Statistiken zu Kantonalbanken in der Schweiz

Veröffentlicht von Ute Wöhrmann, 23.10.2018
Die Kantonalbanken bilden einen bedeutenden Bestandteil des Schweizer Bankwesens. Die Gründung der ersten Kantonalbank (im Kanton Genf) fällt in das Jahr 1816. Ursprünglich wurden die Kantonalbanken als Entwicklungsbanken für Handwerk und Landwirtschaft gegründet. Im Lauf der Zeit bauten sie allerdings ihr Angebot an Produkten und Dienstleistungen immer weiter aus und haben sich zu Universalbanken entwickelt. Weiterhin sind das Retail Banking und das Bankgeschäft für kleine und mittlere Unternehmen innerhalb des eigenen Kantonsgebietes maßgeblich. Damit stellen die Kantonalbanken die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der lokalen Bevölkerung und Wirtschaft sicher. Einzelne Kantonalbanken, z.B. die Zürcher und die Waadtländische Kantonalbank, sind auch in der Vermögensverwaltung und im Investmentbanking tätig.

Interessante Statistiken

In den folgenden 8 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 51 Statistiken aus dem Thema "Kantonalbanken in der Schweiz".


Zunächst hatte jeder (Halb-)Kanton seine eigene Kantonalbank. Heute existieren von den ursprünglich 26 noch 24 kantonale Bankinstitute, da durch schwierige wirtschaftliche Umstände und Misswirtschaft die Kantonalbanken von Solothurn und Appenzell Ausserrhoden im Laufe der 90er Jahre untergegangen sind.

Von ihrer Rechtsform her sind Kantonalbanken öffentlich-rechtliche Körperschaften oder Aktiengesellschaften. Eigentümer ist der jeweilige Kanton, entweder vollständig oder als Mehrheitsträger. Kantonalbanken sind rechtlich und wirtschaftlich selbständig. 21 der 24 Institute verfügen über eine unbeschränkte Staatsgarantie, d.h. der jeweilige Kanton haftet im Insolvenzfall für die Verbindlichkeiten seiner Bank und stellt sicher, dass Gläubigern kein Verlust entsteht. Keine Staatsgarantie haben die Banken der Kantone Bern, Waadt und Genf.

Die Bilanzsumme der Schweizer Kantonalbanken belief sich im Jahr 2016 auf kumulierte 553,23 Milliarden Schweizer Franken bzw. auf einen Anteil von 17,8 Prozent an der Bilanzsumme der Banken in der Schweiz. Die Zürcher Kantonalbank hatte mit rund 157,99 Milliarden Schweizer Franken zum 31. Dezember 2016 die höchste Bilanzsumme der Schweizer Kantonalbanken. Außerdem war sie per 30. Juni 2017 die viertgrößte Bank in der Schweiz.

Im Jahr 2016 beschäftigten die Schweizer Kantonalbanken 17.293 Mitarbeiter. Von den 669 Geschäftsstellen lagen mit 84 die meisten im Kanton Zürich.

Der Geschäftserfolg der Kantonalbanken belief sich im Jahr 2016 auf 3,31 Milliarden Schweizer Franken; der Gewinn betrug etwa 2,78 Milliarden Schweizer Franken. Die Einlagen inländischer Kunden kamen auf 169,57 Milliarden Schweizer Franken. Das Volumen der Inlandskredite lag im Jahr 2016 bei 390,55 Milliarden Schweizer Franken. Das Volumen der Unternehmenskredite kam auf 147,33 Milliarden Schweizer Franken.

Folgende Kantonalbanken waren 2016 in der Schweiz führend (nach Bilanzsumme):
Zürcher Kantonalbank: Die ZKB ist eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Zürich. Die Universalbank ist tätig im Finanzierungsgeschäft, Anlage- und Vermögensverwaltungsgeschäft, Handel und Kapitalmarkt sowie Passiv-, Zahlungsverkehrs- und Kartengeschäft. Ein Überblick zur ZKB findet sich hier. Dort ist auch ein entsprechendes Dossier abrufbar.
Waadtländische Kantonalbank: Die Waadtländische Kantonalbank bzw. Banque Cantonale Vaudoise (BCV) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Lausanne. Die Universalbank bietet standardisierte Basisbankdienstleistungen, Immobilien- und Unternehmensfinanzierung sowie Private Banking.
Basler Kantonalbank: Die BKB ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft und vorwiegend in der Nordwestschweiz als Universalbank tätig. Privatkundschaft wird über ein dichtes Filialnetz in Basel betreut und unabhängig beraten; dem lokalen Gewerbe stehen im KMU-Center Spezialistenteams zur Verfügung. Für vermögende Privatkunden, große Firmenkunden, Institutionelle und Banken bietet sie umfassende Bankdienstleistungen.
Luzerner Kantonalbank: Die LUKB, von ihrer Rechtsform her eine Aktiengesellschaft, ist eine Universalbank, die alle Dienstleistungen einer modernen Bank anbietet. Zu ihren Hauptgeschäftsgeldern gehören die Immobilien- und Unternehmensfinanzierung sowie das Private Banking.
St.Galler Kantonalbank: Die SGKB wurde 1868 gegründet und ist von ihrer Rechtsform her eine Aktiengesellschaft. Sie ist eine Universalbank, die Privat- und Geschäftskunden sämtliche Finanzdienstleistungen anbietet.

Kantonalbanken in der Schweiz

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Wichtige Kennzahlen

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Strukturelle Daten

Finanzkennzahlen

Zürcher Kantonalbank

Waadtländische Kantonalbank

Basler Kantonalbank

Luzerner Kantonalbank

St.Galler Kantonalbank

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