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Statistiken zu Kantonalbanken in der Schweiz

Die Kantonalbanken bilden einen bedeutenden Bestandteil des Schweizer Bankwesens. Die Gründung der ersten Kantonalbank (im Kanton Genf) fällt in das Jahr 1816. Ursprünglich wurden die Kantonalbanken als Entwicklungsbanken für Handwerk und Landwirtschaft gegründet. Im Lauf der Zeit bauten sie allerdings ihr Angebot an Produkten und Dienstleistungen immer weiter aus und haben sich zu Universalbanken entwickelt. Weiterhin sind das Retail Banking und das Bankgeschäft für kleine und mittlere Unternehmen innerhalb des eigenen Kantonsgebietes maßgeblich. Damit stellen die Kantonalbanken die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der lokalen Bevölkerung und Wirtschaft sicher. Einzelne Kantonalbanken, z.B. die Zürcher und die Waadtländische Kantonalbank, sind auch in der Vermögensverwaltung und im Investmentbanking tätig. Zunächst hatte jeder (Halb-)Kanton seine eigene Kantonalbank. Heute existieren von den ursprünglich 26 noch 24 kantonale Bankinstitute, da durch schwierige wirtschaftliche Umstände und Misswirtschaft die Kantonalbanken von Solothurn und Appenzell Ausserrhoden im Laufe der 90er Jahre untergegangen sind.

Von ihrer Rechtsform her sind Kantonalbanken öffentlich-rechtliche Körperschaften oder Aktiengesellschaften. Eigentümer ist der jeweilige Kanton, entweder vollständig oder als Mehrheitsträger. Kantonalbanken sind rechtlich und wirtschaftlich selbständig. 21 der 24 Institute verfügen über eine unbeschränkte Staatsgarantie, d.h. der jeweilige Kanton haftet im Insolvenzfall für die Verbindlichkeiten seiner Bank und stellt sicher, dass Gläubigern kein Verlust entsteht. Keine Staatsgarantie haben die Banken der Kantone Bern, Waadt und Genf.

Kennzahlen der Schweizer Kantonalbanken

Die Bilanzsumme der Schweizer Kantonalbanken belief sich im Jahr 2021 auf kumulierte 725,65 Milliarden Schweizer Franken bzw. auf einen Anteil von rund 20 Prozent an der Bilanzsumme der Banken in der Schweiz. Die Zürcher Kantonalbank hatte mit rund 192 Milliarden Schweizer Franken zum 31. Dezember 2021 die höchste Bilanzsumme der Schweizer Kantonalbanken. Sie ist außerdem die viertgrößte Bank in der Schweiz.

Im Jahr 2021 beschäftigten die Schweizer Kantonalbanken etwa 18.100 Mitarbeitende. Von den 580 Geschäftsstellen lagen die meisten im Kanton Waadt.

Der Geschäftserfolg der Kantonalbanken belief sich im Jahr 2021 auf 3,96 Milliarden Schweizer Franken; der Gewinn betrug etwa 3,32 Milliarden Schweizer Franken. Die Einlagen inländischer Kunden kamen auf 126 Milliarden Schweizer Franken. Das Volumen der Inlandskredite lag im Jahr 2021 bei 477,5 Milliarden Schweizer Franken. Das Volumen der Unternehmenskredite kam auf 189,2 Milliarden Schweizer Franken.

Führende Kantonalbanken

Folgende Kantonalbanken waren 2021 in der Schweiz führend (nach Bilanzsumme):
Zürcher Kantonalbank: Die ZKB ist eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Zürich. Die Universalbank ist tätig im Finanzierungsgeschäft, Anlage- und Vermögensverwaltungsgeschäft, Handel und Kapitalmarkt sowie Passiv-, Zahlungsverkehrs- und Kartengeschäft. Ein Überblick zur ZKB findet sich hier. Dort ist auch ein entsprechendes Dossier abrufbar.
Waadtländische Kantonalbank: Die Waadtländische Kantonalbank bzw. Banque Cantonale Vaudoise (BCV) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Lausanne. Die Universalbank bietet standardisierte Basisbankdienstleistungen, Immobilien- und Unternehmensfinanzierung sowie Private Banking.
Luzerner Kantonalbank: Die LUKB, von ihrer Rechtsform her eine Aktiengesellschaft, ist eine Universalbank, die alle Dienstleistungen einer modernen Bank anbietet. Zu ihren Hauptgeschäftsgeldern gehören die Immobilien- und Unternehmensfinanzierung sowie das Private Banking.
Basler Kantonalbank: Die BKB ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft und vorwiegend in der Nordwestschweiz als Universalbank tätig. Privatkundschaft wird über ein dichtes Filialnetz in Basel betreut und unabhängig beraten; dem lokalen Gewerbe stehen im KMU-Center Spezialistenteams zur Verfügung. Für vermögende Privatkunden, große Firmenkunden, Institutionelle und Banken bietet sie umfassende Bankdienstleistungen.
St.Galler Kantonalbank: Die SGKB wurde 1868 gegründet und ist von ihrer Rechtsform her eine Aktiengesellschaft. Sie ist eine Universalbank, die Privat- und Geschäftskunden sämtliche Finanzdienstleistungen anbietet.

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