Statistiken zur Bankenbranche in Österreich

Die Bankenbranche in Österreich zeichnet sich durch eines der dichtesten Bankennetze in Europa aus. Im Jahr 2016 gab es 672 Bankhauptanstalten und 3.926 Zweiganstalten. Seit 1990 nimmt die Zahl allerdings ab, da es zu Fusionen und Einsparungen kam. Unterschieden wird zwischen Banken mit ein- und mehrstufigen Sektoren, sowie nach Rechtsform und Zugehörigkeit zum jeweiligen Fachverband der Institute.


Zu den einstufigen Sektorbanken gehören die Aktienbanken, Landes-Hypothekenbanken, Bausparkassen und Sonderbanken. Die zweistufigen Sektorbanken umfassen die Sparkassen und Volksbanken. Die Raiffeisenbanken werden den dreistufigen Sektorbanken zugeordnet. Innerhalb der mehrstufigen Sektoren nimmt ein Zentral- bzw. Spitzeninstitut für den angeschlossen Bereich die Koordinierungs- und Geldausgleichsfunktion wahr.

Aufgrund der geografischen Lage Österreichs als mitteleuropäischer Binnenstaat sowie der historischen und kulturellen Beziehungen zu den Ländern Zentral-, Ost- und Südosteuropas wurden die Bankgeschäfte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 auf diese Regionen ausgedehnt. Dadurch konnten die österreichischen Banken erstmalig auch im Ausland relevante Geschäftstätigkeiten aufbauen, was ihnen in den damals wirtschaftlich überlegenen westeuropäischen Ländern nicht gelungen war.

Die größten Banken Österreichs hatten im Jahr 2016 eine Bilanzsumme von insgesamt 661,99 Milliarden Euro. An erster Stelle stand die Erste Group Bank AG mit 208,23 Milliarden Euro, gefolgt von der RZB Group mit 134,85 Milliarden Euro. Den dritten Platz schließlich belegte die UniCredit Bank Austria AG mit 105,79 Milliarden Euro.

Die Bilanzsumme generell stellt das Unternehmensvermögen (Aktiva) der Summe aus Eigen- und Fremdkapital (Passiva) gegenüber. Bei einer Bankbilanz umfassen die Aktiva alle Posten, die das Kreditgeschäft betreffen, das Wertpapierportfolio, die liquiden Mittel (Barreserven und Geldanlagen bei anderen Kreditinstituten) sowie die langfristigen Vermögenswerte (Grundstücke und Beteiligungen). Dabei wird nicht zwischen Anlage- und Umlaufvermögen unterschieden. In den Passiva werden alle das Einlagengeschäft betreffenden Posten, das gezeichnete Kapital, Rücklagen und nachrangige Verbindlichkeiten erfasst. Die Summe der Aktiva bzw. Passiva der Banken in Österreich belief sich im Jahr 2016 auf rund 832,3 Milliarden Euro, wobei die Raiffeisen- und Aktienbanken mit 258,48 bzw. 228,19 Milliarden Euro deutlich vor den anderen Bankengruppen lagen.

Das Betriebsergebnis der österreichischen Banken, d.h. der Saldo aus den Betriebserträgen und -aufwendungen, bezifferte sich im Jahr 2016 auf rund 5,43 Milliarden Euro. Auch hier lagen die Raiffeisenbanken mit 2,19 Milliarden Euro vor den anderen Bankengruppen.

Im Jahr 2016 zählte das österreichische Bankwesen insgesamt 74.543 Beschäftigte. Mit rund 81 Prozent verteilte sich der Großteil davon auf die Bankengruppen Raiffeisenbanken (24.641), Aktienbanken (20.536) und Sparkassen (14.912).

Im folgenden werden ausgewählte Informationen und Kennzahlen zu den einzelnen Bankengruppen dargestellt.

