Russland

Marktdaten zu Russland

Russland Statistiken Russland ist der größte Staat der Welt und erstreckt sich von Osteuropa bis Nordostasien. Große Teile des Landes sind von Wäldern und Tundra-Steppen bedeckt; das Klima ist überwiegend kalt. Die meisten Einwohner leben im westlichen, europäischen Gebiet des Landes. Die Hauptstadt und auch größte Stadt ist Moskau.


Der Landesname leitet sich vom Stamm der Rus ab, möglicherweise Normannen (Wikinger), die im frühen Mittelalter die Flüsse in einem Gebiet befuhren, das heute teils zur Ukraine und teils zu Russland gehört. Ein erster Vorläuferstaat des heutigen Russlands entstand im 9. Jahrhundert in eben dieser Region, mit Kiew als Hauptstadt (Kiewer Rus). Dieser zerfiel im 12. Jahrhundert; von der Mitte des 13. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts beherrschten Mongolen die verschiedenen russischen Fürstentümer. Unter diesen erlangte das Großfürstentum Moskau Ende des 14. Jahrhunderts eine herausgehobene Stellung; die Mongolen wurden vertrieben und die russischen Fürstentümer nach und nach unter Moskauer Führung vereinigt. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts expandierte Russland, inzwischen ein Zarenreich, nach Sibirien und umfasste schließlich Gebiete bis zum Pazifik. Unter Peter dem Großen erstritt sich Russland gegen die skandinavischen Staaten die Führungsrolle im Ostseeraum; auch Katharina die Große dehnte das Reichsgebiet aus, unter anderem auf Teile Polens. 1812 rückte Frankreich unter Napoleon bis Moskau vor, wurde jedoch schließlich zurückgeschlagen. Im Zuge des Krimkrieges von 1853 bis 1856, den Russland gegen Frankreich, Großbritannien und das Osmanische Reich führte, offenbarte sich die wirtschaftliche und militärische Rückständigkeit Russlands gegenüber den europäischen Großmächten. In der Folge unternahm das Zarenreich umfangreiche Reformen, die jedoch nicht zu der gewünschten Stabilisierung im Inneren führten. Die Unzufriedenheit, die sich durch sämtliche Bereiche der Gesellschaft zog, führte zu der Revolution von 1905 bis 1907, an der sich neben der Industriearbeiterschaft und der "Intelligenzija" auch die Bauernschaft beteiligte. Das Zarenregime konnte diese Revolution noch militärisch beenden und mit der Errichtung eines nationalen Parlamentes (der Duma) und einer weiteren Agrarreform letzte Reformen initiieren, bevor sich mit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 herauskristallisierte, dass die Modernisierungsbemühungen der letzten Jahrzehnte nicht ausreichten, um den technologischen Rückstand gegenüber den europäischen Großmächten zu egalisieren. Katastrophale Niederlagen gegen das Deutsche Reich und u.a. der Bankrott des Versorgungssystems führten schließlich 1917, noch während des Krieges, zum Zusammenbruch des Zarenreichs. Die neue, provisorische Regierung konnte sich nur kurz halten und wurde im Zuge der Oktoberrevolution vom 24. Oktober 1917 durch die "Bolschewiki", eine radikale Fraktion der russischen Sozialdemokraten unter Führung von Wladimir Iljitsch Lenin, ersetzt. Der mehrjährige Bürgerkrieg zwischen den Gegnern der Oktoberrevolution ("den Weißen") und den Bolschewiki ("den Roten"), deren Fraktion sich 1918 von der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands abspaltete und die Kommunistische Partei Russlands gründete, endete mit der Vertreibung aller "weißen" Oppositionellen und der Ausrufung des Einheitsstaates der Sowjetunion (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken - UdSSR) durch die Bolschewiki im Jahr 1922. Nach dem Tod Lenins 1924 erlangte der bisherige Generalsekretär der Russischen Kommunistischen Partei, Iosif Wissarionowitsch Stalin (Josef Stalin), die Macht.
Stalin forcierte die Industrialisierung des Landes, vernachlässigte aber völlig die Produktion von Konsumgütern und setzte die zwangsweise Kollektivierung der Landwirtschaft um, was zu massiven Aufständen der Bauern führte, die Stalin unter Inkaufnahme von Millionen Opfern durch diktatorische Strafmaßnahmen und Deportationen beendete. Die Sowjetunion wandelte sich Anfang der 1930er-Jahre in ein Industrieland, wenngleich dieser Prozess der Bevölkerung große Opfer abverlangte und nur unter Zuhilfenahme des von Stalin neu geschaffenen Repressionsapparates möglich war. Dieser Repressionsapparat, einschließlich politischer Polizei, wurde stetig ausgebaut und ihm fiel im Laufe der 1930er-Jahre fast die gesamte militärische wie politische Elite zum Opfer.

