Statistik-Lexikon: Definition Soziale Erwünschtheit

Heikle oder peinliche Fragen, wie etwa nach Alkoholkonsum, Sex oder Rassismus, werden häufig nicht ehrlich beantwortet. Schuld ist der Effekt der sozialen Erwünschtheit, auch Effekt der Konformität genannt. Die Befragten möchten vermeiden, sich selbst „unnormale“ oder extreme Ansichten zuzugestehen und geben daher nicht ihre tatsächliche Ansicht wieder. Stattdessen geben die Befragten eine Antwort, von der Sie annehmen, dass diese gesellschaftlich akzeptiert ist – anders gesagt, „sozial erwünscht“. Dieser Effekt trifft auf viele Fragen zu, die Werte und Normen der Gesellschaft berühren. Ein weiteres Beispiel ist etwa die Frage nach beliebten Fernsehsendungen. Sendungen, deren Inhalte gesellschaftlich positiv besetzt sind (z.B. Nachrichten, Dokumentationen), werden tendenziell sehr häufig als Lieblingssendungen angegeben – in den tatsächlichen Einschaltquoten hingegen führen sie nicht mit weitem Abstand vor allen anderen TV-Formaten.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den einzelnen Definitionen in unserem Statistik-Lexikon um vereinfachte Erläuterungen handelt. Hierbei ist es das Ziel, die einzelnen Begriffe einer möglichst breiten Nutzergruppe näher zu bringen. Insofern besteht die Möglichkeit, dass einzelne Definitionen wissenschaftlichen Standards nicht zur Gänze entsprechen.

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