Die Raiffeisenbanken bilden den dreistufigen Sektor. Auf der 1. Stufe stehen die selbständigen lokalen Raiffeisenbanken. Diesen übergeordnet sind auf der 2. Stufe die Raiffeisenlandesbanken, deren Haupteigentümer die Raiffeisenbanken des jeweiligen Bundeslandes sind. Die 3. Stufe bildet das Spitzeninstitut der Bankengruppe, die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Diese wurde am 18. März 2017 mit ihrer Tochter Raiffeisen Bank International (RBI) fusioniert, wobei letztere die weitergeführte Einheit ist. Damit gingen alle Rechte und Pflichten auf die RBI über. Im Jahr 2016 gab es in Österreich 1.953 Haupt- und Zweiganstalten von Raiffeisenbanken, die 24.641 Beschäftigte hatten. Das Betriebsergebnis erreichte 2016 eine Höhe von 2,19 Milliarden Euro. Die Summe der Aktiva/Passiva betrug rund 258,48 Milliarden Euro.

Die Sparkassen sind spezialisiert auf die Sammlung von Spareinlagen und die Gewährung von Darlehen und Krediten. Unterschieden wird zwischen Vereinssparkassen (von Privatpersonen gegründet) und Gemeindesparkassen (von Gemeinden gegründet). Sparkassen werden mehr und mehr als Aktiengesellschaften geführt. Im Jahr 2016 gab es in Österreich 926 Haupt- und Zweiganstalten von Sparkassen, die 14.912 Beschäftigte hatten. Das Betriebsergebnis erreichte 2016 eine Höhe von 1,43 Milliarden Euro. Die Summe der Aktiva/Passiva betrug rund 147,74 Milliarden Euro.

Die Volksbanken sind Kreditgenossenschaften, die hauptsächlich Finanzdienstleistungen für Handel und Gewerbe anbieten. Im Jahr 2016 gab es in Österreich 427 Haupt- und Zweiganstalten von Volksbanken, die 5.264 Beschäftigte hatten. Das Betriebsergebnis erreichte 2016 eine Höhe von 129,37 Millionen Euro. Die Summe der Aktiva/Passiva betrug rund 32,08 Milliarden Euro.

Die Aktienbanken haben die Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Im Jahr 2016 gab es in Österreich 949 Haupt- und Zweiganstalten von Aktienbanken, die 20.536 Beschäftigte hatten. Das Betriebsergebnis erreichte 2016 eine Höhe von 0,85 Milliarden Euro. Die Summe der Aktiva/Passiva betrug rund 228,19 Milliarden Euro.

Die Sonderbanken sind zumeist Kapitalgesellschaften, die spezielle Aufgaben erfüllen, wie beispielswiese die Finanzierung von Exportgeschäften oder die Verwaltung von Investmentfonds. Im Jahr 2016 gab es in Österreich 80 Haupt- und Zweiganstalten von Sonderbanken, die 3.511 Beschäftigte hatten. Das Betriebsergebnis erreichte 2016 eine Höhe von 477,21 Millionen Euro. Die Summe der Aktiva/Passiva betrug rund 69 Milliarden Euro.

Die Landes-Hypothekenbanken sind spezialisiert auf die Gewährung von Hypotheken- bzw. Kommunaldarlehen und die Ausgabe von Pfandbriefen. Im Jahr 2016 gab es in Österreich 152 Haupt- und Zweiganstalten von Landes-Hypothekenbanken, die 3.628 Beschäftigte hatten. Das Betriebsergebnis erreichte 2016 eine Höhe von 257,58 Millionen Euro. Die Summe der Aktiva/Passiva betrug rund 56,22 Milliarden Euro.

Die Bausparkassen sind aufgrund einer Konzession nach dem Bankwesengesetz (BWG) berechtigt zur Entgegennahme von Bausparer-Einlagen und zur Gewährung von Gelddarlehen für Bausparer aus den angesammelten Beträgen für wohnungswirtschaftliche sowie Bildungs- und Pflegemaßnahmen. Im Jahr 2016 gab es in Österreich 80 Haupt- und Zweiganstalten von Bausparkassen, die 1.158 Beschäftigte hatten. Das Betriebsergebnis belief sich 2016 auf eine Höhe von minus 14,53 Millionen Euro. Die Summe der Aktiva/Passiva betrug rund 23,85 Milliarden Euro.

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Bankenbranche in Österreich - Wichtige Statistiken

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