Im Zweiten Weltkrieg paktierte die Sowjetunion unter Stalin zunächst mit Hitler ("Hitler-Stalin-Pakt") und es wurden gegenseitige Interessensgebiete der Vertragspartner in Polen, den baltischen Staaten und Rumänien vereinbart. Das Deutsche Reich beendete den Pakt 1941 mit dem Angriff auf die Sowjetunion und es begann aus Sicht der Sowjetunion der "Große Vaterländische Krieg", der letztlich nach immensen Opferzahlen auch erheblich zur Niederlage und Kapitulation des Deutschen Reiches im Jahr 1945 führte.

Russland stand auf der Seite der Siegermächte und hat daher bis heute einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) inne. Nach 1945 entspann sich ein System-Konflikt zwischen der Sowjetunion und ihren kommunistischen Satellitenstaaten auf der einen sowie den USA und ihren Verbündeten auf der anderen Seite, der als "Kalter Krieg" bekannt wurde. Dabei verfügten beide Seiten über ein umfangreiches Atomwaffen-Arsenal. Infolge der Umwälzungen in Osteuropa Ende der 80er Jahre zerfiel auch die Sowjetunion, die sich Ende 1991 auflöste. Die heutige Russische Föderation ist ihr wesentlicher Nachfolgestaat. Das politische System wandelte sich vom Kommunismus hin zu einer demokratischen Marktwirtschaft, in der jedoch der Präsident und sein Kreis einen sehr starken politischen und auch wirtschaftlichen Einfluss ausüben.

Russlands Wirtschaft ist über Jahre hinweg stark gewachsen; das Land zählt heute zu den wichtigsten Schwellenländern, den sog. BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Die Wirtschaft hängt allerdings sehr vom Rohstoffreichtum des Landes ab, vor allem vom Erdgas- und Erdöl-Export. Andere Wirtschaftsbranchen, wie die vernachlässigte Konsumgüterindustrie, gelten als vergleichsweise schwach entwickelt. Durch eine wachsende Mittelschicht rückt Russland auch als Konsummarkt zunehmend ins Blickfeld. Die Ausrichtung bedeutender Sportereignisse wie die Olympischen Winterspiele 2014 und die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 steigert die weltweite Bekanntheit. Die größten Probleme des Landes sind autoritäre politische und gesellschaftliche Strukturen, die bereits erwähnte Abhängigkeit vom Rohstoffsektor sowie eine rückläufige demografische Entwicklung.

Russlands globalpolitische Position in der post-bipolaren Weltordnung ist noch nicht gefunden und die russische Außenpolitik ist in den vergangenen Jahren Bestandteil zahlreicher politischer Krisen und militärischer Interventionen im geopolitischen Machtbereich der ehemaligen Sowjetrepubliken gewesen. Die durch die Weltöffentlichkeit verurteilte, völkerrechtswidrige Annexion der Krim 2014, führte schließlich zu massiven wirtschaftlichen und politischen Sanktionen seitens der USA und der Europäischen Union gegen Russland. Die russische Wirtschaft, die ohnehin bereits durch die im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise gefallenen Rohstoffpreise massive Einbußen verzeichnete, wurde durch die Wirtschaftssanktionen zusätzlich erheblich geschwächt.

Statista bietet Daten zu Bevölkerung, Wirtschaft und Staatsfinanzen von Russland. Neben jährlich erhobenen Basis-Kennzahlen, die zumeist in langen Zeitreihen dargestellt werden, sind auch detaillierte Konjunkturindikatoren zur wirtschaftlichen Entwicklung verfügbar, die monatlich oder quartalsweise aktualisiert werden. Die wichtigsten Statistiken sind in einem Dossier gebündelt. Darüber hinaus werden weitere Studien und Reports zum Land bereit gestellt.

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