hohe Mietquote, das für alle Bevölkerungsschichten eine gute Wohnversorgung besteht, also auch für jene, deren Finanzkraft den Erwerb von Wohnungseigentum nicht zulässt.

Besteht nur ein kleines Angebot an Mietwohnungen, sind auch Menschen mit geringem Einkommen gezwungen, sich ein Eigenheim anzuschaffen, was in der Folge den Erwerb von Wohnungen mit nur schlechter Qualität oder aber auch hohe Kreditraten bedeutet. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt her bringt eine höhere Mietquote also den Effekt mit sich, dass die Verschuldungsquote niedriger ist. Außerdem bleibt der Arbeitsmarkt flexibler, denn eine Mietwohnung lässt sich schneller wechseln als sich von Eigentum zu lösen.

Weiterführende Informationen zu Wohnimmobilien in Österreich finden sich im gleichnamigen Dossier.

Miet- und Eigentumsquote von Hauptwohnsitzwohnungen in Österreich nach Bundesland im Jahr 2018

Mietquote (Haupt- und Untermiete)Eigentumsquote
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Quelle

Veröffentlichungsdatum

Mai 2019

Region

Österreich

Erhebungszeitraum

2018

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