Statistiken zum Hochbau in der Schweiz

Das Schweizerische Baugewerbe wird unterteilt in Bauhaupt- und Ausbaugewerbe. Das Bauhauptgewerbe umfasst die Ausführung von Hoch- und Tiefbau, während das Ausbaugewerbe alle Gewerke beinhaltet, die sich mit dem Ausbau von Bauwerken befassen. Speziell zum Hochbau gehört die Errichtung von Gebäuden aller Art, also Wohngebäude und Nichtwohngebäude wie etwa Büro- und Geschäftsgebäude, öffentliche oder landwirtschaftliche Gebäude. Zur Errichtung zählen Neubau, Instandsetzung, An- und Umbau sowie die Montage vorgefertigter Gebäude, zum Beispiel Fertighäuser.

Überblick

Im Jahr 2019 wurde im Hochbau ein Umsatz von 10,65 Milliarden Schweizer Franken erwirtschaftet, der sich auf den privaten Wohnungsbau (6,26 Milliarden Schweizer Franken), den privaten übrigen Hochbau (3,11 Milliarden Schweizer Franken) und den öffentlichen Hochbau (1,28 Milliarden Schweizer Franken) aufteilte. Dies war innerhalb der letzten 10 Jahre der höchste Wert.

Statistik: Umsatz im Hochbau in der Schweiz vom 2. Quartal 2017 bis zum 2. Quartal 2020 (in Millionen CHF) | Statista Durch die Corona-Krise und den damit verbundenen Lockdown sind die Umsätze seit Anfang des Jahres 2020 allerdings zurückgegangen. So lagen sie im 1. Quartal 2020 bei 2,11 Milliarden Schweizer Franken und damit um 6 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Im 2. Quartal 2020 kamen sie auf 2,33 Milliarden Schweizer Franken und waren sogar um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zurückgegangen.

Dieser Rückgang zeigt sich auch bei den Auftragseingängen. Zwar bewegten diese sich innerhalb der letzten 10 Jahre konstant auf einem Niveau zwischen 9,2 und 10,4 Milliarden Schweizer Franken. Doch auch hier sind in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2020 Rückgänge gegenüber den jeweiligen Vorjahresquartalen zu verzeichnen, insbesondere im 2. Quartal mit minus 9 Prozent.

Dies spiegelt die gesamte Situation des Baugewerbes wieder: Während die Bruttowertschöpfung in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gestiegen ist und sich 2019 auf 34,32 Milliarden Schweizer Franken belief - ein Anteil von 4,9 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung der Schweiz -, zeigte sich auch hier eine Verringerung in den ersten beiden Quartalen 2020.

Unternehmen

Der Schweizerische Hochbau zählte 2018 8.507 Unternehmen, von denen der überwiegende Teil Mikrounternehmen waren, d.h. einen bis neun Beschäftigte hatten. Im Bereich allgemeiner Hoch- und Tiefbau ohne ausgeprägten Schwerpunkt waren die meisten Unternehmen angesiedelt, dicht gefolgt vom Bereich Unterhalt und Reparatur von Gebäuden sowie dem allgemeinen Hochbau.

Das größte Bauunternehmen in der Schweiz war im Jahr 2019 Implenia mit einem Umsatz von 4,43 Milliarden Schweizer Franken. Auf den Plätzen folgte die Marti Holding mit einem Umsatz von 900 Millionen Schweizer Franken und die Frutiger Unternehmungen mit 847 Millionen Schweizer Franken. Es sind dies Unternehmen, die in allen Sparten des Baugewerbes tätig sind.

Sowohl Marti als auch Frutiger gehörten im Jahr 2020 zu den besten Arbeitgebern in der Schweizer Baubranche.

Der größte Schweizer Bauzulieferer war LafargeHolcim mit einem Umsatz von 26,72 Milliarden Schweizer Franken.

Beschäftigte und Löhne

Im Jahr 2018 gab es 90.097 Beschäftigte im Hochbau, wovon der Großteil Männer waren. Im Bereich allgemeiner Hoch- und Tiefbau ohne ausgeprägten Schwerpunkt waren die meisten Beschäftigten tätig, 58.429 Personen.

Der monatliche Bruttolohn im Hochbau betrug 2018 6.350 Schweizer Franken, wobei es Unterschiede sowohl nach Geschlecht als auch Hierarchiestufe gab.

Indizes

Es gibt unterschiedliche Indizes für den Hochbau in der Schweiz:
  • Der Bauindex Schweiz wird quartalsweise veröffentlicht. Er dient als Frühindikator der Schweizer Baukonjunktur, indem er den Umsatz im Bauhauptgewerbe für das aktuelle Quartal prognostiziert und den Trend für die kommenden Quartale aufzeigt.
  • Der Baupreisindex misst die effektive Marktpreisentwicklung im Bausektor. Erfasst werden hauptsächlich Vertragspreise, wodurch die Bewegungen von Angebot und Nachfrage sowie der Produktivitätsgewinne abgebildet werden. Er wird vor allem während Projektplanungsphasen herangezogen und dient dazu, Budgets oder Kostenvoranschläge an die Preisentwicklung des Marktes anzupassen. Außerdem unterstützt er die Planer bei der Kostenkalkulation ihrer Projekte. Der Index wird halbjährlich berechnet.
  • Der Produktionsindex und der Umsatzindex bilden den konjunkturellen Verlauf im Hochbau ab.

Baugesuche

Die Baugesuche für Wohngebäude in der Schweiz beliefen sich im 2. Quartal 2020 für Mietwohnungen auf 11 Milliarden Schweizer Franken, für Eigentumswohnungen auf 7,59 Milliarden Schweizer Franken und für Einfamilienhäuser auf 5,5 Milliarden Schweizer Franken.

Bei den Nichtwohngebäuden kamen die Baugesuche für Büroflächen im 2. Quartal 2020 auf 1,9 Milliarden Schweizer Franken und für Verkaufsflächen auf 0,4 Milliarden Schweizer Franken.

Bauerstellungen

Im Jahr 2018 wurden in der Schweiz 12.190 Gebäude mit Wohnnutzung erstellt, 6.403 davon waren Einfamilienhäuser. Außerdem wurden 53.199 neue Wohnungen errichtet.

Durch den Zugang von 57.763 Wohnungen in der Schweiz durch Neu- oder Umbau und den Abgang von 5.376 Wohnungen durch Abbrüche oder Umbau gab es im Jahr 2017 insgesamt einen baulichen Zugang von 52.387 Wohnungen.



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